Eckhart Nickel: „Spitzweg“

Das Cover von Eckhart Nickels neuestem Roman Spitzweg zeigt den Ausschnitt eines Gemäldes von Carl Spitzweg Der Hagestolz. Abgekehrt zum Beobachter steht ein Herr mit Zylinder auf einer kleinen Anhöhe und schaut selbstzufrieden gen Horizont. Nur zufällig schlendert ein Paar, ein Soldat und eine Dame, Hand in Hand in wohlgemessener Entfernung an ihm vorüber. Die Szenerie wirkt altmodisch, aus der Biedermeierzeit, lang vor dem Siegeszug des Radios oder jedweder anderer Massenmedien mit Ausnahme der Zeitung, die der Hagestolz betont lässig und nebensächlich in den hinter seinem Rücken verschränkten Händen hält. Das Cover wirkt in doppelterweise rückwärtsgewandt. Nur der grellrosafarbene Schriftzug deutet auf anderes hin, auf Pop, auf Neuzeit und Neonfarben, Plastik, Bubblegum und Ekstase. Kollidierende Zeiten also in Wort und Bild geht Spitzweg einen sehr eigenwilligen Weg als Coming-of-Age-Roman:

Für diesen einen wunderbar glänzenden Moment aber schwebte das Gesagte ganz eigen schillernd vor unserer Nase wie eine Seifenblase, von der noch keiner wusste, ob sie in den Himmel gleitet oder im nächsten Augenblick in ein nasses Nichts zerplatzt.

Eckhart Nickel aus: „Spitzweg“

Nickels Roman handelt von drei Jugendlichen, von Kirsten, von Carl und einen namenlos bleibenden Ich-Erzähler, die einen Abiturkurs Kunst belegen. Vor allem jedoch handelt er von der Feinheit der Träume, der Sanftheit der Hoffnungen, der Zerplatzbarkeit von freundlich gehegten Illusionen. Kunst, die eigentliche Protagonistin des Romans, löst ihr Versprechen nur im diaphan Langsamen ein, in der behutsamen, fast nur streifenden Bewegung, die die Dinge bestehen, in ihrer Eigenart tanzen und walten, schwingen und schwirren lässt. Die Zeit des Romans: Spätsommer, Herbst. Die ersten Kastanien fallen. Die Schule fängt wieder an, ob letztes oder vorletztes Schuljahr spielt zu Beginn desselbigen noch keine Rolle. Ein ganzes Schuljahr steht noch an, und der Ich-Erzähler lernt Carl, den neuen, kennen und wird zum Fehlpaten Kirstens ernannt. In der orangerot schwelgende Abendsonne in einem nicht näher benannten Städtchen erhält Spitzweg den anachronistischen Hauch einer neuentfachten Feuerzangenbowle frei nach Heinrich Spoerl. Die Zeit vergeht langsamer. Die Erzählung lässt sich Zeit. Sie hat nicht viel, woran sie festhalten muss. Sie ist noch jung und frisch und voller Elan:

Weil es in der Nacht den ersten Bodenfrost gegeben hatte, umrandete Raureif die bunten Blätter der Kastanien, und die Sonne stand noch so tief, dass sie nur bei den Querstraßen wie ein tastender Kegel unseren Weg durchkreuzte und das angefrorene Laub prächtig leuchten ließ.

In Nickels Roman erinnert viel an Stephen Kings Roman Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers, und insofern auch an Benedict Wells Hard Land. Im Gegensatz jedoch zu beiden steht nicht etwa der Plot, der Aufhänger oder ein Ereignis im Vordergrund. Der Eklat zu Beginn der Erzählung ist nicht der Rede wert. Auch nicht das Rachekomplott, das Carl, Kirsten und der Ich-Erzähler schmieden, vor allem Carl. Von Auflösung, Spannung, von verwickelten Geheimnissen keine Spur. Weder Detektivisches, noch Anrüchiges, weder Sex noch Drogen, weder Gewalt noch Verbrechen, weder Zerrüttung, Angst, Pein, Demoralisierung treiben die Erzählung voran. Sie schwingt in der Liebe zum Detail, in der Vorsicht und Voraussicht derer, die die Schönheit im Detail zu erkennen und zu würdigen verstehen.

Weißt du, manchmal habe ich das Gefühl, wir müssten einfach alles daransetzen, das Leben als etwas Einzigartiges zu gestalten, indem wir das gleichförmige Einerlei unseres ach so drögen Alltags nicht länger als gegeben hinnehmen, sondern durch unvorhersehbare Taten in das Abenteuer zu entgrenzen, als welches unsere Kinderseele jeden Tag empfunden hat.

