Immanuel Kant: „Die Kritik der Urteilskraft“ (ii: Maßstäbe)

Kritik der Urteilskraft von Immanuel Kant
Kritik der Urteilskraft von Immanuel Kant.

Nach der Rekonstruktion der ästhetischen Urteilskraft und den subjektiven Bedingungen der Möglichkeit, einen Gegenstand als schön zu erfahren, möchte ich in diesem Teil über die Bedingungen auf der Gegenstandsseite, also über ihre ästhetische Zweckmäßigkeit, Vermutungen anstellen, über die Kant so gut wie fast gar nichts in Die Kritik der Urteilskraft verlautbaren lässt. Die Frage stellt sich also dahingehend, welche Eigenschaften muss ein Gegenstand besitzen, welche darf er nicht haben, um als schön erscheinen zu können. Vor diesem Hintergrund lässt sich ein Grundzug der Kantischen Ästhetik interpolieren und mit den historisch verbürgten Beispielen von Kunstwerken plausibilisieren, die Kant gemocht hat. Sicherlich betont Kant an mehreren Stellen, hierin David Hume verwandt, dass Schönheit mehr im Urteilenden als im Beurteilten liegt:

Dasjenige Subjektive aber an einer Vorstellung, was gar kein Erkenntnisstück werden kann, ist die mit ihr verbundene Lust oder Unlust; denn durch sie erkenne ich nichts an dem Gegenstande der Vorstellung, obgleich sie wohl die Wirkung irgend einer Erkenntnis sein kann. Nun ist die Zweckmäßigkeit eines Dinges, sofern sie in der Wahrnehmung vorgestellt wird, auch keine Beschaffenheit des Objekts selbst (denn eine solche kann nicht wahrgenommen werden), ob sie gleich aus einem Erkenntnisse der Dinge gefolgert werden kann.

Immanuel Kant aus: „Die Kritik der Urteilskraft“
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Cees Nooteboom: „Rituale“

Rituale von Cees Nooteboom
Rituale von Cees Nooteboom. Eine Trauerüberwindung?

Anlässlich seines Todes am 11. Februar diesen Jahres, bespreche ich den ersten seiner drei größeren Romane, neben Die folgende Geschichte und Allerseelen, den Roman Rituale, der gemeinhin als sein Durchbruchswerk gilt. Sigmund Freud analysiert in seinem Aufsatz Trauer und Melancholie die letztere als eine Herabsetzung des Selbstgefühls, die auf Suizidgefährdung hinausläuft. Sie gilt auch als eine Art Mönchskrankheit, verwandt mit der Acedia, die laut Rufus von Ephesos aus einer übersteigerten Beschäftigung mit abstrakten Dingen herrührt und zu einem Sinnverlust, einem fehlenden Interesse an der Außenwelt führt. Cees Nooteboom exploriert dieses Gefühl in seinem dritten, 1980 erschienen Roman Rituale:

Ihm war, als kotze er seinen ganzen Körper aus […] Der ganze große Kramladen voller Erinnerungen und Demütigungen, seine schwachsinnige Einsamkeit, alles mußte hinein in die dunkle Höhle des Gartens, alles mußte verschwinden, unsichtbar werden, alles mußte wie eine saure, bösartige Masse nach draußen geschleudert werden, wo es sich ein für allemal auflösen würde – zusammen mit ihm. Er wollte nicht mehr existieren.
Cees Nooteboom aus: „Rituale“

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Annett Gröschner: „Schwebende Lasten“

Schwebende Lasten von Annett Gröschner
Schwebende Lasten von Annett Gröschner.

Heldengeschichten gibt es in der Gegenwartsliteratur wahrlich selten und noch seltener in solchen, die sich mit der DDR auseinandersetzen. Hier reicht die Bandbreite vom Chronikhaften wie Christoph Heins Das Narrenschiff über psychodramatische Verwicklungen wie in Jenny Erpenbecks Kairos und Satiren wie Uwe Tellkamps Der Turm zu harten Diffamierungen wie in Anne Rabes Die Möglichkeit von Glück. Annett Gröschner schlägt in Schwebende Lasten andere Töne an, indem sie ähnlich einer Dörte Hansen in Zur See eher den individualpsychologischen Raum dynamisiert und verpassten und verwirklichten Chancen literarisch nachspürt. Im Mittelpunkt bei Gröschner steht eine außergewöhnliche Person, Hanna Krause, geboren September 1913, die sich, koste es, was es wolle, nicht als Siegerin der Geschichte darstellen lassen will:

