Ayn Rand: „Hymne“

Gemischte Gefühle eines unentschiedenen Individualismus

Ayn Rand ist eine kontroverse Figur in der US-amerikanischen Literatur und politischen Philosophie. Ihre Texte ordnen sich in das Spannungsfeld ein, das Literatur und Philosophie miteinander aufspannen und meistens von Propaganda, seltener von Form und Inhalt, zusammengehalten werden. Wenigen Texten gelingt das Mischen der ästhetischen Reflexionsformen. „Hymne“ oder „Anthem“ im Original von Ayn Rand kommt dem Gelingen gefährlich nahe.

Der Epos-artige, biblisch-anmutende Text erzählt in zwölf Kapiteln von einer postapokalyptischen Welt, in der die Menschen techniklos in einer Art Kloster umgeben von einem Unverzeichneten Wald leben. Zu Anfang wird das große „Wir“ beschrieben und der Protagonist Gleichheit 7-2521 eingeführt (Kapitel 1), der dem Straßenkehrerhaus zugeteilt wird und einen geheimen Tunnel findet. Er trifft eine blonde Frau, Freiheit 5-3000, und beginnt, sich für sie zu interessieren (2). Er entdeckt Elektrizität (3) und kommt Freiheit 5-3000 näher (4), die er jetzt die Goldene nennt. Berauscht von seiner Entdeckung, beschließt er dem Gelehrtenrat auf einer Tagung von der Elektrizität zu berichten (5). Er wird aber vorher gefangen genommen, gefoltert und verhört (6), entkommt und berichtet dennoch von seiner Entdeckung (7), wird aber verlacht und flieht in den Unverzeichneten Wald. Er genießt die Selbständigkeit im Alleinsein (8), wird aber bald von der Goldenen gefunden, die ebenfalls geflohen ist (9). Sie finden ein verlassenes Haus (10) und lassen sich häuslich nieder. Er findet das verbotene Wort „Ich“ in alten Dokumenten (11) und beschließt, sobald er sich ausreichend vorbereitet hat, die Welt vom Joch des „Wir“ zu befreien (12).

Formal gestaltet sich der Text aus einer Wir-Perspektive, des kollektivierten Protagonisten, hin zu einer Ich-Perspektive, des befreiten, sich wiederentdeckten Erzählers, der sich den Namen Prometheus gibt. Die Sätze sind kurz, rhythmisch, knapp und zeichnen präzise die Enge und Kleinheit der Welt nach, der der Erzähler zu entkommen sucht. Seine Atemlosigkeit und Beklemmung lässt erst nach, wenn er sich auf sich selbst beziehen und besinnen darf.

„Wir [der Protagonist] sind allein hier unter der Erde. Allein! Ein schlimmes Wort. Die Gesetze sagen, dass kein Mensch allein sein darf, niemals und zu keiner Zeit, denn dies ist das große Vergehen und die Wurzel allen Übels. Doch wir haben viele Gesetze gebrochen. Und nun ist hier nichts außer unserem einen Körper, und es ist seltsam, nur zwei Beine auf dem Boden ausgestreckt zu sehen, und auf der Wand vor uns nur den Schatten unseres einen Kopfes.“

Ayn Rand aus: „Hymne“ (Übersetzung: Philipp Dammer)

Das Paradoxe entlädt sich in der Wir-Perspektive eines einzelnen. Sie ist logisch nicht stringent. Sie zeigt die Spannung bereits an, die am Ende durch die Wiederentdeckung des Wortes „Ich“ gelöst wird. Sie zeigt aber auch ein zugrundeliegendes Problem auf, nämlich als einzelner für andere, als Individuum für eine Kategorie zu schreiben. Der ganze Text rollt den Nominalismusstreit neu auf und dreht sich um die eine Medaille ‚Existenz‘, die „Wir“ auf der einen, die „Ich“ auf der anderen Seite geprägt hat. Ich und Wir, Wir und Ich kommen in diesem Text nicht voneinander los. Alles, nicht nur diese Wörter, wird in dieser Welt des Protagonisten, die nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Ja und Nein kennt, mit Gewalt zusammengehalten.