Hier spricht der Coming-of-Age-Roman: Schon zu alt, um reflexionslos dem Neuen begegnen zu können; aber noch nicht zu alt, um den Traum an ein sinnlich-reiches Leben aufgegeben zu haben. Die Reflexion gleitet noch taufrisch über den Dingen. Sie hat noch keine anderen Begriffe als das Lebendige gefunden. Sie sucht nicht nach Bedeutung, Symbolik. Sie schmiegt sich an, erfreut sich am Widerborstigen, Eigenwilligen, ganz dem zurückgezogenen, fröhlichen, sich selbst genügenden Hagestolz:

›Der Hagestolz ‹. Was für ein herrlicher Begriff! Das Wort an sich ist eine Wonne, weil es einen so zielsicher vom A über das E zum O führt, so schön, dass man es sich nicht oft genug laut vorsagen kann. Versuch es mal, schon mit dem langen H am Anfang, das einen so verheißungsvoll anatmet, dann geht es mit dem verschluckten kleinen G sofort in das mächtig gewaltige STOLZ über, und das Ausrufezeichen ist eigentlich schon mit dem finalen Buchstaben des Schlusswortes unsichtbar gesetzt.

Von Wertungen, Beurteilungen wissen der Stil und die Narrationsform Nickels nichts. Sie umwabern eine Ästhetik des Anonymen, des Zurückhaltenden, des Vordergrundes, der den Hintergrund nicht vergessen möchte, der weiß, dass Vordergrund und Hintergrund ihre Rollen zu tauschen wissen müssen, soll das Bild ein Lebendiges bleiben, im Rahmen schwingen, sowohl den Grund wie den Rahmen des Rahmens darstellen, auf dass das Bild und der Rahmen zum Gemälde werden können. Die Interaktionen der Jugendlichen streben keine Authentizität an. Sie bilden eine Sanftheit und Zartheit nach, die Platz und Raum zur Selbstverwirklichung lassen. Das Museum dient in dem Roman deshalb als Ort der Begegnung, aus dem heraus Vergangenheit in die Gegenwart reicht, die Gegenwart aber der Vergangenheit nachspürt.

Ich habe einmal gelesen, es sei die einzige Aufgabe unseres Daseins, einen Mittelweg zwischen Schmerz und Langeweile zu finden. Also eine Balance herzustellen zwischen Entbehrung und Überdruss. Und dass es nur dadurch möglich sei, sich einen inneren Reichtum aus Geist und Empfindungen anzulegen, der uns unabhängig mache von den Unbilden stumpfer Geselligkeit, wie sie die äußere Welt für uns bereithält mit der geistlosen Leere ihrer Zerstreuungssucht und der Verrohung ihrer Sinne bis zur Empfindungslosigkeit.

Die Balance nicht nur zu finden, sie auch zu erhalten, bedarf eines ungefähren Stils, der alles Wichtige verortet, ohne es gefangen zu nehmen. Die Eindrücke huschen impressionistisch vorüber. Die Familien existieren und existieren doch nicht, bleiben als Einsprengsel und Referenzorte jedoch wichtig: die Mutter Carls, die als Hobby Gemälde kopiert, aber als Krankenschwester arbeitet; kurze Anekdoten über die Eltern Kirstens, die sich lieben, sich dennoch trennten, über die Allergie, das Darben ihrer Mutter, die dennoch fröhlich ihr Leben zu bestreiten versteht. Die Jugendlichen haben Eltern, die einschränken, aber nicht beschränken. Spitzweg rekonstruiert und thematisiert keine Konflikte. Die Jahreszeiten, der Wechsel, das Verliebtsein und Nichtverliebtsein gereichen als Fokalpunkte eines geheimen, aber gemeinsam gehegten Interesses, fröhlich, intensiv, miteinander und doch unabhängig durchs Leben zu gehen:

»Du meinst also, sie [das Liebespärchen, das am Hagestolz vorübergeht] würden sich stillschweigend nach der überblickenden Souveränität seines Ungebunden-Seins sehnen, weil sie unglücklich sind und ahnen, dass sich das nicht ändern wird, weil sie gefangen bleiben werden im Teufelskreis ihres irdischen Gefühlsreigens, gegen den er durch seine unabhängige Einsamkeit gefeit ist? Das Bild ist also eine versteckte Feier seiner Stellung in der Welt?«