Einmal wurde ein Maler damit beauftragt, [die Kranfahrerin] Hanna zu porträtieren, als sie gerade Aktivistin geworden war. Sie weigerte sich hartnäckig, als Siegerin der Geschichte dargestellt zu werden. Es sei schlimm genug, in diesem Dreck arbeiten zu müssen, da brauche sie kein Erinnerungsbild. Und wenn es noch so beschönigt sei. Der Maler solle sich lieber mit Pflanzen beschäftigen. So ein richtig schönes buntes Blumenbild […] Aber der Maler hielt an seinem Auftrag fest. Eine Frau müsse es sein, die Männerarbeit verrichtet, fröhlich und frisch frisiert. So mürrisch Hanna in diesem Moment dreinblickte, hatte sie durchaus all das zu bieten, aber sie ließ sich nicht erweichen, auch nicht durch Drohungen. Der Maler musste sich eine andere Aktivistin suchen. Hanna weigerte sich ebenso standhaft, in die Partei einzutreten.
Annett Gröschner aus: „Schwebende Lasten“

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Mein Lesejahr 2025

Ein eher seltsames Jahr neigt sich dem Ende. Zwar bin ich auch 2025 meinem Forschungsvorhaben wie in den Jahren zuvor (202124) treu geblieben, nämlich die Gegenwartsliteratur ästhetisch und literatur-historisch zu erforschen, dennoch habe ich mir in diesem Jahr mehr Zeit genommen, Klassiker zu lesen und zu besprechen. Insgesamt habe ich in diesem Jahr mehr als 125 Bücher gelesen, von denen weniger als die Hälfte Neuerscheinungen (53) gewesen sind. Mehrheitlich stand dieses Jahr also unter dem Zeichen der Literaturtheorie und einigen Klassikern.

In meinem Rückblick will ich nun kurz eine kleine Bilanz ziehen, indem ich zuerst noch mal hinweisen möchte, worum es mir hier im Grunde geht, was also mein Blog unter Literatur versteht und wie ich zu meinem Bewertungssystem komme. Im nächsten Schritt analysiere ich dann mittels des Kategoriensystems die Gegenwartsliteratur, die ich thematisch-schematisch in diesem Jahr klar in Theater/Bohème/Künstler-, Psycho-Physiko-Pathologia- und Journalisten-Politiker-Literaturen einordnen kann, nebst den üblichen Verdächtigen (Coming-of-age und DDR). Hier werde ich meine Bücher des Jahres krönen, in allen Kategorien einzeln und dann in Summe. Im letzten Schritt lasse ich kurz die Klassiker Revue passieren und beende dann fröhlich das Jahr und freue mich auf das nächste.

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Georgi Gospodinov: „Der Gärtner und der Tod“

Der Gärtner und der Tod von Georgi Gospodinov
Der Gärtner und der Tod von Georgi Gospodinov. SWR Buch des Jahres 2025.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod gehört nicht zu den häufigsten Motiven der Literaturgeschichte. Wenige setzen sich literarisch ausführlich mit dem Sterben auseinander. Herausragende Beispiele gibt es dennoch, bspw. Der Tod des Iwan Iljitsch (Lev Tolstoi) oder Der Tod des Vergil (Hermann Broch), oder etwas gegenwartsliterarischer Stoner (John Williams). Essayistisch, anekdotisch und theoretisch-reflektierende Texte werden häufiger geschrieben, bspw. Tagebuch der Trauer (Roland Barthes), Unzertrennlich (Marilyn und Irvin D. Yalom) oder in Stundenbuch-ähnlicher Form Der heutige Tag (Helga Schubert). Der Gärtner und der Tod von Georgi Gospodinovs, International Booker Prize-Träger 2023, gehört durch die Coverbezeichnung „Roman“ zu den literarischen, vom Text her gesehen aber zu den essayistisch-anekdotischen Verarbeitungsformen:

‚Mein Vater ist gestorben‘ und ‚Mein Vater stirbt‘ sind zwei ganz unterschiedliche Sätze. Der erste ist eine Tatsache, ein Schluss, der zweite – ein Roman. Eine lange Geschichte, in der sich Hoffnung und Verzweiflung abwechseln, sich gegenseitig nähren und anfachen. Der Sauerstoff der einen schürt ununterbrochen das Feuer der anderen. Der Tod ist auch ein sprachliches Problem. Das Wort »stirbt« ist kurz und knackig. Da ist das »r« des letzten Röchelns und am Ende ein Kreuz im »t«. Das betonte »i« zwischen all den Konsonanten schlägt den Nagel ein, lässt keine Hoffnung mehr.
Georgi Gospodinov aus: „Der Gärtner und der Tod“

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László Krasznahorkai: „Der Gefangene von Urga“

Der Gefangene von Urga by László Krasznahorkai. Literaturnobelpreis 2025.

