Platon: „Das Höhlengleichnis“

Platon: „Das Höhlengleichnis“
Allegorische Schattenspiele aus der Antike.

Das Höhlengleichnis von Platon befindet sich im 7. Buch von seinem Hauptwerk Der Staat [Politeia], das ungefähr vor 2400 Jahren niedergeschrieben worden ist. Das Gleichnis gilt als einer der Schlüsseltexte der abendländischen Philosophie und dient oft als vermeintlich einfache Einführung in die philosophische Erkenntnistheorie der Antike oder gar in die Philosophie überhaupt. Zu diesem Zwecke wird es oft als alleinstehende Allegorie auf das menschliche Dasein, vom Wissen und Nichtwissen, Sein und Schein herangezogen. Im Folgenden nun der Versuch zu zeigen, dass das Höhlengleichnis ganz und gar nicht einfach ist. Die Bildsprache erzeugt ein in sich widersprüchliches Bild, das den Unterschied zwischen abstrakter und konkreter Begriffsbildung eher verschleiert als aufklärt.

„Platon: „Das Höhlengleichnis““ weiterlesen

Kalenderwoche 34/35. Lesebericht.

Viel Platon gelesen, mich mit Kummer aller Art von Mariana Leky amüsiert und Ferdinand von Schirach zur Kenntnis genommen. Die Mühe mit Platon hat sich jedenfalls gelohnt. Im Gegensatz zu den kürzeren Dialogen spannte Der Staat eine ganze Bandbreite an Problemen auf und bearbeitete sie über Hunderte von Seiten immer wieder aus mehreren Perspektiven aus. Hierdurch entstand ein sehr lebendiger Eindruck von Platons Metaphysik, der ich schriftlich noch diese Woche etwas nachgehen und nachspüren möchte. Die Zahlenmystik der Pythagoreer hat mich etwas abgehängt – die Verhältnisse von Rechtecken, von platonischen Zahlen, das Oblong sind mir ein Rätsel geblieben. Wahrscheinlich werde ich nach Der Staat nun auch noch einmal Lukrez Die Welt aus Atomen zur Hand nehmen. Warum ich aber plötzlich in die antike Philosophie gerutscht bin, weiß ich nicht. Lukrez schlägt jedenfalls einen viel fröhlicheren Ton an als der etwas resignative Platon:

Aber an keinem Teil dagegen kann und zu keiner
Zeit das stofflose Leere ertragen irgend etwas nur,
ohne, was seine Natur verlangt, ihm [dem Wasser] weiter zu weichen.
Darum muss auch alles hindurch durch das ruhige Leere
gleichschnell, obschon mit Gewichten die ungleich, erregt sich bewegen.

Lukrez aus: „De rerum natura – Welt aus Atomen“
„Kalenderwoche 34/35. Lesebericht.“ weiterlesen