Nach dem Erläutern des Kunstbegriffs als sinnliches Scheinen der Idee und den Maßstäben des Gelingens des Kunstschönen, die in der Zwecklosigkeit, in der Phantasie und der Organizität bestehen, will ich im abschließenden Teil meiner Besprechung über Hegels Vorlesungen über die Ästhetik auf die Kunstentwicklung und die für Hegel ausgezeichneten Höhepunkte und Kunstwerke als Paradigmen seiner Ästhetik zu sprechen kommen, um dann das berühmt-berüchtigte Diktum über das Ende der Kunst zu diskutieren, das, um keine falschen Hoffnungen zu wecken, lediglich die Gestalt eines besonderen Wissens in der ästhetischen Selbsterfahrung und selbstredend nicht die künstlerische Produktion schlechthin betrifft. Die Evolution der Kunst beschreibt Hegel wie folgt:
Dies wäre im allgemeinen der Charakter der symbolischen, klassischen und romantischen Kunstform als der drei Verhältnisse der Idee zu ihrer Gestalt im Gebiete der Kunst. Sie bestehen im Erstreben, Erreichen und Überschreiten des Ideals als der wahren Idee der Schönheit.
G.W.F. Hegel aus: „Vorlesungen über die Ästhetik“
In seinen Vorlesungen über die Ästhetik unterscheidet Hegel diese drei Kunstformen, die einerseits Disziplinen zugeordnet sind, andererseits Geschichtsepochen charakterisieren. Die symbolische Kunstform verwirklicht sich in der Architektur und, vorzugsweise, im alten Ägypten; die klassische in der Skulptur und im antiken Griechenland, wohingegen die romantische in der Malerei und in der Renaissance des Mittelalters zum Höhepunkt gelangt. Alle Kunstformen existieren nebeneinander in den verschiedenen Epochen, wobei die Musik und die Poesie mit der christlichen Religion und der Verwirklichung der abendländischen Philosophie in der Aufklärung und Epoche Hegels die Kunst als Erkenntnismedium ausklingen lassen.
„Georg Wilhelm Friedrich Hegel: „Vorlesungen über die Ästhetik“ (iii: Ende der Kunst)“ weiterlesen










