Einer der erfolgreichsten Genres auf dem Literaturmarkt heißt Young Adult Fiction, und Caroline Wahl gehört mit ihren beiden ersten Romanen 22 Bahnen und Windstärke 17 zu den Erfolgreichsten in ihrem Genre. Mit ihrem neuestem Roman Die Assistentin hat sie einigermaßen Gegenwind erfahren, landete aber dennoch auf verschiedensten Bestsellerlisten. In diesem Roman bleibt sie bei der Young Adult Fiction und nähert sich dem problematischen Beschäftigungsverhältnissen im Kunst- und Kulturbetrieb, der im Rahmen von MeToo-Bewegungen in letzter Zeit auch literarisch unter die Lupe genommen worden ist, wie bspw. von Benjamin von Stuckrad-Barre in Noch wach? oder von Antje Rávik Strubel Blaue Frau. Ähnlich gelagert schließen auch Nell Zink in Sister Europe und Aria Aber in Good Girl an, die drastisch die teilweise äußerst informell-zwanghaft physisch-psychisch werdenden Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Kunstschaffenden und diese jeweils Kuratierenden beschreiben. Caroline Wahls ‚good girl‘ heißt nun Charlotte, und sie beginnt ihre Verlagskarriere bei einem angesagten Münchener Verlag und einem berühmt-berüchtigten Verleger und Alleskönner:
„Caroline Wahl: „Die Assistentin““ weiterlesenUgo Maise veröffentlichte derweil seinen Roman, wurde zwei Jahre später Chefredakteur von diesem Literaturmagazin, gründete eine Werbeagentur, investierte in mehrere Start-ups, bis er dann den Verlag kaufte, fast sieben Jahre war das nun her. Und jetzt saß sie hier, um im besten Fall die Assistentin dieses Mannes zu werden. Vielleicht hatte doch alles so seine Richtigkeit, wie es gekommen war. Kurz vor dem Gespräch beendete Charlotte die Recherche, zog sich ihre Glücksbluse an, glättete ihre Haare, trug ein wenig Wimperntusche auf und saß dann nervös vor ihrem Rechner und wartete.
Caroline Wahl aus: „Die Assistentin“
