Immanuel Kant: „Die Kritik der Urteilskraft“ (ii: Maßstäbe)

Kritik der Urteilskraft von Immanuel Kant
Kritik der Urteilskraft von Immanuel Kant.

Nach der Rekonstruktion der ästhetischen Urteilskraft und den subjektiven Bedingungen der Möglichkeit, einen Gegenstand als schön zu erfahren, möchte ich in diesem Teil über die Bedingungen auf der Gegenstandsseite, also über ihre ästhetische Zweckmäßigkeit, Vermutungen anstellen, über die Kant so gut wie fast gar nichts in Die Kritik der Urteilskraft verlautbaren lässt. Die Frage stellt sich also dahingehend, welche Eigenschaften muss ein Gegenstand besitzen, welche darf er nicht haben, um als schön erscheinen zu können. Vor diesem Hintergrund lässt sich ein Grundzug der Kantischen Ästhetik interpolieren und mit den historisch verbürgten Beispielen von Kunstwerken plausibilisieren, die Kant gemocht hat. Sicherlich betont Kant an mehreren Stellen, hierin David Hume verwandt, dass Schönheit mehr im Urteilenden als im Beurteilten liegt:

Dasjenige Subjektive aber an einer Vorstellung, was gar kein Erkenntnisstück werden kann, ist die mit ihr verbundene Lust oder Unlust; denn durch sie erkenne ich nichts an dem Gegenstande der Vorstellung, obgleich sie wohl die Wirkung irgend einer Erkenntnis sein kann. Nun ist die Zweckmäßigkeit eines Dinges, sofern sie in der Wahrnehmung vorgestellt wird, auch keine Beschaffenheit des Objekts selbst (denn eine solche kann nicht wahrgenommen werden), ob sie gleich aus einem Erkenntnisse der Dinge gefolgert werden kann.

Immanuel Kant aus: „Die Kritik der Urteilskraft“

Kants Beispiele von schönen Dingen

Kants Ästhetik gilt als formalistisch und vermeidet (fast) jeden wirklichen Gegenstandsbezug, dennoch lassen sich einige wichtige Grundrichtungen aus Die Kritik der Urteilskraft herauslesen, zuvörderst Kants Vorliebe für die Naturschönheit, die das Maß aller Schönheit selbst darstellt. Kant nimmt häufig Bezug auf Naturgegenstände, Gärten, Bäume, rieselnde Bäche und wogende Wälder oder tosende Ozeane. Blumen stehen jedoch in welcher Form auch immer weit vorne:

Um etwas gut zu finden, muß ich jederzeit wissen, was der Gegenstand für ein Ding sein solle, d.i. einen Begriff von demselben haben. Um Schönheit woran zu finden, habe ich das nicht nötig. Blumen, freie Zeichnungen, ohne Absicht in einander geschlungene Züge, unter dem Namen des Laubwerks, bedeuten nichts, hängen von keinem bestimmten Begriffe ab, und gefallen doch.
[…] Ob ein Kleid, ein Haus, eine Blume schön sei: dazu läßt man sich sein Urteil durch keine Gründe oder Grundsätze beschwatzen.
[…] Blumen sind freie Naturschönheiten. Was eine Blume für ein Ding sein soll, weiß, außer dem Botaniker, schwerlich sonst jemand;

Es gibt noch weitere Stellen. Schönheit selbst findet Kant vor allem im Ornamentalen, im Dekor, auf Hüten und Tapeten, aber auch in Gärten und wohlangelegten Spazierpfaden. Die zwecklose Zweckmäßigkeit erscheint offensichtlich dort am leichtesten, wo ein Zweck erst unter großen Aufwand erfunden werden müsste. Da die Schönheit aus dem freien Spiel zwischen Verstand und Einbildungskraft, also der in sich bewegt bleibenden Perzeption hervorgeht, erweisen sich verspielte Formen geeigneter als bspw. strenge geometrische, die viel zu sehr auf intendierte Parallelität und Rechtwinkligkeit hin konstruiert worden sind:

Alles Steif-Regelmäßige (was der mathematischen Regelmäßigkeit nahe kommt) hat das Geschmackwidrige an sich: daß es keine lange Unterhaltung mit der Betrachtung desselben gewährt, sondern, sofern es nicht ausdrücklich das Erkenntnis, oder einen bestimmten praktischen Zweck zur Absicht hat, lange Weile macht.

