Leh-Wei Liao: „Glaszeit“

Glaszeit von Lei-Wei Liao
Glaszeit von Lei-Wei Liao. Longlist Deutscher Buchpreis 2026.

Glaszeit von Lei-Wei Liao bearbeitet assoziativ-schweifend eine problematisch gewordene Mutter-Tochter-Beziehung. Der Roman steht durch seinen Stil in einer Reihe mit anderen Gegenwartsliteraturen, die eine ähnliche schwebende-impressionistische Erzählweise anstimmen. Zu diesen Texten gehören Joshua Groß‘ Prana Extrem, Maren Kames‘ Hasenprosa, oder Kaleb Erdmanns Die Ausweichschule. In dieser Formsprache stehen das überraschende Detail und die außergewöhnlich differenzierte Selbstbeobachtung der Hauptfiguren im Vordergrund, die noch jeder Regung körperlich und psychologisch in sich nachfühlen und die insofern als Hypersensibilismus bezeichnet werden könnte, als eine reizoffene, überfeinerte, dauerreflexive Haltung der Erzählwelt gegenüber. In Glaszeit steht eine in der Bundesrepublik geborene und aufgewachsene Intensivstationsärztin namens Novana im Zentrum des Geschehens, die mit dreißig Jahren zurück in das Geburtsland ihrer Mutter zieht, nach Taiwan, denn in Deutschland hat sie sich, auch durch ihre Mutter M., nie so richtig wohl gefühlt:

M. sagte, die Deutschen seien fantasielos. Sie hielten sich an Regeln, und die Fantasielosigkeit würde man bereits an der Pünktlichkeit erkennen. M. machte chhhh und ckkkk und regte sich über die Umständlichkeit in der deutschen Grammatik auf, die gesprochene Bürokratie. Das sei, weil sie keine Subtext-Sprache hätten, sagte M., keine Wörter, die alles Mögliche bedeuten könnten und Menschen zu einer feinen Wahrnehmung für Zwischentöne erziehe. M. sagte, die Deutschen seien viel zu ernst. Das kalte Essen mache sie innerlich kalt. M. sagte, von Brot werde man dumm. All ihre Sätze machten es schwer, mich in Theos Familie wohlzufühlen. Es fühlte sich an, als würde ich M. verraten, wenn ich Brot aß, und so lernte ich nie, es zu schneiden, eine einzelne, kleine Loyalitätsbekundung.

Leh-Wei Liao aus: „Glaszeit“

Inhalt/Plot:

Der Roman setzt mit der überraschenden Fast-Begegnung zwischen Mutter und Tochter in Taipei an. Novana sieht ihre Mutter auf einer Videoleinwand, nach achtzehn Jahre zum ersten Mal, denn so viele Jahre sind vergangen, seitdem die Mutter von einem Tag auf den anderen spurlos aus dem Leben ihrer Tochter verschwunden ist. Vom unbekannten Vater isoliert, muss die zwölfjährige Novana zu ihrem besten Freund Theo und dessen reiche Eltern ziehen. Theo, der sich immer stärker über die Jahre in Novana verliebt, plant ein gemeinsames Leben mit ihr. Als sie ein Haus kaufen wollen, trennt sich Novana aber abrupt und zieht ohne weitere Erklärung nach Taiwan. Zu dem Zeitpunkt, als sie ihre Mutter in Taipei auf der Videoleinwand sieht, sind wiederum ein Jahr seit der Trennung von Theo ins Land gegangen, und auch mit ihm hat sie seitdem nicht reden wollen oder können. Ihr Ziehvater, den sie Prof nennt, aber Klaus heißt, hat eine Nachricht auf ihrem Telefon hinterlassen, die sie sich aber nicht abzuhören traut. Einzelgängerisch, sich mit Sexdates ablenkend und auf sich gestellt arbeitet sie in Taipei in einem Klinikum und kümmert sich um Säuglinge, die zu früh auf die Welt gekommen sind und in Inkubatoren unter anderem von ihr aufgepäppelt werden:

