
In die Longlist des deutschen Buchpreises werden stets ein bis zwei sprachlich innovativere Titel aufgenommen, im letzten Jahr bspw. Dorothee Elmigers Die Holländerinnen, und davor Maren Kames’ Hasenprosa. Muri Daridas King Cobra zeichnet sich ebenfalls durch Sprachexperimentiertum aus und lässt sich in der diesjährigen Auswahl als Repräsentant dessen verstehen, was einst Avantgardismus genannt wurde und in der Traditionslinie von Adornos Ästhetik steht. In dieser wendet sich die Form gegen ein Inneres und Stoffliches als zersetzende Kritik einer Gegenwart. Daridas King Cobra steht ganz im Zeichen eines solchen surrealistischen Unternehmens:
„Muri Darida: „King Cobra““ weiterlesenImmer dasselbe: Man ist hier, und hier ist man genau der, der man hier ist, oder die. Und dann ist man dort, und auf einmal ist man nur noch der, oder die, oder das Darüberhinaus, das man dort ist. Wie eine Ente, die lässig durchs Wasser slidet und sich denkt: Das bin ich, ein Wassertier. Dafür bin ich geschaffen. Kinn auf Hals, bisschen paddeln mit der Crew. Und dann watschelt die Ente an Land: Maßlos enttäuscht von sich selbst, vom Schotter, von ihrem ganzen verschissenen Leben, latscht sie frei von Eleganz daher. Kies piekt in ihre Schwimmhaut. Bis ein blonder Hund auf den Teich zugeschossen kommt.
Muri Darida aus: „King Cobra“