Langeweile, also Übersichtlichkeit und so auch Berechenbarkeit erscheinen als geschmackswidrig und einer Schönheitserfahrung abträglich. Selbiges nennt er an Gärten, die zu geplant wirken, sodass er sich von einem wildwuchernden Wald lieber überfordern lässt. Nicht nur das Steif-Regelmäßige, auch das allzu auf Reiz Ausgehende erschwert das freie Spiel des Erkenntniskräfte. Farben und Töne bieten für ihn nicht das Hauptmoment einer ästhetischen Erfahrung, vielmehr die Komposition, die Zusammenstellung, die strukturierte Harmonie bei Kunstobjekt:

Der Reiz der Farben, oder angenehmer Töne des Instruments, kann hinzukommen, aber die Zeichnung in der ersten und die Komposition in dem letzten machen den eigentlichen Gegenstand des reinen Geschmacksurteils aus; und daß die Reinigkeit der Farben sowohl als der Töne, oder auch die Mannigfaltigkeit derselben und ihre Abstechung zur Schönheit beizutragen scheint, will nicht so viel sagen, daß sie darum, weil sie für sich angenehm sind, gleichsam einen gleichartigen Zusatz zu dem Wohlgefallen an der Form abgeben […]

Es ist klar, dass sich hieraus die Ablehnung von schroffen Gegensätzen anfügt, Stetigkeit in der Anlage bevorzugt wird, und sowieso jedwede Provokation und Überreizung Ablehnung finden. Seine Ästhetik lädt vielmehr zu Irritation, Schwebung, Interferenzen und Verspieltheit ein, eine Art Wohlfühlgelände, in welcher ein kritischer, auf Argumente bezogener Geist nicht provoziert wird, zwischen gut/böse und richtig/falsch zu unterscheiden. Die Betonung des freien Spiels der Erkenntniskräfte bei Kant legt nahe, dass ihm das Schöne (und auch das Erhabene) eher zur Belebung, zur Geisteserfrischung, zur Überraschung diente.

Also ist das Wohlgefallen [im Falle der Schönheit] mit der Vorstellung der Qualität [… verbunden …] indem dieses (das Schöne) directe ein Gefühl der Beförderung des Lebens bei sich führt, und daher mit Reizen und einer spielenden Einbildungskraft vereinbar ist […]

Kants Ästhetik vertritt eine geminderte Intensität, ein gedämpftes Spielen, das Vermeiden von Heroismus und Pathos, von künstlich erzeugten Spannungen, Voyeurismus und abrupten, zusammenhangslosen Fragmentierungen. Es sind auch die Details, die für ihn zählen, Zierat, Blumen an Hüten, Schmuck, Ringe, Dosen, sogar Tapeten, Bordüren, jedwedes schöne Ameublement zählt für ihn zur Malerei und beschäftigt die ästhetische Urteilskraft, die in den austarierten Proportionen sein ihm gemäßes Zuhause findet.

Spiel als Freiheit

In der Kantischen Philosophie liegt der Akzent auf der Freiheit, auf Mündigkeit, aber vor allem auf der Möglichkeit, den inneren wie äußeren Zwängen durch Willenskraft zu entkommen und eine Lücke in die Kette der abfolgenden Determinismen zu reißen. So begreift er die Freiheit in Die Kritik der praktischen Vernunft, die absolut und die ganze Würde des Menschen absichert, nämlich in der vollzogenen und verwirklichten Impulskontrolle. Die Freiheit in Die Kritik der reinen Vernunft liegt in der Spontaneität der Einbildungskraft, die aber erst in Die Kritik der Urteilskraft zu ihrer vollen Entfaltung gelangt. Auch in der Ästhetik liegt also für Kant der Akzent in der Milderung, Läuterung, in der Distanz, Reinigung und Ruhe:

Aber wo nur ein freies Spiel der Vorstellungskräfte (doch unter der Bedingung, daß der Verstand dabei keinen Anstoß leide) unterhalten werden soll, in Lustgärten, Stubenverzierung, allerlei geschmackvollem Geräte u.d.gl. wird die Regelmäßigkeit, die sich als Zwang ankündigt, so viel möglich vermieden; daher der englische Geschmack in Gärten, der Barockgeschmack an Möbeln die Freiheit der Einbildungskraft wohl eher bis zur Annäherung zum Grotesken treibt, und in dieser Absonderung von allem Zwange der Regel eben den Fall setzt, wo der Geschmack in Entwürfen der Einbildungskraft seine größte Vollkommenheit zeigen kann.

