
Zauberberg 2, Heinz Strunks neuester Roman, steht in einer langen und sehr gepflegten und wohlbehüteten Erzähltradition: die des an seiner eigenen Monomanie zugrunde gehenden männlichen Individuums. Von der Klassik, bspw. Johann Wolfgang Goethes Die Leiden des jungen Werther, über Franz Kafkas Der Proceß in der Moderne bis hin zu Christoph Heins Der Tangospieler oder Michel Houellebecqs Vernichten in der Gegenwart finden sich stets wieder die Romane über Einzelgänger, die mit sich und der Welt abzuschließen versuchen und denen es auch meist gelingt und zwar oft final. Strunk kennt fast kein anderes Thema. Seine Protagonisten konfrontieren sich krass und gnadenlos mit sich selbst und ziehen eine erbarmungslose Bilanz:
„Heinz Strunk: „Zauberberg 2““ weiterlesenAm Horner Kreisel nimmt er die Ausfahrt auf die A24 Richtung Berlin. Autos rauschen in schmutzig aufsprühenden Tropfenschleiern an ihm vorbei, Schneeregengrau spritzt gegen seine Windschutzscheibe. Sein Gesicht im Rückspiegel: kein schöner Anblick. Ein Pseudointellektueller, Kindergreis, Woody Allen junior, fahl, käsig, kränklich, die Augen rot und verschwommen, als hätte jemand Salz hineingestreut. Außerdem wirkt seine Miene völlig ausdruckslos, obwohl ja so viel in ihm vorgeht.
Heinz Strunk aus: „Zauberberg 2“