Lianlian lag sediert in ihrem Inkubator. Leicht ödematös, insgesamt kreislaufinstabil, aber kompensiert. Ich zog mir Handschuhe an und öffnete eine Luke. Das Stoma befand sich auf der rechten Unterbauchseite. Minimale serös-blutige Sekretion. Die Hautumgebung gerötet, aber nicht nässend, kein Zeichen von Nekrose. Ich tastete ihren Bauch ab. Weich, keine Abwehrspannung. Sie bewegte sich nicht. Nur das mechanische Geräusch der Beatmung, zu dem sich ihr Brustkorb hob und senkte. Ich schloss die Luke. […] Ich sah eine Weile auf den Monitor. Dachte daran, dass ich nicht vergessen sollte, Paracetamol hinzuzufügen, zur Opiatreduktion. Schließlich zog ich meine Handschuhe aus und desinfizierte meine Hände. Es war nicht klar, ob sie es schaffen würde.

Glaszeit handelt nun darüber, wie oder unter welchen Umständen es Novana gelingen könnte, sich ihren Mitmenschen gegenüber wieder zu öffnen, denn weder schafft sie ein offenes Verhältnis zu ihren wohlhabenden Zieheltern zu unterhalten, noch mit ihrem verständnisvollen Ex-Freund zu reden, noch den Menschen in der Klinik zu trauen oder in Kontakt mit ihrer Mutter zu treten, die eine Ausstellung ihrer Werke in Taipei begleitet. Als treibende Kraft dieser Entwicklung wirkt die Liebe zu Sihan, der Tochter ihrer Chefärztin, die sie zufälligerweise bei einem Karaoketreffen kennenlernt und in die sie sich daraufhin Hals über Kopf verliebt. Statt sich nach dem Treffen zu verabschieden, begleitet sie Sihan nach Hause und just bei diesem Streifzug durch Taipei sieht sie M. auf der Videoleinwand in der Mall:

Sihan war unmerklich schneller geworden. Ich musste aufpassen, sie in der Menschenmenge nicht zu verlieren. Essensgeschäfte reihten sich aneinander, die meisten waren voll. Bots feuerten Fake News schneller heraus, als Menschen einordnen oder hinterfragen konnten, sagte Sihan. Sie klang atemlos. Vom Cyberkrieg noch gar nicht zu sprechen. Während Sihan redete, lag in ihren Augen eine Dringlichkeit, die sich anfühlte, als wäre ich persönlich gemeint. Ich wandte meinen Blick ab, weil ich ihre Intensität nicht ertrug. Und dann sah ich M. Everything alright?, fragte Sihan, als wir uns nach der Umarmung wieder gegenüberstanden, nur eine Armlänge voneinander entfernt.

Vom Stoff her klar im Bereich Familie angesiedelt, erinnert der Plot enorm an Kaveh Akbars Times-Beststeller Märtyrer, in welchem ein Sohn seine verstorben geglaubte Künstlermutter ebenfalls zufällig nach Jahrzehnten im Rahmen einer Ausstellung wiedertrifft und über diese Begegnung erst einmal hinwegkommen muss. Beide Eltern-Kind-Beziehungen stehen im Zusammenhang mit internationalen Konflikten, bei Akbar der USA-Iran, in Glaszeit der China-Taiwan-Konflikt, und beide etablieren sich zum ersten Mal in einer homoerotischen Beziehung und kämpfen mit Drogen und Verlustängsten. Zudem verhandeln beide Romane zugleich das Fremdsein und das Fremd- und Wurzellosfühlen, die Vielsprachigkeit und die Problematik, nirgendwo richtig dazugehören zu können und dies, obwohl die Mitmenschen der Hauptfiguren ihnen keinerlei Steine in den Weg legen. In diesem Sinne stellt die Selbstwahrnehmung und der Versuch der Selbstakzeptanz der Figuren den eigentlichen Plot dar.