„Die Felder sind schwarz und gepflügt, und sie liegen vor uns wie ein großer Fächer, dessen Furchen sich in einer Hand jenseits des Himmels vereinigen, aus dieser Hand wieder herauskommen, sich weit öffnen, auf uns zukommen wie schwarze Falten, die mit dünnen grünen Pailletten funkeln. Frauen arbeiten auf den Feldern, und ihre weißen Schürzen sind im Wind wie die Flügel der Möwen über der schwarzen Erde. Und dort geschah es, dass wir Freiheit 5-3000 sahen, die an den Furchen entlangliefen. Ihr Körper war gerade und schlank wie eine Klinge aus Eisen. Ihre Augen waren dunkel und hart und glühend, ohne Angst, Güte oder Schuld darin.“

Das Pathos überdeckt die Paradoxie und die Rhetorik den Widerspruch. Rands Text glänzt dort, wo sie hymnisch die Widerstandskraft besingt. Wo die feindliche Welt in ihrer erbarmungslosen Härte beschrieben und wider aller Vergeblichkeit bekämpft und angeklagt wird, wo der Protagonist nicht klein beigibt, nicht daran denkt, aufzugeben, wo er sich für sein eigenes Ziel überwindet und schlimmsten Schmerzen und Entsagungen aussetzt.

„Wir [der Protagonist] wussten, dass die Hiebe auf unseren Rücken trafen, nur fühlten wir auf unserem Rücken nichts mehr. Ein glühendes Gitter tanzte vor unseren Augen, und wir dachten an nichts außer an das Gitter, ein Gitter, ein Gitter aus roten Quadraten, und dann wussten wir, dass wir die Quadrate des Gitters an der Tür ansahen, und es waren auch Steinquadrate an den Wänden, und die Quadrate, die die Peitsche in unseren Rücken schnitt, während sie wieder und wieder kreuzweise durch unser Fleisch zog.“

Rands Schreibstil erinnert mit jeder Faser an Ernst Jüngers Expressionismus. „Blut und Boden“, „Ausradieren“, „Metall“, „Härte“ und „Körperlichkeit“, „Stärke“ und „Widerstandskraft“ werden besungen. Sie lässt keine Möglichkeit aus, klarzustellen, wem ihre Sympathie gilt, nämlich den autarken, starken, unhilfsbedürftigen Männern, den Gesunden, Freien, den Selbständigen und Selbstbewussten, die keinen Schmerz scheuen, um für ihre eigenerkorenen Ideale und Prinzipien einzustehen, die der Physis, nicht der Psyche, die dem Impuls, der Spontaneität, nicht der Reflexion folgen.

„Vor Aberjahrhunderten kannten die Menschen Geheimnisse, die wir verloren haben. Und wir dachten: »Dies ist ein abscheulicher Ort. Verdammt sind jene, die die Dinge aus den Unerwähnbaren Zeiten berühren.« Aber unsere Hand, die der Spur folgte, als wir krochen, klammerte sich an das Eisen, als ob sie es nicht loslassen könnte, als ob die Haut unserer Hand durstig wäre und das Metall um eine geheime Flüssigkeit bäte, die in seiner Kälte schlägt.“

Zeitgleich, dem Expressionismus und dem Militärismus genauso zugeneigt wie dem libertären Anarchismus, schreibt Ernst Jünger 1932 in „Der Arbeiter – Herrschaft und Gestalt“ aus einem scheinbar völlig anderen Blickwinkel, nämlich den des dem Romantismus ganz und gar verpflichtenden Europas:

„Wir sehen, dass die Völker an der Arbeit sind, und wir begrüßen diese Arbeit, wo immer sie geleistet wird. Der eigentliche Wettkampf gilt der Entdeckung einer neuen und unbekannten Welt – einer Entdeckung, vernichtender und an Folgen reicher als die Entdeckung Amerikas. Nicht anders als mit Ergriffenheit kann man den Menschen betrachten, wie er inmitten chaotischer Zonen an der Stählung der Waffen und Herzen beschäftigt ist und wie er auf den Ausweg des Glückes zu verzichten weiß.“