Der Hagestolz steht nicht für Überheblichkeit, für Selbstverliebtheit oder -gerechtigkeit. Er steht eher für den, der in sich und von sich die Übersicht behält und sich zurückzuhalten versteht, also die Balance zwischen Getrieben-Sein und Narzissmus findet. Auf diese Weise lässt sich verstehen, dass die drei sich in einem Zwischenstockwerk ein Versteck suchen und nicht irgendwo, weit entfernt von allem, beispielsweise im Wald oder in einem Steinbruch. Sie bleiben mittendrin und versuchen dennoch, bei sich zu bleiben, ganz wie beim Lesen eines Buches, bei dem das Lesen im Vordergrund bleibt, als kreativer Akt, doch gerade in Wechselwirkung mit dem just Geschriebenen sich zu erneuern und zu bewegen vermag. Der Hagestolz ist nicht desinteressiert am Geschehen. Er hält eine Zeitung in den Händen. Er hält sie sich nur nicht vors Gesicht. Er fühlt die Welt mit allen Sinnen und allegorisiert sich bei Nickel als grünstachlig, dennoch glattpolierte Kastanie:

Im Alberoskop, dem Baumhoroskop, gilt die Kastanie als Spätgeborene und Symbol von Schönheit, die man zu sich nehmen kann: Nahrung für Mensch und Tier, die noch dazu in ihrer Ästhetik der Widerstandsfähigkeit als Holzart zum Bauen verwendet werden kann. Kastanien, so heißt es, tanzen zwar mit Herz und Seele auf vielen Hochzeiten, sind aber auch dünnhäutig und verzeihen es nicht, wenn man ihre Gutgläubigkeit oder ihr Vertrauen missbraucht.

Grobheiten und ungeschlachte Verhaltensweisen werden mit Missachtung bestraft. Die drei verhalten sich gegenseitig freundlich, distanziert, interessiert, doch stets höflich und empathisch. Sie rücken sich nicht gegenseitig auf die Pelle. Lediglich der Ich-Erzähler, in seiner Vernarrtheit in Kirsten, wagt es sich aufzudrängen und zwar in Form von Briefen, die jedoch unbeantwortet bleiben, ohne deshalb zu unfreundlichen Bemerkungen zwischen Kirsten und dem Ich-Erzähler zu führen. Die vielen Briefe, die er schreibt, werden von Kirsten als Fakt hingenommen. Mehr nicht. Zumal der Ich-Erzähler auch sehr selbstkritisch bleibt:

Ich muss allerdings zu Kirstens Verteidigung sagen, dass ich mich auch selbst nicht besonders interessant fand und meine am meisten herausragende Qualität wahrscheinlich darin bestand, nicht aufzugeben, ihr Briefe zu schreiben, in denen eigentlich nichts weiter stand als die Wiederholung der Idee, dass wir nun einmal füreinander bestimmt waren. Obwohl ich mir wenigstens die Mühe gemacht hatte, bei jedem Brief einen neuen Grund dafür anzugeben, warum wir vom Schicksal auserwählt waren, zusammenzukommen.

Die Leichtigkeit der Erzählung bleibt bestehen. Sie gerät nie in Gefahr. Vieles an Stil und Schreibart deutet auf Hermann Hesse hin, bspw. auf Unter dem Rad oder Demian. Auch dort geht es um Freundschaften, um Jugendverliebtheit, um Überschwang, Hoffnung und Ausdrucksdrang, aber in Hesses Roman schwingt stets etwas Melancholie, stets etwas Dunkles, Enges, Vergebliches mit. Die Spätromantik nach Hesse bejaht und bekämpft zugleich ihr Verhängnis. Sie will und will nicht frei sein.

Jeder Mensch durchlebt diese Schwierigkeit. Für den Durchschnittlichen ist dies der Punkt im Leben, wo die Forderung des eigenen Lebens am härtesten mit der Umwelt in Streit gerät, wo der Weg nach vorwärts am bittersten erkämpft werden muß. Viele erleben das Sterben und Neugeborenwerden, das unser Schicksal ist, nur dies eine Mal im Leben, beim Morschwerden und langsamen Zusammenbrechen der Kindheit, wenn alles Liebgewordene uns verlassen will und wir plötzlich die Einsamkeit und tödliche Kälte des Weltraums um uns fühlen. Und sehr viele bleiben für immer an dieser Klippe hängen und kleben ihr Leben lang schmerzlich am unwiederbringlich Vergangenen, am Traum vom verlorenen Paradies, der der schlimmste und mörderischste aller Träume ist.

