
Angesichts einer etwas zerbröselnden Weltstimmung scheint der Roman viel weniger geeignet als die Lyrik, um Weltscherbenlese zu betreiben. Wolfgang Schiffer verarbeitet in Ich höre dem Regen zu vor allem den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine und die verblassende Hoffnung auf das vermittelnde Wort. Er setzt hiermit thematisch fort, was in Dass die Erde einen Buckel werfe angeklungen ist, nämlich den erhofften Widerstand des Lebens gegen den Untergangs- und Todeswillen der Menschen, der Traum, ein anderer Mensch könne folgen und friedlicher mit dem Weltall zusammenleben:
„Wolfgang Schiffer: „Ich höre dem Regen zu““ weiterlesenDie Pappeln würden weiter stehen und wachsen,
die Winde würden wehen, die Blumen blühen,
jedem Sommer, der Herbst, der Winter,
ein Frühling und ein neuer Sommer folgen,
jeder Nacht ein Tag und eine neue Nacht.
Und ich schließe für einen Augenblick die
Augen und denke: und mir ein anderer Mensch.
Wolfgang Schiffer aus: „Ich höre dem Regen zu“

