Bodo Kirchhoff: „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt“

Seit er sein Leben mit einem Tier teilt … Deutscher Buchpreisträger 2016

Altmännerliteratur behandelt oft das Thema: alter Mann liebt junge Frau. Die um viele Jahrzehnte jüngere Frau dient diesem als Jungbrunnen, als Rejuvenalisierungsmöglichkeit, ohne dass diese unbedingt sofort eine intime und romantische Beziehung eingehen müsste. Martin Walser reicht in Das Traumbuch die Zusammenarbeit mit der viel jüngeren Malerin, um sich intensive Erinnerungen wachzurufen. In Martin Mosebachs Krass agiert die junge Begleiterin lediglich als Muse des schwergewichtigen Geschäftsmannes, wohingegen dann in Bernhard Schlinks Das späte Leben Nägel mit Köpfen gemacht werden und eine Ehe mit einem Altersunterschied von 34 Jahren beschrieben wird. Bodo Kirchhoff pendelt mit Seit er sein Leben mit einem Tier teil dezent dazwischen. Sein vierundsiebzigjähriger herzkranker Protagonist Louis Arthur Schongauer muss sich Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau eingestehen, dass er sich allein fühlt:

Möglich, dass sie die paar Dinge im Bad vergessen hat  – eher aber dort platziert, geht es ihm durch den Kopf, als er wieder vors Haus tritt, in ein Licht, als käme es allein vom See und seine Fläche bestünde aus Metallscherben in der Sonne. Schongauer schließt die Augen und stützt sich an einem der Korbstühle ab, die um den Tisch stehen  – fast die Haltung, in der er nachts im Bad seine Blase leert und dabei, weil er kein Licht macht, versehentlich die Spülung berührt und ein fast menschlicher Laut entsteht, eine Art Seufzen, als lebte er nicht allein.

Bodo Kirchhoff aus: „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt“

Inhalt/Plot:

Die Rahmenhandlung von Kirchhoffs Roman lässt sich knapp umreißen als eine Form von des Widerspenstigen Zähmung. Louis, ein alternder Schauspieler, der zumeist in Nebenrollen in Hollywood als Nazi-Deutscher aufgetreten ist, lebt nach einem Badeunglück, bei dem seine Frau vor seinen Augen ertrunken ist, alleine in Italien mit seinem Hund Ascha und erhält unverhofft-verhofft Besuch von drei Frauen: im Alter aufsteigend eine Reisebloggerin namens Frida Roth; eine Filmjournalistin Almut Stein; und Fridas Mutter, die sich einen Namen als Fernsehtalkmasterin Lilly Roth gemacht hat. Zuerst trifft Frida ein, die sich in den engen Straßen oberhalb des Gardasees mit ihrem Wohnmobil verfährt und in Louis‘ Zufahrt zu wenden versucht:

Bei zwei Zypressen, über die halbe Höhe wie aus einem Stamm, zu den Spitzen hin aber jede für sich, zögert er: Noch könnte er zurück ins Haus, in ein Unsichtbarsein. Nur drehen da immer noch die Reifen eines Fahrzeugs durch, immer noch versucht da wieder einmal wer, in seiner steilen Zufahrt auf Teufel komm raus zu wenden, und verwüstet den Boden, nun schon mit ächzender Kupplung. Den ganzen Sommer geht das schon so, dass sich Leute ohne Ortskenntnis in den Hohlwegen auf dem Olivenhang verfahren […]

Louis‘ Hund, Ascha, versteht sich auf Anhieb pudelwohl mit Frida, deren Wohnmobil bei dem Wendeversuch einen solchen Schaden angenommen hat, dass an eine sofortige Weiterfahrt nicht zu denken ist. Mit widerstreitenden Gefühlen lässt Louis sie auf dem Grundstück übernachten. Ihm missfällt die Gesellschaft, aber ihm gefällt, dass sie weiblich ist. Ihm wird zudem angesichts Fridas Unbekümmertheit und Almuts Interesse mehr und mehr bewusst, wie sehr er über die Jahre in der Abgeschiedenheit seit dem Tod seiner Frau das Kommunizieren verlernt zu haben scheint. Als Nebendarsteller gewöhnt, kaum ein paar Zeilen pro Film zu sagen, geht Louis auch sonst eher wortkarg durchs Leben:

Er weiß nicht, was er antworten soll – seine Zusage war ein Fehler, er will und braucht kein Porträt über sich, aber ihm liegt daran, das Herz nicht verkümmern zu lassen, es in Schwung zu halten, anders als nur durch die Wege den Hang hinauf.

