
Sturmhöhe (Wuthering Heights) von Emily Brontë erschien 1847 unter dem Pseudonym Ellis Bell und gilt insbesondere aufgrund seiner Erzähltechnik als ein Schlüsselroman der englischsprachigen Literaturentwicklung, setzt es sich doch ästhetisch von dem gehobenem Ton einer Jane Austen bspw. in Emma (1814) oder vom dynamisch-sprengenden Abenteuererzählstil ihrer Schwester Charlotte Brontë in Jane Eyre (1847) ab. Sturmhöhe weist statt dessen vielmehr auf Romane wie Das Schloß von Franz Kafka oder die Werke aus dem französischen Existentialismus bspw. auf die von Albert Camus, allen voran aber auf die brüchigen, aus den Angeln gehobenen psychodramatischen Strukturen von Fjodor Michailowitsch Dostojewskis u.a. in Die Brüder Karamasoff voraus. In dieser Literaturtradition wird nicht die Welt zum Problem, zum Abenteuer, sondern die eigene innere instabile Persönlichkeit bricht durch:
„Emily Brontë: „Sturmhöhe““ weiterlesen›O, ich verglühe! Ich wollte, ich wäre droben auf den Hügeln von Wuthering Heights! Ich wollte, ich wäre wieder ein Mädchen, verwildert und wetterhart und frei und könnte über Kränkungen lachen, statt darüber rasend zu werden. Warum bin ich so verändert? Warum können ein paar Worte mich so aufregen? Ach, wäre ich nur einmal wieder in der Heide auf den Hügeln drüben – ich würde mich gewiß wiederfinden! Mach noch einmal das Fenster auf; weit! Laß es auf! Schnell, warum rührst du dich nicht?‹
›Weil ich Ihnen nicht den Tod geben möchte‹, entgegnete [Ellen Dean].
›Du meinst, du willst mir keine Möglichkeit zum Leben geben!‹ sagte [Catherine] trotzig. ›Nun, noch bin ich nicht hilflos; ich werde es selbst öffnen!‹
Emily Brontë aus: „Sturmhöhe“