Hermann Hesse aus: „Demian“

Bei Hesse gibt es Schicksal, Verbundenheit, Erbe und Trauer. Der Blick geht nicht nur nach innen. Er geht auch zurück, verhaftet sich am Vergangenen und erblickt dort die Erlösung, die nicht mehr zur Verfügung steht. Im Sentimentalen durchlebt diese Erlösung ihren Widerhall als erinnertes Glück, als Treue zum verlorenen Paradies. Diese Schwere teilt Nickel nicht. Seine Figuren behalten eine Leichtigkeit. Ihr Schritt bleibt beschwingt und voller Hoffnung. Alles ist möglich mit der Vergangenheit als Rücken- und nicht als Gegenwind. Der Stil liebt die Dinge, liebt aber auch das Teilnehmen, Weiterführen und nimmt den grundlegenden, leichten Optimismus eines Alfred Andersch auf, wie er in fast allen seinen Erzählungen und Romanen zum Tragen kommt wie zum Beispiel in Die Kirschen der Freiheit:

Auf meiner Karte trug das Gebiet die Bezeichnung ›Campagna diserta‹. ›Diserta‹, dachte ich, der gleiche Wortstamm wie ›desert‹, die Wüste, also das richtige Gebiet für Deserteure. Deserteure sind Leute, die sich selbst in die Wüste schicken.
Meine Wüste war sehr schön. Zu meinen Füßen wuchsen Teppiche von gelben und violetten Blumen. Der Duft von Thymian und Lavendel strich mit dem Wind, der auch die goldrot prunkenden Falter trug, über die Hügel und verfing sich in den hellblauen Blüten des Rosmarinstrauches und den großen gelben Schmetterlingsblüten der Mastixpistazien. Die Sonne stand groß und golden und vom Wind umspielt rund um den hellen Schatten, den eine Pinie auf die Thymianheide warf.

Alfred Andersch aus: „Die Kirschen der Freiheit“

Eckhart Nickel schreibt mit Spitzweg einen Coming-of-Age-Roman der eigentümliche Wege geht. Er pendelt zwischen der Selbstreflektiertheit eines Thomas Manns in Tonio Kröger, hin zu einer Spätromantik à la Hermann Hesse in Demian oder Narziss und Goldmund, bleibt aber einer Leichtigkeit verpflichtet, die in dieser Reinform kaum klarer hervortritt als in Alfred Anderschs Sansibar oder der letzte Grund oder Die Kirschen der Freiheit. Und dennoch schreibt Eckhart Nickel zeitgemäß, postmodern, ästhetisiert und beforscht das Anonyme in der Kunst, die neue Form des ästhetischen Daseins, ohne die Dinge zu vergessen, je aus dem Blick geraten zu lassen:

Es gibt ja die alte Unterteilung in Eros und Thanatos, Liebes- und Todestrieb. Bei Carl hatte ich trotz seiner hier und da aufblitzenden Freude an geistiger und physischer Zerstörung eher den Eindruck, dass er im Wesentlichen von einer ganz anderen, obgleich nicht weniger starken Macht gesteuert wurde: der Schönheit in sämtlichen Erscheinungsformen – denen der Natur, aber vor allem der Kunst.

In dieser Hoffnung, dass die Schönheit über eine eigene Form von Macht verfügt, nämlich über eine gewaltfreie, ergeht sich dieser ganz moderne unmoderne Roman. Die Wegabschnittsgefährten geben sich Anstöße, Inspirationen, Möglichkeiten, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Sie kommunizieren wie der Roman mit seinem Publikum kommuniziert, unbeschwert, bedenkenlos und spielerisch befreit, wie es sein stets wiederkehrender Pate Ludwig Tieck zu fassen weiß:

Immer muss alles echte Wissen, alles Kunstwerk und gründliche Denken in einen Kreis zusammenschlagen und Anfang und Ende innigst vereinigen wie die Schlange, die sich in den Schwanz beißt – ein Sinnbild der Ewigkeit, wie andre sagen; ein Symbol des Verstandes und alles Richtigen, wie ich behaupte.

Dass der Weg das Ziel gewesen ist, der Anfangspunkt nie der Endpunkt sein kann, selbst wenn manches wie ein Kreis von außen aussieht, darin liegt die Utopie von Spitzweg. Ein Roman ohne Plot, aber mit viel Inhalt.

Weitere Rezension auf: literaturleuchten, leolaeufer und soerenheim. und mikkaliest,
tl;dr … eine Kurzrezension findet sich hier.