Louis, gewöhnt durch sein Aussehen Frauen zu beeindrucken, versucht mit Almut zu flirten, die aber auf seine Annäherungsversuche zunächst jedoch nur so weit eingeht, wie es für ihr Schreibprojekt dienlich bleibt. Dennoch lässt sie sich zu einem Bootstrip auf dem Gardasee überreden. Louis und sie gehen schwimmen, indes sich Frida und Ascha mehr und mehr anfreunden. Es stellt sich heraus, dass Almuts Ehe kriselt. Ihr Gatte betrügt sie. Es stellt sich auch heraus, dass Fridas Mutter dem Braten am Gardasee nicht traut und kurzerhand aufbricht, ihre Tochter zu besuchen. Erst mit dem Eintreffen der Talkmasterin nimmt der Roman dialogtechnisch Fahrt auf, der zuvor durch den sich verschließenden Louis fast schmerzhaft zäh bleibt:

Aber eine Lilly Roth braucht wahrscheinlich keinen Hund – Sie haben Ihre Sendung, Sie haben Ihre Tochter, Sie haben überall ein Publikum, wie schön!
Falsch, ruft die Roth, es ist eher mühsam als schön. Kann es sein, dass Sie mich nicht mögen, Almut? Wir Frauen, wir sollten zusammenhalten, ich sage das in jeder Sendung. Sie haben sicher auch schon das Bad benützt und dieses Bild gesehen, das ja nicht umsonst hängt, wo es hängt. Und sich vielleicht gefragt, ob immer nur Heilige oder in die Jahre gekommene Männer von weiblichen Gespenstern umzingelt sein müssen. Oder ob es nicht auch mal andersherum sein könnte: dass uns etwas in Versuchung führt.

Seit er sein Leben mit einem Tier teilt besitzt zwei klare Erzählstränge: das erotische Interesse von Louis an Almut und die zunehmend bedrohlichen Auswirkungen seiner Herzkrankheit, die ihm mehr und mehr den Atem nehmen und bedrohlich mit dem Ende seines Lebens konfrontieren. In all dem spielt noch die Sorge um seine junge Hündin Ascha, denn es stellt sich die Frage, wer sich um sie sorgt, wenn er plötzlich, ein einsamer alter Mann in seinem verlassen Haus am Gardasee, was sich durch sein Herzrasen andeutet, versterben sollte. Vom Stoff her gesehen behandelt Kirchhoff die Situation eines alten Mannes, nahe des Todes, und erinnert so an Max Frischs Der Mensch erscheint im Holozän, und, wahrscheinlich das Paradigma für diesen Stoff, an Leo Nikolajewitsch Tolstois Der Tod des Iwan Iljitsch:

Er zog seinen Schlafrock an, wickelte sich in eine Reisedecke und setzte sich in den Lehnsessel zum Tee. Er fühlte sich einige Augenblicke erfrischt, kaum hatte er aber den Tee zu trinken begonnen, da war auch schon der frühere Geschmack, der frühere Schmerz wieder da. Er zwang sich, den Tee auszutrinken, dann legte er sich nieder, streckte die Füße aus und schickte Pjetr fort. Immer dasselbe. Bald blinkt ein Strahl der Hoffnung, bald braust ein Meer der Verzweiflung, und immer und immer wieder dieser Schmerz, diese Seelenqual, immer ein und dasselbe. Es ist ihm, wenn er allein ist, so bange, er möchte jemanden rufen, doch er weiß im Voraus, dass er sich in Gegenwart anderer noch schlechter fühlt.

Leo Nikolajewitsch Tolstoi aus: „Der Tod des Iwan Iljitsch“

Die Intensität der Lektüre, die zum Ende hin zunimmt, lässt sich auch bei Kirchhoff auf diesen Aspekt des Todeskampfes zurückführen.