Die alte Redewendung – wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen – stammt von Matthias Claudius aus seinem 1786 erschienenen Gedicht Urians Reise um die Welt. In diesem Gedicht wird der Globetrotter Urian beschrieben, der über Grönland hin zum amerikanischen Kontinent nach Asien und Afrika reist. László Krasznahorkai, der Literaturnobelpreisträger 2025, beschränkt seinen Ich-Erzähler auf den eurasischen Raum, genauer auf die weite Spanne zwischen Ungarn, der Mongolei und China. Der Gefangene von Urga (1993) setzt sich in die Tradition der Reiseromane mit Ich-Betrachtungen zwischen erfahrener Fremdheit und ersehnter Nähe. Durch seinen Stoff kommuniziert Krasznahorkai hier intensiv mit Cees Nootebooms Reisebüchern wie Im Frühling der Tau, in welchem der Niederländer seine östlichen Reisen beschreibt. Kraznahorkai jedoch webt seine Berichte fiktionalisierter zusammen, weniger tagebuchartig:

Denn durch die Gobi zu reisen, denn die Wüste in russischen Waggons Richtung Beijing zu durchqueren, denn an einem Herbsttag mit der Durchschnittsgeschwindigkeit der russischen Züge sich aus dem Bogd-Gebirge bis zur mongolisch-chinesischen Grenze in die leblose Leere der Wüste Gobi zu wagen, das bedeutete, in sie einzugehen, es bedeutete, spurlos zu werden, sich für verschwunden zu erklären, sich vorübergehend aus dem irdischen Dasein zu verflüchtigen; unter solchen Umständen nämlich behauptete diese Wüste – eine mehrtausendjährige, paradiesische Metapher des märchenhaften Entkommens zerstörend –, dass die Ewigkeit zwar Wirklichkeit ist, für uns aber eine albtraumhaft abschreckende Wirklichkeit, dass die Ewigkeit zwar die Provinz der Götter ist, diese Götter aber starr, unnahbar, kalt und höllisch sind, dass die Ewigkeit nichts anderes ist als bis zum Wahnsinn erhitzte vollkommene und schicksalhafte Symmetrie, dass die Ewigkeit nichts anderes ist als die ideale, unzerrüttbare Perfektion der Wiederholung.
László Krasznahorkai aus: „Der Gefangene von Urga“

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Martin Mosebach: „Die Richtige“

Die Richtige von Martin Mosebach
Die Richtige von Martin Mosebach. Mit einem Fuß im Verderben.

Die Richtige von Martin Mosebach hat als zentrale Gestalt einen bildenden Künstler, einen Maler, und stellt sich hiermit in die Reihe von namhaften Werken wie Hermann Hesses Rosshalde, Klingsors letzter Sommer oder, um den bekanntesten Vertreter zu nennen, Gottfried Kellers Der grüne Heinrich. In Hesses Rosshalde, Ernesto Sabatos Der Tunnel und Alberto Moravias La Noia verengt sich das Feld weiterhin zu ästhetisch-verarbeitete Eifersucht und visuell-malerische Inbesitznahme, an welcher Stelle Die Richtige von Mosebach einsetzt, um einen Flaubertschen Dämonieunterton diesem Stoffgebiet (Körper-Geist-Bewusstsein) und Plot (Genies und Wahnsinnige) beizumischen:

»Aber warum müssen das unbedingt immer Akte sein?«
»Das hat zwingende Gründe, die im Material liegen und vom Material vorgegeben werden. Seitdem die Brüder van Eyck die Ölfarbe zur Blüte gebracht haben, ist die eigentliche Aufgabe der Malerei die Schilderung der Haut – erst die Ölfarbe kann eine Suggestion nicht nur von Materie, sondern von lebendiger Materie schaffen. Die Haut ist die Hohe Schule der Ölmalerei. Mit ihr erst kann die Tiefe, die Wärme, die Durchpulstheit der Haut nachgeschaffen werden. Mit ihr verliert die Zeichnung, die Linie ihre Be-deutung, die sie bis dahin behauptet hat. Wer als Maler mit Ölfarben darauf verzichtet, sich dieser Herausforderung zu stellen, hat das verfehlt, was einzig sein Material hervorbringen kann.«
Martin Mosebach aus: „Die Richtige“

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Bret Easton Ellis: „American Psycho“

American Psycho von Bret Easton Ellis
American Psycho von Bret Easton Ellis … Realitätsverlust als Plot.