9 Antworten auf „Eckhart Nickel: „Spitzweg““

  1. Das Buch habe ich schon eine ganze Weile im Auge, konnte mich aber bisher immer noch nicht final entscheiden, ob ich es wirklich lesen möchte oder nicht. „Ein Roman ohne Plot, aber mit viel Inhalt.“ – das klingt interessant und auch die von Dir beschriebene Leichtigkeit reizt mich. Mal sehen, ob ich im Buchladen dann doch irgendwann schwach werde. Oder ich lasse einfach die Jury des deutschen Buchpreises entscheiden und falls er den Preis gewinnt, lese ich ihn. Auf jeden Fall: Danke für den Beitrag und herzliche Grüße!

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Ja, ich kann es sehr empfehlen. Ich habe es tatsächlich an einem Tag gelesen, entspannt und fröhlich, ohne Druck und Stress. Manche mögen die hier und da stattfindenden Reflexionen nicht. Mich haben sie nicht gestört, sogar interessiert. Ich werde ein kurzes Resümee zur Shortlist verfassen, ob’s Chancen hat, weiß ich nicht wirklich. Ich würde beinahe denken, ja. Mich würde es freuen, wenn dieses kleine Büchlein etwas Publikum bekäme. Es ist so nett und bescheiden. Ich werde es sicherlich noch einmal lesen. Ich wäre sehr gespannt, wie du es findest. Insgesamt kommt es eigenartiger nicht so gut weg. Viele herzliche Grüße zurück!

  2. Sehr dankbar war ich für deine Links zu weiteren Rezensionen dieses Buches. Wie unterschiedlich doch dasselbe Buch wahrgenommen werden kann!
    Auch deine Beschreibung empfinde ich als ambivalent: einerseits stellt sich bei mir die Aussicht auf eine gepflegte Langeweile ein bei so viel respektvoller Ausgeglichenheit der Protagonisten, keine zwischenmenschliche Spannung weit und breit.
    Andererseits lockt mich die Aussicht auf ein gewitztes Gewebe kultureller Anspielungen und jugendlicher (?) Gedanken über die Zusammenhänge von Kultur und Leben … Erinnerung an meine eigene, jugendlich-elitäre Dreier-Clique von Klugscheißern (‚tschuldigung) möchte noch einmal gehätschelt werden.

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Gerade diese Freundlichkeit gegenüber der eigenen Vergangenheit mochte. Es steht kein Verdruss, aber auch kein so lösendes Geheimnis mehr im Weg. Mich störten die vielen Anspielungen sehr wenig. Ich würde dieses Buch stets als gelungene Zwischenlektüre empfehlen, als leichte Kost, die dennoch stimuliert, ein wunderbares Geschenk sozusagen! Ich mochte es … weil es in einer Zwischenwelt lebt und webt. Du triffst den Nagel auf den Kopf, die Sühnung einer jugendlich-elitären Dreier-Clique. Ich fand das Potpourri an Meinungen auch toll. Ich versuche stets andere Rezensionen zu finden und zu verlinken. Schön, wenn’s gefällt! Viele Grüße und Danke für den regen Gedankenaustausch!

      1. Dein analytisches Niveau nehme ich mit staunender Bewunderung wahr; ob ich bei einem Austausch mithalten kann, bezweifle ich. Aber es geht ja nicht um Wettbewerb, sondern um Vergnügen, und davon bereitest du mir jede Menge. Danke.

      2. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
        Alexander Carmele sagt:

        Das sehe ich genauso. Ich möchte ja gerne die vielen Seiten sehen und kennenlernen, die Bücher bereithalten, und das geht ja nur zusammen. Mein eigener Geschmack interessiert mich, gelinde gesagt, schon lange nicht mehr so sehr. Ich empfinde meinen Geschmack als etwas, das ich gerne überwinden möchte _:) und Kommentare wie deine helfen mir dabei! Und das macht mich fröhlich und gespannt und motiviert, weiter auf meinem Blog zu schreiben und diese seltsamen neuen Romane zu lesen!

  3. marinabuettner – Berlin – Über ein viertel Jahrhundert lang habe ich als Buchhändlerin gearbeitet Inzwischen bin ich immer noch Leserin aus Leidenschaft, aber auch auf die schreibende Seite gewechselt. Ich bin Lyrikerin und illustriere, male und tusche in Berlin.
    marinabuettner sagt:

    Wir sind ja sogar am gleichen Zitat „hängengeblieben“ …

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Ja, ist mir auch aufgefallen 🙂

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