Viele DDR-Romane thematisieren den Konflikt zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen. Das Öffentliche dringt in die Wohnungen ein. Unerwarteter Besuch steht vor der Tür. Fremde Personen suchen Zugang, stellen Fragen. Brigitte Reimann wählt in Franziska Linkerhand die Architektur als Rahmen, wie Planung Privates strukturiert, wie Abstraktes über konkrete Lebenslagen unabsehbare Entscheidungen trifft, und Werner Bräunig lässt in Rummelplatz die Arbeit und das Familienleben ineinander übergehen, wie der Tagebau der Wismut die sozialen, freundschaftlichen und romantischen Verhältnisse prägt und umschreibt. Bescheidener, sprachlich und vom Umfang her, jedoch intensiv und mit selbiger Thematik fängt Christoph Hein in seiner romanlangen Erzählung Der Tangospieler aus dem Jahr 1989 eine ähnliche Endzeitstimmung ein:
„Christoph Hein: „Der Tangospieler““ weiterlesen„Er war nicht in die Stadt zurückgekehrt, die er damals, vor zwei Jahren, verlassen hatte. Es war eine fremde Stadt mit für ihn fremden Menschen, und es gab für ihn, der nicht bereit war, an sein früheres Leben anzuknüpfen, keine Möglichkeit, in diese alte Stadt zurückzukehren.“
Christoph Hein aus: „Der Tangospieler“