Ernst Jünger aus: „Der Arbeiter“

In „Hymne“ von Ayn Rand steht, mit dem US-amerikanischen Entrepreneurpathos im Rücken, die ganz ähnlichen, jubilierenden Worte:  

„Und die Straßen der Welt werden zu Adern werden, die der Erde bestes Blut an meine [der Protagonist] Schwelle tragen. Und alle meine Brüder und die Räte meiner Brüder werden davon hören, aber sie werden ohnmächtig sein gegen mich. Und der Tag wird kommen, da ich alle Ketten der Welt sprengen und die Städte der Versklavten ausradieren werde, und mein Heim wird die Hauptstadt einer Welt werden, wo jedermann frei sein wird, für sich selbst zu leben. Für das Kommen dieses Tages werde ich kämpfen. Ich und meine Söhne und meine auserwählten Freunde. Für die Freiheit des Menschen. Für seine Rechte. Für sein Leben. Für seine Ehre.“

Ayn Rand aus: „Hymne“

Der gemeinsame Nenner, trotz aller verschiedener Blickwinkel und teils sich ausschließenden Vokabulars, steht nämlich der Anarchismus eines Nestor Machno, der gegen jedwede Staatsbildung und Einmischung im revolutionären Russland und in der Ukraine, die Heimat von Ayn Rand, geborene Alisa Zinovyevna Rosenbaum, rebelliert hat, und zwar unter der Ägide eines Gedankens, den Ernst Jünger unisono mit Rand wie folgt ausdrückte (denn unter der Perspektive der Tat- und Durchsetzungskraft ist es völlig unerheblich, ob man für die Unternehmer-, Arbeiter- oder Bauernschaft Partei ergreift):

„Aus diesem Bewusstsein ergibt sich ein neues Verhältnis zum Menschen, eine heißere Liebe und eine schrecklichere Unbarmherzigkeit. Es ergibt sich die Möglichkeit einer heiteren Anarchie, die zugleich mit einer strengsten Ordnung zusammenfällt – ein Schauspiel, wie es bereits in den großen Schlachten und den riesigen Städten angedeutet ist, deren Bild am Beginn unseres [20.] Jahrhunderts steht. In diesem Sinne ist der Motor nicht der Herrscher, sondern das Symbol unserer Zeit, das Sinnbild einer Macht, der Explosion und Präzision keine Gegensätze sind.“

Ernst Jünger aus: „Der Arbeiter“

Oder mit Ayn Rand:

„Viele Wörter sind mir gegeben, einige sind weise und einige falsch, aber nur drei sind heilig: »Ich will es«.“

Ayn Rand aus: „Hymne“

Das Pathos täuscht jedoch nicht lange über die Paradoxie hinweg, die zwischen den Begriffen „Ich“ und „Wir“, „Wollen“ und „Sein“, „Sprache“ und „Gedanke“ bei Rand und auch Jünger herrscht. Die zwei Seiten der Medaille lassen sich in ihrer Welt nicht voneinander lösen. Der Protagonist benötigt die Texte der alten Welt, um das fehlende Wort „Ich“ zu finden. Es muss ihm gesagt werden. Er bleibt also dem Gegebenen verhaftet, passiviert an die Verhältnisse, die er zu überwinden versucht, indem er sie bekämpft, sie identifikatorisch einzuholen sucht, ohne sich aber von ihnen emanzipieren zu können. Konsequenterweise sagt der Protagonist:

„Ich schaue auf die Geschichte der Menschheit, die ich aus den Büchern kenne, und ich staune. Es war eine lange Geschichte, und der Geist, der sie bewegte, war der Geist der Freiheit des Menschen. Doch was ist Freiheit? Freiheit wovon? Es gibt nichts, das dem Menschen seine Freiheit nehmen kann, außer andere Menschen. Um frei zu sein, muss ein Mensch frei von seinen Brüdern sein. Das ist Freiheit. Das und nichts anderes.“