Vollständige Inhaltsangabe mit Spoilern hier.
Stoffbereich: Generationen mit Plot: Prekäre Kindheitserfahrungen   

Stil/Sprache/Form:

Romane, die das Bewusstsein einer Figur und den inneren Konflikt dieser austragen, werden vornehmlich und konsequenterweise in der Ich-Erzählposition verfasst. Paradigma stellt hier sicherlich Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit dar. Die gleichsam brüchige Variante dieser Literaturästhetik hat Samuel Beckett mit Der Namenlose vorgelegt. Glaszeit spielt sich nun genau zwischen diesen beiden Polen ab, zwischen dem synthetisch, die Zeit zusammenraffenden, erhaltenden Gestus eines Prousts und dem dissoziativen, sich völlig dem Moment und der Erinnerungslosigkeit anheimgebenden Beckett.

Ja, aber ich bin eben weit weg von meinen Türen, weit weg von meinen Mauern, man müßte den Schließer wecken, es gibt sicher irgendwo einen, auch weit weg von meinem Thema, kehren wir dahin zurück, es ist nicht mehr da, nicht mehr da, wo ich es zu sehen geglaubt hatte, merkwürdig diese Mischung von Hartem und Flüssigem, nicht mehr das gleiche, oder aber ich habe mich im Ort geirrt, doch, es ist das gleiche, immer noch da, am gleichen Ort, es ist schade, ich hätte es verlieren mögen, ich hätte mich verlieren mögen, ich möchte mich verlieren wie früher, als ich noch Phantasie hatte, die Augen schließen und in einem Wald sein, oder am Ufer des Meeres, oder in einer Stadt, wo ich niemanden kenne, es ist Nacht, alle sind heimgekehrt, ich gehe durch die Straßen, ich stürze mich von einer in die andere, es ist die Stadt meiner Jugend, ich suche meine Mutter, um sie umzubringen […]

Samuel Beckett aus: „Der Namenlose“

Diese brüchige, radikale Form, die Becketts Prosa darstellt, passt gut zu dem Dilemma von Novana, die eine Form für ihr Selbst sucht, Sicherheitsräume in einer vielleicht allzu bewegten Welt für sich zu schaffen bemüht ist, hierbei jedoch auf Schritt und Tritt scheitert. Dies entspricht abermals der Devise des Spätwerks von Beckett:

Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern. Erst der Körper. Nein. Erst der Ort. Nein. Erst beides. Jetzt das eine. Jetzt das andere. Übel von dem einen das andere versuchen. Übel vom dem zurück von dem übel. So weiter. Irgendwie weiter.

Samuel Beckett aus: „Aufs Schlimmste zu“

Das Ich in Glaszeit, das die Erzählfigur darstellt, befindet sich in ständiger Auflösung und sucht eine gewisse Bestätigung, eine Stabilität in der Art und Weise, wie andere sie sehen und behandeln. Diese Suche nach externer Stabilität gerät aber stets wieder ins Schwanken. Zuerst verliert sie ihre Mutter, dann verliert sie ihr Heimatgefühl und sucht dieses dann zu ersetzen, indem sie die Verbindung zu Taiwan stärkt, also dorthin zieht, wo die Mutter M. einst glücklich gewesen zu sein meint:

Dabei war alles, was ich sagen wollte: Taiwan ist wichtig. Vergesst dieses Land nicht. Ich fühlte mich verantwortlich, dafür zu sorgen. Tatsächlich kannte ich das Land nur von M. und ihren leidenschaftlichen Liebes- und Hasserklärungen. Ich kannte Taiwan nur im Zustand eines permanenten Kippbildes. Bevor ich nach Taipei ging, lernte ich es zu lieben, wie man nur ein Fantasieland lieben konnte. In Taiwan hatte M. Sterne vom Himmel geholt. In Taiwan, das hatte sie mir gesagt, war sie das letzte Mal so richtig glücklich gewesen. Nichts davon konnte ich erzählen.

