Heinz Strunk: „Es war immer so schön mit dir“

Geschrieben mit Wut im Bauch … Spiegel Belletristik-Bestseller (31/2021)

Heinz Strunk wäre es beinahe gelungen, mit „Es ist immer so schön mit dir“ eine interessante Variante schonungsloser Selbstentblößung eines männlichen Protagonisten vorzulegen. Von Anfang an lässt der Roman keinen Zweifel daran aufkommen, dass man einer Selbstdestruktion und -dekonstruktion beiwohnt. Ein mittelalter Mann, in den Vierzigern, Tontechniker und gescheiterter Popkünstler, trennt sich wegen einer zwanzig Jahre jüngeren Frau, Julia und werdende Schauspielerin, von seiner langen Lebenspartnerin, Vanessa, die Mathematiklehrerin ist. Bezeichnenderweise besitzt die Hauptfigur nicht einmal einen Namen. Sie bleibt ein „er“, wird nie namentlich angesprochen, ein einziges „du“, das jedoch nicht im Ansatz als Projektionsfläche dient. Geheimes Thema des Romans scheint es gewesen zu sein, eine Hauptfigur zu kreieren, die nichts und niemand gut finden kann und will.

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