Freiheit definiert sich als Negation, als Abwesenheit von etwas, hier der anderen, der Mitmenschen, und hiermit kann der Protagonist nur frei sein, wenn er sich den anderen entzieht. Um sich aber entziehen zu können, muss er die Nähe der anderen suchen. Seine Freiheit besteht also in einem unaufhörlichen Zirkel des Annäherns und Entfernens, des Eroberns, Besiegens, eines Kampfes aller gegen alle, wie es auch Ernst Jünger antizipiert. Das Ich bekämpft das Wir, und zwar indem es in einem fort auf seine eigene, sich selbst zugesprochene Superiorität besteht. Mit anderen Worten, die Lösung in Rands Text besteht darin, dass eine Unter- und Überseite der Medaille „Ich-Wir“ kreiert wird, eine Orientierung, wie die Medaille zu halten, zu verstehen, zu verwenden ist.

„Denn das Wort „Wir“ darf nur freiwillig gesprochen werden, und nur an zweiter Stelle. Dieses Wort darf nie zuerst in des Menschen Seele stehen, sonst wird es ein Monster, die Wurzel aller Übel der Welt, die Wurzel der Folter des Menschen durch den Menschen und einer unaussprechlichen Lüge.“

Das Dilemma beginnt beim „Dürfen“ – wer oder was erlaubt, untersagt, zeichnet vor oder aus? In Rands Text vermag dies nur der einzelne, das Individuum, das den anderen vorschreibt, wie sie zu sprechen haben. Die Instanz zieht sich schlicht auf das kontingente Ich zusammen. Das Ich bewertet. Das Ich setzt sich voraus. Setzt sich aber das Ich absolut, was kümmert sich das Ich noch um das Wir? Inwiefern bleibt es diesem verhaftet, auf welcher Ebene spiegelt sich das Ich in den anderen wider, die es selegiert und doch bekämpft, deren Nähe es sucht und sich ihnen doch wieder entziehen muss. Der Kreis der Parabel schließt sich, wie die Katze sich in den Schwanz beißt. Nur für einen kurzen blitzhaften und meist schmerzhaften Moment. Nur im Gefecht, im Widerstand, fühlt sich das Individuum als Individuum. Nicht in der Poesie, nicht in der Liebe. Selbst die Intimität erhält, in aller Einsamkeit im Unverzeichneten Wald, kategoriale, abstrakte Züge eines Mechanischen:

„Und in dieser Nacht erfuhren wir [der Protagonist], dass es weder abstoßend noch beschämend ist, den Körper der Frauen in unseren Armen zu halten, sondern die größte Ekstase, die der menschlichen Rasse gegeben ist.“

Er hält nicht seine Geliebte fest im Arm, die je besondere, individuelle Frau, in der er sich verliebt hat. Er stellt lediglich fest, dass es nicht beschämend ist, den allgemeinen Frauenkörper im Arm zu halten, und die männliche Ekstase wird zugleich als Höhepunkt für die gesamte menschliche Rasse proklamiert. Rands Text bleibt auf der Schwelle zum Individualismus eigenartig stehen. Statt sich in den Mittelpunkt zu stellen, die eigene Liebe, das eigene Gefühl, die je eigene Situation und Wünsche zu betonen, verschreibt der Protagonist sich der Befreiung der anderen, instrumentalisiert sich für deren Freiheit, um seine eigene Freiheit spüren zu können. Auf diese Weise gerät er jedoch sofort wieder in die Gefangenschaft, der er zu entkommen dachte. Seine Einsamkeit ist keine. Er ist nur so lange ein „Ich“, wie die Rebellion anhält:

„Und hier, über dem Portal meiner Festung, werde ich das Wort, das mein Leuchtfeuer und mein Banner sein wird, in Stein meißeln. Das Wort, das nicht sterben wird, sollten wir auch alle im Kampfe untergehen. Das Wort, das auf dieser Erde niemals sterben kann, denn es ist ihr Herz und ihr Sinn und ihre Herrlichkeit. Das heilige Wort: EGO“