Glaubwürdige Antipathen finden sich nicht so oft in der Literatur. Oft wird als Weg aus dem Dilemma die Satire gewählt, d.h. aber schon im Vorhinein auf Glaubwürdigkeit zu verzichten und die Überzeichnung, also Karikatur zu wählen. Hiervon gibt es viele Beispiele: Heinrich Manns Der Untertan, Maxim Billers Der falsche Gruß, Vladimir Nabokovs Lolita oder kürzlich Gaea Schoeters Trophäe. American Psycho von Bret Easton Ellis geht den schwierigeren Weg und plausibilisiert den Antipathen, ohne sich über ihn lustig zu machen und ihn bloßzustellen:

Ich gehe nach Hause, sage ›gute Nacht‹ zu einem Portier, den ich nicht erkenne (es könnte irgend jemand sein), dann Überblendung auf mein Wohnzimmer hoch über der Stadt, aus der leuchtenden Wurlitzer 1015 Jukebox (die nicht so gut ist wie die rare Wurlitzer 850) in der Ecke singen die Tokens »The Lion Sleeps Tonight«. Ich masturbiere, denke erst an Evelyn, dann an Courtney, dann an Vanden und wieder an Courtney, aber kurz bevor ich komme – ein schlapper Orgasmus – an ein halbnacktes Model in einem Trägertop, das ich heute in einer Calvin-Klein-Anzeige gesehen habe.
Bret Easton Ellis aus: „American Psycho“

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Sylvia Plath: „Die Glasglocke“

Die Glasglocke von Sylvia Plath
Die Glasglocke von Sylvia Plath.

Wie Ingeborg Bachmanns Malina, erschienen 1971, oft mit Hinblick auf ihren Tod 1973 gelesen wird („Es war Mord.“), und Cesare Paves Turin-Trilogie und insbesondere Die einsamen Frauen (1949) auf Hinweise untersucht wird, die seinen Selbstmord im Jahr 1950 ankündigen (bspw. in der Figur Rosettas), steht auch Sylvia Plaths Die Glasglocke meistens mehr als Zeugnis und Dokument im Vordergrund denn als literarisches Werk. Ihr Roman erschien im Januar 1963 im Vereinigten Königreich, nur wenige Wochen vor ihrem Selbstmord am 11. Februar. Wie auch immer gelesen, ob autobiographisch-realistisch, politisch-feministisch, pathologisch-medizinisch, Die Glasglocke bietet eine Vielzahl an literatur-ästhetischen Anknüpfungspunkte, um zu bedauern, dass dies ihr einziger und letzter Roman geblieben ist:

Ich wußte, daß ich Mrs. Guinea dankbar sein mußte, und trotzdem empfand ich nichts. Hätte sie mir eine Fahrkarte nach Europa oder eine Kreuzfahrt rund um die Welt geschenkt, so hätte sich für mich nicht das geringste verändert, denn egal, wo ich saß – ob auf dem Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok –, immer saß ich unter der gleichen Glasglocke in meinem eigenen sauren Dunst. Der blaue Himmel öffnete seine Kuppel über dem Fluß, und der Fluß war mit Segeln gesprenkelt. Ich machte mich bereit, aber im gleichen Augenblick legten meine Mutter und mein Bruder jeder eine Hand auf einen Türgriff. Die Reifen summten kurz auf dem Brückenrost. Wasser, Segel, blauer Himmel und schwebende Möwen flogen vorüber, wie eine unwahrscheinliche Postkarte, und schon waren wir auf der anderen Seite.
Sylvia Plath aus: „Die Glasglocke“

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Stendhal: „Rot und Schwarz“

Rot und Schwarz
Rot und Schwarz von Stendhal. Die Überfülle des Allegorisch-Zeitgenössischen.

Marie-Henri Byle, bekannt als Stendhal, ein Pseudonym, das er sich wahrscheinlich wegen seiner Verehrung für Johann Joachim Winckelmann, geboren in Stendhal, zugelegt hat, veröffentlichte kurz vor der Juli-Revolution 1830 seinen Restaurationsroman Rot und Schwarz. Scharfe Zungen behaupten, dass Stendhals Roman schlagartig überholt gewesen sei, da er just zu einem Zeitpunkt erschien, als die beschriebene Gegenwart, nämlich die Regierung und Restaurationsversuche der Bourbonen, durch die erneute Machtergreifung des Bürgertums in Frankreich endgültig verschwand. Diese rein polithistorische Lesart übersieht, dass die Restauration nur eines von vielen Beispielen für ein Leben unter dem Ennui abgibt:

Seit Napoleons Sturz war in den kleinen Städten und auf dem Lande auch die geringste Galanterie streng verpönt. Das hätte Kopf und Kragen kosten können. Die Schelme krochen hinter die Röcke der Geistlichkeit, und die Heuchelei trieb sogar in liberalen Kreisen die schönsten Blüten. Die Langeweile nahm überhand. Man mußte sein bißchen Vergnügen in den Freuden des Landlebens oder in Büchern suchen.

Stendhal aus: „Rot und Schwarz“
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