Kant identifiziert den Bereich des Schönen als den, worin sich kein äußerer Zwang der Einbildungskraft aufzwängt, worin sich das Erfassen und Wahrnehmen frei entfaltet und sich nicht gegen Eindrücke, kausale Zusammenhänge oder diskursive Motive erwehren muss. In diesem Sinne vertritt Kant eine Kunstautonomie, von Intentionen und Motiven eines Kunstschaffenden möchte er nichts wissen. Er geht sogar so weit, dass ein schöner Vogelgesang, sobald er sich als Imitation herausstellt, kein schöner Gesang mehr sei, da dieser nun mit einer Intention in Zusammenhang stehe, der gewollten Imitation der schönen Natur. Im Schönen soll sich der Mensch entspannen, beruhigen dürfen. Dieses Motiv nimmt Friedrich Schiller in seinem berühmten Satz aus dem 15. Brief in Über die ästhetische Erziehung des Menschen auf:

Mithin thut sie auch den Ausspruch: der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, und er soll nur mit der Schönheit spielen. Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Friedrich Schiller aus: „Über die ästhetische Erziehung des Menschen

Immanuel Kant entspinnt hieraus aber keine Pädagogik und Erziehung wie Friedrich Schillers eher engagierte und politische Befreiung anvisierende und Mündigkeit zu stiften versuchende Ästhetik. Ihm steht vielmehr ein Spiel vor Augen, das sich in keiner Weise anders als durch Autonomie in die Gemeinschaft einbettet, als Freiraum, als Unendlichkeitsraum der Selbsterfahrung der dadurch in Geselligkeit geratenen Erkenntniskräfte. Das Spiel kennt also keine anderen die Regeln, als die es sich selbst gibt. Es nimmt darum kein Wunder, dass Kant besonders Schelmenromane mochte, also Romane, die kunterbunt fabulieren und ausschweifen, Umwege nehmen, aus Lust an der Erzählfreude berichten und hinzufügen. Verbürgter Weise las er außerordentlich gern Cervantes‘ Don Quijote, Laurence Sternes Tristram Shandy und vor allem Henry Jones‘ Tom Fielding:

In der That ist wahre Natur bei Schriftstellern ebenso rar und ebenso selten zu haben, als Bajonner Schinken und Bologneser Socisgen bei den Schlächtern. Die Hauptsache aber, um bei einerlei Metapher zu bleiben, besteht in der Kochkunst des Autors, anzurichten; denn, wie Pope sagt:

Witz ist Natur, in schöner Form zu Tisch gebracht,
Mit neuem Reiz gesagt, was vor schon oft gedacht. 

Eben das Tier, dem die Ehre widerfährt, daß ein Teil seines Fleisches an der Tafel eines Fürsten verzehrt wird, kann vielleicht in andern Teilen sehr erniedrigt werden, und einige seiner Glieder in der stinkendsten Wildbude der Stadt gleichsam wegen Missethat hängen. […] Auf eben die Weise besteht die Vortrefflichkeit einer Geistesmahlzeit weniger in der Materie der Speise, als in der Geschicklichkeit des Autors, solche hübsch zu- und anzurichten.

Henry Fielding aus: „Tom Jones

Kants Ästhetik bleibt darin formalistisch, dass die Art und Weise, wie erzählt, wie gemalt, wie musiziert und gegärtnert wird, eine herausragende Rolle dafür spielen, ob das Werk frei, ohne Belastung, ohne Sorge und im Kopf herumschwirrenden Argumenten rezipiert werden kann. Das ästhetische Vorbild bleibt die autopoietische Natur, die Schönheit von Stillleben, das Dekor und das verspielte, vorwitzige, das die Begriffe ins Rollen bringende Narretei-Erzählen, wie Kant es auch nach seinen berühmten Biographen Karl Vorländer in Jean Pauls Romanen gefunden hat:

Aus seinen Altersjahren berichtet Dohm, dass Kant alles, was Jean Paul schreibe, mit der größten Begierde lese (1797), und 1800 teilt er Jean Paul selbst mit, Kant liebe und lobe seine Schriften sehr und empfehle sie bei jeder Gelegenheit.