Leider findet diese Disparatheit in dem sehr glatten, geschliffenen, sehr musikalischen, harmonischen Stil kaum Widerhall. Das Bodenlose von Novanas Psyche reflektiert sich nicht wie bei Beckett in einem formästhetischen Hiatus, in Katechresen, in verschobenen Anschlüssen, abrupten und offenen Enden, Gedankensprüngen und Wort- und Ideenvermischungen, die semantischen Synästhesien erzeugen und elliptisch ins Unnahbare enden. Die Sprache von Glaszeit bleibt vielmehr äußerst kontrolliert und komponiert und entspricht statt der negativ-dissoziativen Ästhetik eines Adornos mehr einer kantischen Einbildungskraftreflexion, die gleitend, mit Signifikanten Ideen- und Gedankenräume durchspielt und diese weniger zu unterminieren als zu beleben und erfrischen sucht. Eine brüchige, gegen sich selbst angehende Sprache hätte aber eher zu der sich selbst unterminierenden und in Frage stellen Hauptfigur von Glaszeit gepasst.

Kommunikativ-literarisches Resümee:

Glaszeit vermischt insofern mehrere ästhetische Traditionslinien. Indem sie das chinesische Bedrohungsszenario gegenüber Taiwan verhandelt, stellt sie sich klar in den kritischen, aufklärerischen Realismus; indem sie aber eine freie, assoziativ-musikalische Sprache verwendet, übt sie selbstreflexive Leichtigkeit und Verspieltheit ein, die kanonisch eher einer ornamentalen Ästhetik zugehört, nimmt dann jedoch als Stoff die Verlorenheit und Zerrüttetheit eines Selbst, das sich typischerweise formalästhetisch in dissoziativen, sprachunterminierenden Subversionen ausdrückt. Von der Atmosphäre her wird Glaszeit jedenfalls von einer sehr gediegenen, geschliffenen Sprach- und Erzählweise stoisch getragen und geprägt:

Wir stiegen eine schmale Steintreppe hinauf. Von diesem Wald kannte ich keinen Namen. Er gehörte weder Sihan noch mir. Meterhohe Farne ragten in den Weg hinein. Vor uns hörte ein kleiner Vogel mit eisblauem Gefieder auf zu fliegen, als würde er testen, ob er trotzdem in der Luft blieb, ob die Kraft Tausender Flügelschläge über die jeweilige Gegenwart hinausreichte. Er fiel bauchwärts, zeichnete eine kleine Parabel in die Luft, bevor er sich wieder fing und kräftig weiterflog.

Solche Passagen stechen in der gegenwärtigen Literatursprache mit ihrer Harmonie und durch ihren Rhythmus klar heraus. Liao geht mit den Worten wie mit Glas- und Klangkugeln um. Die Wörter bleiben sich fremd, aber streben auf ein kreiselndes Miteinander zu, drehen und wirbeln leichtgewichtig und diaphan innerhalb von Bedeutungsebenen, ohne diese begrifflich einzugrenzen zu wollen. Diese Distanz erlaubt eine souveräne Erzählstimmung, die sich nur in kurzen, intensiven Szenen außer Ruhe bringen lässt, bspw. Novanas Gewaltphantasien, die ziemlich unvorbereitet aus dem Text herausstürzen. Leider trägt auf Dauer dieser inhaltliche Raum die stoische, musikalische Atmosphäre nicht. Das beschriebene Erzähl-Ich Novanas bricht sich an dieser Atmosphäre. Sie ist alles andere als souverän:

Für mich bist du Grün, sagte ich zu einer Version von Sihan, die nur mir allein gehörte. Für mich bist du Grau, sagte Spiegel-Sihan zu mir und fügte hinzu, dass es nichts Schlechtes sei, Grau sei eine dezente, aber wichtige Farbe, zeitweilig wäre es sogar ihre Lieblingsfarbe gewesen, ein dunkles metallisch-blaues Grau, um ganz präzise zu sein, aber vielleicht war es doch eine Farbe, die andere brauchte, Gelb, Grün, Blau oder Rot, ja geradezu auf Vermengung angewiesen war.

