Fiona Sironic: „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft von Fiona Sironic. Shortlist Deutscher Buchpreis 2025.

Sironic‘ Debütroman mit dem langen Titel Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft erinnert nicht nur durch diesen an Julia Josts Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht. Beide Romane lassen sich als Coming-of-Age Texte betrachten. Beide behandeln eine gleichgeschlechtliche Liebe und verhandeln zudem heißdebattierte politische Konfliktfelder. Tendiert Jost aber mehr zum Humor, zur verspielten, sich über die Dinge erhebenden Wortakrobatik, lässt sich Sironic tief in den Ernst ihrer eigenen Romanwelt fallen und nimmt hierdurch kommunikativ-parabelhafte Züge von Romanen wie bspw. Die Welle von Todd Strasser oder Die grüne Wolke von A.S. Neill an. Wie in Neills Jugendbuch spielt auch Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft  in einem apokalyptischen Weltszenario. Bei Sironic herrschen durch den Klimawandel Artensterben, Waldbrände und Hitzetode:

Ich höre im Stream von der erhöhten Sterberate. Von den Hitzetoden, die schon lange mehr geworden sind, aber inzwischen ein absurdes Hoch erreichen. Man käme nicht mehr hinterher. Eine Verringerung der allgemeinen Lebenserwartung. Ich denke an Opa, der einfach eines Tages umgefallen ist. Damals war das noch jung, 65. Wir schauen weniger auf die Endgeräte in diesen Tagen. Eine Art Alltag schleicht sich ein. Anfangs logge ich mich hin und wieder bei dem Account unserer Schule ein, überprüfe ausstehende Abgaben, bis ich es vergesse. Es hat nichts mehr mit mir zu tun.
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