Leon de Winter: „Stadt der Hunde“

Stadt der Hunde von Leon de Winter. Spiegel-Belletristik Bestseller (2/2025)

In der Tradition eines Martin Suters beginnt Leon de Winter seinen Roman Stadt der Hunde reißerisch, schnell auf den Punkt gebracht. Eine Tochter geht verloren, und mit ihrem Verschwinden zerbricht das ganze Leben des Neurochirurgen Jaap Hollander. Stadt der Hunde greift das Trauma vom verschwundenen Kind auf, wie zuletzt auch Daniela Krien in Mein drittes Leben, oder ein anderer bekannter Gegenwartsliterat aus den Niederlanden, Cees Nooteboom, in Allerseelen. De Winter verknüpft dieses existentielle Thema um Tod und Abschied mit dem Nahost-Konflikt, denn die Tochter ist auf einer Birthright-Reise in der Negev-Wüste in Israel verschollen:

In diesem fieberhaften ersten Jahr nach Leas Verschwinden reduzierte Jaap seine Arbeit auf das Nötigste und flog, so oft es ging, nach Tel Aviv, wo er von einem Mitarbeiter der niederländischen Botschaft und jemandem von einer israelischen Regierungsbehörde abgeholt, über eine VIP-Route durch die Flughafengebäude gelotst und zu einem Polizei-Kleinbus gebracht wurde, der ihn in die Wüste fuhr.  […] Später, nach diesem ersten Jahr, als die Israelis ihm eröffnet hatten, dass das Rätsel nicht gelöst werden könne, heuerten er und Sam Guides an, die sie durch den Krater führten, bis die Pollocks die Reise emotional nicht mehr verkraften konnten.
Leon de Winter aus: „Stadt der Hunde“

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