Karl Vorländer aus: „Immanuel Kant. Der Mann und das Werk.

Wie alle Schelmenromane besteht Jean Pauls Schreibweise, bspw. in Siebenkäs, vor allen Dingen auch darin, mit viel Witz für sprachliche Überraschungen, Assonanzen und poetische Überlagerungen zu sorgen, die das Gemüt erkenntnistheoretisch in Suspension halten. Jean Paul stimmt mit seiner Verehrung für die Naturschönheit mit Kant überein, der in Die Kritik der Urteilskraft erklärt, dass

die unmittelbare Lust am Schönen der Natur gleichfalls eine gewisse Liberalität der Denkungsart, d.i. Unabhängigkeit des Wohlgefallens vom bloßen Sinnengenusse, voraussetzt und kultiviert […]

und dieses als die Freiheit im Spiele vorstellt, das im Gegensatz zum gesetzlichen Geschäfte steht. So betont Jean Paul in seiner Vorschule der Ästhetik ebenfalls das Freie und Unbegrenzte:

Es ist in allen diesen Beispielen nicht das Erhabene, das, wie gedacht, so leicht ins Romantische verfließt, sondern das Weite, welches bezeichnet. Das Romantische ist das Schöne ohne Begrenzung, oder das schöne Unendliche, so wie es ein erhabenes gibt. So ist Homer im angeführten Beispiel romantisch, indes er da, wo Ajax in der verfinsterten Schlacht um nichts weiter die Götter anfleht als um Licht, bloß erhaben ist. Es ist noch ähnlicher als ein Gleichnis, wenn man das Romantische das wogende Aussummen einer Saite oder Glocke nennt, in welchem die Tonwoge wie in immer ferneren Weiten verschwimmt und endlich sich verliert in uns selber und, obwohl außen schon still, noch immer lautet. Ebenso ist der Mondschein zugleich romantisches Bild und Beispiel.

Jean Paul aus: „Vorschule der Ästhetik

Wie sich nun im abschließenden letzten Teil zeigt, erweist sich Kants und in Bezug auf Literatur auch Jean Pauls Ästhetik als durchaus für die moderne und stellenweise auch avantgardistische Kunst geeignet, da sie weniger an einem harmonischen, organischen Werkbegriff mit auf Einheitlichkeit abzielenden Expressionsmitteln festhält als an das freie Spiel freier Erkenntniskräfte, insolange der Kunstgenuss nicht von außen instrumentalisiert und dadurch pathologisiert wird.

7 Antworten auf „Immanuel Kant: „Die Kritik der Urteilskraft“ (ii: Maßstäbe)“

  1. Ach ja, du beantwortest damit ein Stück weit meine Frage zu seinem Kunstverständnis ohne Inhalt in Bezug auf Literatur. Kann ich soweit nachvollziehen und mitgehen.
    Aber weißt, welches Buch mir jetzt in den Sinn kommt?
    „Tod des Vergil“. Denn rein formal macht Broch genau das was du zu Jean Paul zitierst: „wenn man das Romantische das wogende Aussummen einer Saite oder Glocke nennt, in welchem die Tonwoge wie in immer ferneren Weiten verschwimmt und endlich sich verliert in uns selber und, obwohl außen schon still, noch immer lautet.“ Nur, dass nach Kant, wie du schreibst, eine erkenntnistheoretische Suspension dadurch erreicht wird. Na, und das macht Broch nicht. Die Wellen des Klangs, sind bei ihm die Erkenntnismomente die durchlaufen und erlebt werden. Nach Kant müsste “ Tod des Vergil“ als „schön“ durchfallen, seiner Ästhetik widersprechen richtig?
    Brochs Werk ist reinste Empfindung, Körperlichkeit. Das Kunstwerk wird selbst zum Perzept und Affekt. Dh. die Form ist Empfindung.

    Wie denkst du würde er auf dieses Werk blicken und argumentieren?