Es ist ein Wort ohne Inhalt, ein Begriff, der formal wirkt, nur handlungsleitend auf seine Antithese verweist. Dass die Freiheit, die der Protagonist anstrebt, leer ist, dass sein Unabhängigkeitsverlangen ein Unterwerfungsgestus ist, ein Machtanspruch darstellt, wird am deutlichsten in der Szene, in der er sich einen Namen aussucht und seiner geliebten Freiheit 5-3000 dieses Recht eigenartigerweise nicht zugesteht, wiewohl sie in der Einsamkeit des Waldes sich als ebenbürtige Partner gegenüberstehen. Der Protagonist sagt nämlich:

„Ich habe von einem Mann gelesen, der vor vielen Tausend Jahren lebte, und von all den Namen in diesen Büchern ist seiner der, den ich tragen will. Er nahm das Licht der Götter und brachte es den Menschen, und er lehrte die Menschen, Götter zu sein. Und er litt für seine Tat, wie alle Träger des Lichts leiden müssen. Sein Name war Prometheus.“
„Es sei dein Name“, sagte Die Goldene.
„Und ich habe von einer Göttin gelesen“, sagte ich, „die die Mutter der Erde und aller Götter war. Ihr Name war Gaia. Nimm diesen Namen an, meine Goldene, denn du sollst die Mutter einer neuen Art Götter sein.“
„Es sei mein Name“, sagte Die Goldene.“

Die Unilateralität zieht sich durch den Text und erzeugt einen unentschiedenen Individualismus. Individuell können nur die Starken, Unbeugsamen sein, die jedes Recht haben, sich zu verwirklichen, Begriffe zu definieren und den anderen vorzuschreiben, wie sie die Begriffe zu verwenden haben. In diesem Sinne gleicht der Text Ayn Rands und auch der Ernst Jüngers der Erzählung „Farm der Tiere“ von George Orwell, in denen alle Tiere im Grunde gleich sind, nur manche gleicher, und die Moral der Geschichte stets der Kalif anstelle des Kalifen ist.

Der Protagonist wie der Text brilliert in der Widerstandskraft, im Lob der Freiheit. Er will ermutigen, und über Strecken schafft er es auch, bis sich eine gewisse Ratlosigkeit einstellt, was man denn mit der so hart erkämpften Freiheit anstellen möchte. Anstatt sich ein schönes Leben aufzubauen, seine Freiheit 5-3000 zu lieben, zu lesen, zu schreiben, zu dichten und sich auf den Zauber der Welt einzulassen, greift der Protagonist zu den Waffen, denn Ayn Rands Antwort lautet, weiterkämpfen und das Kartenhaus fällt plötzlich und perspektivlos in sich zusammen.

Eine Antwort auf „Ayn Rand: „Hymne““

  1. Ich werde diese Rezension noch viele Male lesen. Und recherchieren. Jünger habe ich angelesen und nicht vermocht weiter zu lesen. Mit Rand geht mir das anders. Das Vorhaben: deinen Verlinkungen folgen, sich einlesen, verstehen wo sich für mich noch Wälle aus Nichtwissen auftürmen. Gerade deshalb bin ich so dankbar für diese momentane Lesegemeinschaft.
    Besonders angesprochen hat mich dein Resümee:
    Der Protagonist wie der Text brilliert in der Widerstandskraft, im Lob der Freiheit. Er will ermutigen, und über Strecken schafft er es auch, bis sich eine gewisse Ratlosigkeit einstellt, was man denn mit der so hart erkämpften Freiheit anstellen möchte. Anstatt sich ein schönes Leben aufzubauen, seine Freiheit 5-3000 zu lieben, zu lesen, zu schreiben, zu dichten und sich auf den Zauber der Welt einzulassen, greift der Protagonist zu den Waffen, denn Ayn Rands Antwort lautet, weiterkämpfen und das Kartenhaus fällt plötzlich und perspektivlos in sich zusammen.“
    Auch mich ließ das Ende von Hymne etwas ratlos zurück, auch ich war irritiert bei der Namensgebung ohne es in Worte fassen zu können. Ich werde deine Rezension versuchen als Grundlagenarbeit für mich zu nutzen.

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