Durch solche Passagen gerät die Erzählung ins Schlingern. Novana stellt ein dezentriertes Ich dar, das sich ohne ihre Umgebung keine Orientierung zu geben vermag. Je länger das Buch andauert, desto mehr zeigt sich die Unsicherheit der Ich-Erzählinstanz und desto mehr erweist diese sich als Maske für ein anderes, hinter ihr liegendes Ich, das sich noch nicht zu zeigen traut. Textlich zeigt sich diese Erzählebene darin, dass viele Sätze im Roman als Fremdkörper verbleiben, ohne dass Novana darüber reflektiert, wann sie das Englische oder Mandarin ins Deutsche übersetzt. Für diese Sprachwechsel lässt sich kein homodiegetisches Muster erkennen. Sie verweisen vielmehr auf eine übergeordnete Entscheidungsstruktur, die die verschiedenen Fremdsprachen redigiert, inszeniert, mal übersetzt, mal im Original stehen lässt. Novana gerät also nachgerade zur Spielfigur dieser Instanz, die den ästhetischen Schein bedenklich bedroht:

Irgendwann würde ich ihr alles erzählen können von M. und mir, in einer Sprache, in der nichts verloren geht. Mit jedem Erzählen würde eine neue Version entstehen, die sich über die vorherige legt, und irgendwann, vielleicht nach dem tausendsten Mal, würde ich eine ganz uneitle Schönheit entdecken, ohne Nostalgie, ohne Hoffnung oder Schmerz, die allerletzte Version.

In diesen Stellen spricht das wahre Erzähl-Ich, das sich aber kaum mit der ängstlichen, stehlenden, lügenden, fliehenden, vor Angst sich in One-Night-Stands flüchtenden, schweigenden Novana deckt, über die dennoch ästhetisch-souverän berichtet wird. Der Weg zwischen diesen beiden Ichs ist vielleicht noch lang, genau wie zwischen den unübersetzten Sprachfetzen und Dialogrudimenten, die den Text bewusst sabotieren. In diesem Sinne lässt sich Glaszeit als erste Problembegründungsphase einer ästhetischen Selbstbeforschung begreifen, als das Experimentierfeld eines Ichs, das sich noch nicht ins Gesicht zu sehen vermag, aber möglicherweise kurz davor steht, vom Ich-Spiegel weg in die Welt zu schauen.

tl;dr … eine Kurzversion der Lesebesprechung, aber mit detaillierter Inhaltsangabe findet sich hier.

Andere Rezensionen von der diesjährigen Longlist:
Svenja Leiber: „Nelka“
Elias Hirschl: „Schleifen“
Tomer Gardi: „Liefern“
Helene Bukowski: „Wer möchte nicht im Leben bleiben“
Alisha Garmisch: „Parasiti“
Lukas Rietzschel: „Sanditz„
Muri Darida: „King Cobra“
Peggy Mädler: „Selbstregulierung des Herzens“
Leh-Wei Liao: „Glaszeit“

Die Kurzversion findet sich bald hier und auch andere aktuelle Kurzrezensionen.

2 Antworten auf „Leh-Wei Liao: „Glaszeit““

  1. Sehr gelungene Besprechung. Sie fängt die Wirkung des Textes wunderbar ein. Das mit den Klangkugeln gefällt mir.
    Ich habe überhaupt keine Einwände, den genauso lese ich das Buch auch.
    Für mich ergibt sich lediglich ein stimmiges Bild. Ich lese es nicht als Form-Inhalt Diskrepanz. Vielleicht da ua. die von dir nicht erwähnten Intensitäten über Sinneseindrücke, wie Gerüche eine zusätzliche Gewichtung hinein bringen, die ihre stoische Glätte unterminieren.

    1. Mir geht es in erster Linie ja nicht um das Urteil – mehr um die gelungene Beschreibung. Da du das Buch widergespiegelt siehst, obwohl wir anderer Meinung sind, freut mich. Das ist stets mein Ziel – ein Buch auf eine andere Form wiederzugeben, nachzubilden, zu verdichten, um Interesse an diesem Buch und auch an diesem Verfahren der Sprache zu wecken. „Stimmigkeit“ lässt sich einfach nicht streng definieren. Deshalb halte ich die Kategorie auch für hilfreich.

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