    1. Diese Frage lässt sich, denke ich, leicht beantworten: Kant mag nichts Pathetisches, er mag nichts Lyrisch-Freies. Er will in der Distanz besänftigt von schönen Formen beruhigt werden. Er mag eher das Spiel, die nicht intensive Emotion, als das Geplätscher, das Rieseln des Baches, die schönen Blätter, Blumen, einen beruhigenden Gang durch den Garten – das ist für ihn Kunst und Schönheit, vor allem die Harmonie einer wachsenden, sich nicht aufdrängenden Natur. Broch dagegen kämpft gegen die Intensität mit Intensität. Er will sich nicht überwältigen lassen – diesen Kampf würde Kant als unschön, zweckgerichtet und manipulativ betrachten, als eine Form Aufdringung. Ihm steht die Literatur eines frühen Wieland und der Engländer nahe. Broch würde abgefertigt werden als roh, barbarisch und romantisch, schwülstig und unerträglich selbstverliebt und intensiv, ja, das, von Kant eher verpönt, erotomanisch Lyrische. Wie auch Hesse. Überall dort, wo ein Zipfel der Libido sich zeigt, steigt Kant aus – er will in der Kunst von der Drangsal der Triebe befreit werden, ohne dass diese Triebe wie bei Broch durchschritten werden, er will einfach so tun, als gäbe es nur das sanfte Ineinandergreifen des Vernünftigen.

      1. …. früher Wieland? Alles was ich bisher von Wieland gelesen habe ist didaktisch bis pädagogisch, also zweckgerichtet. Aber ich sehe gerade, dass ich nur von den späteren Werken sprechen kann. Hast du in sein Frühwerk hineingelesen? Mich würde sehr wundern, wenn die pietätische Phase frei von dieser Pädagogik gewesen wäre.
        Es stimmt Wieland ist verspielt ohne pathetisch zu sein. Ihn aber nicht zweckgerichtet zu lesen ist ne Kunst….

      2. Kant mag pädagogisch – er mag libidinös nicht. Pädagogisch ist solange kein Problem, solange es sanft, reflektiert, vor sich hin plätschernd ist. Dass er Wieland mag, ist belegt wie auch Jean Paul. Ich selbst habe noch gar nichts von Wieland gelesen, nur hineingelesen und die Form, die Kant mag, bestätigt gefunden. Für Kant wäre ein Zweck, dich anzustacheln, aufzuwiegeln, dich anzuregen, zu gruseln, etc … dass wäre für ihn ästhetisch ein Zweck, denke ich, mehr oder weniger, oder ausschließlich zu informieren oder so. Macht es das verständlicher?

      3. So wie du das erklärst oder auslegst wird der Begriff der Zwecklosigkeit sehr beliebig. Und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Kant dahingehend so verwaschen war. Nee, das muss nen anderen Grund haben. Müssen wir aber nicht weiter drüber reden. Ist besser ich lese diese Sachen irgendwann selber. Macht sonst keinen Sinn.

      4. zur Ergänzung, weil das grad etwas harsch klang. Ich wollte dir damit nicht Verwaschenheit unterstellen. Mir ist klar, dass das aus dem Versuch des einfachen Erklärens resultiert und du einen deutlich anspruchsvolleren, komplexen Umgang damit hast. Nur komme ich zu immer demselben Ergebnis. Es hilft mir nichts, wenn ich die Werke nicht selber kenne, darüber zu sprechen (schreiben), selbst wenn es ich daran Interesse habe. Dafür sind diese Werke zu verwoben und kompliziert in den Gedankengängen, als dass du das dann vernünftig für mich runterbrechen könntest. Da hängt halt ein kompletter Begriffsapparat dran und ich merke, dass meine Fragen völlig verfehlt und Banane wirken, da zuviel Kontext fehlt und ich an dem was Kant eigentlich sagt, Meilen vorbeischieße.

  2. Ohh… mit dem was ich zu „Tod des Vergil“ geschrieben habe, trete ich Kants transzendentalem Subjekt in den Arsch, stelle ich gerade fest 😁… das ist eine Ebenenverschiebung auf die er gar nicht reagieren kann, richtig? Jedenfalls nicht so wie ich das ausführe…

    Mh und wieder hänge ich da, möchte etwas verstehen und kann es nicht, weil ich auf einer anderen Ebene frage. Immerhin diesmal gemerkt.

    Naja, nichtsdestotrotz lesen sich deine Ausführungen herrlich leichtfüßig, verständlich. Macht Spaß! 😃

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