Stil/Sprache/Form:

Die Nachzeichnung des trägen, zurückhaltenden, sich nicht in die Karten schauen lassenden Louis bremst Bodo Kirchhoffs Roman bis über die Hälfte klar aus. Die Dialoge kommen nicht ins Laufen. Er lenkt ab, weicht aus, antwortet mit wenigen Worten und lässt so Almuts Interesse für ihn ins Leere laufen. Er ist schlichtweg nicht an einer kommunikativen Verbindung interessiert, noch daran, sein Leben als Nebendarsteller und Ehegatte einer Starphotographin (die an Leni Riefenstahl, ihre Afrika- und Unterwasserleben-Projekte erinnert) Revue passieren zu lassen. Nur nach und nach treten Einzelheiten zutage, die aber kein kohärentes Bild von Louis zustande kommen lassen:

Alles ist vorläufig, man glaubt nur lange, es sei anders. Auch der Stent, den er voriges Jahr bekam, ist nicht der Weisheit letzter Schluss, nur ein Plastikröhrchen, das für eine Weile das Schlimmste verhindert. Almut könnte seine Tochter sein, aber er stellt sich vor, dass auch er sie verrückt macht, womit, das bleibt fraglich. Was weiß er schon über Frauen und die Liebe, was weiß er überhaupt  – der Pizzicollo ist genau tausendfünfhundert Meter hoch. Der See ist dreihundertfünfundvierzig Meter tief. Er wird morgen fünfundsiebzig.

In seiner nostalgisch-umständlichen, fast biederen Diktion zeichnet Seit er sein Leben mit einem Tier teilt ein sehr plausibles Charakterbild nach: ein Mann, der durch sein Aussehen besticht und für den Sex lebt, nichts als seinen Körper anzubieten weiß. Das klare, personale Erzählen mit bewusst-angestaubter Sprache, das zeitweise an Heinrich Manns Professor Unrat denken lässt, zieht in diese wirre, traurige Psyche sogartig hinein, sobald diese sich mit ihrer Endlichkeit und ihrem bevorstehenden Tod tatsächlich konfrontiert sieht und nicht nur im Peter-Pan-Syndrom ausweicht. Vergangenheit und Gegenwart mischen sich im Erzählen. Das fragmentierte Erleben bringt die Ordnung, die Louis sich zurecht gezimmert hat, ins Wanken, und die drei Frauen geben ihm den Anstoß, noch einmal sein Leben zu überdenken:

Er wäscht sich die Hände und sieht die Eidechse, wie sie hinter der Kloschüssel verharrt, mit einem Blick zu ihm. Sie kann nicht aus dem Bad, die Tür ist zu, und er treibt sie mit einem Handtuch in die Enge, bis er sie hat, ihre winzigen Regungen sogar durch den Stoff spürt; und fast hat er Angst vor ihr, ihrem Lebendigsein, vielleicht auch, weil es Die Eidechse heißt, wer weiß. Er bringt sie in dem Handtuch ins Freie und schüttelt sie vorsichtig aus, sie hat ihren Schwanz abgeworfen und verharrt erst für Sekunden, irgendwie entstellt, dann huscht sie davon.

Der psychoanalytische Hintergrund des Romans hinterlässt teilweise schlaghammerartig seine Wirkung: Die Waffe als Potenz, der See als das ozeanische Gefühl, das Verschwinden seines Vaters, die Überforderung seiner Mutter, die ihn in ein Kinderheim gab, und die daraus resultierenden Bindungsängste. Hier überfrachtet Kirchhoff das Erzählen, aber nur, sofern diese zu einer Erklärung des Charakters von Louis bemüht werden. Der Charakter überzeugt auch ohne jeden Kausalnexus. Die Beschreibungen wirken nämlich nach, führen dem Text ein etwas gruseliges Nach- und Innenleben zu. Es dauert einfach mehr als hundert Seiten bis dieser Aspekt des Textes voll zur Geltung kommt und erreicht dies letztlich im letzten Viertel:

Und in den Hollywood-Jahren gab es alle möglichen Geschichten, aber nur eine ernste, mit der Kostümbildnerin, von der ich erzählt habe, Lynn. Und zuletzt meine Frau  – die Liebe, die man am wenigsten versteht: wenn zwei, die sich weh-tun, zusammenbleiben. Und seit ihrem Tod liebe ich ein Wesen auf vier Beinen. Ich halte nichts von Männern mit späten Offenbarungen, ich hab zu viele von der Sorte erlebt, im Grunde ewige Kinder. Die Türme bauen und weinen, wenn sie umfallen.

Almut bringt Louis seine verstorbene Frau Magda in Erinnerung, Frida seine Jugendliebe Lynn, und Lily Roth die Mutter, die er nie hatte. Eine sehr starke sentimentale Stimmung nimmt crescendoartig in Seit er sein Leben mit einem Tier teilt zu, die eines Mannes, der keine Zeit mehr hat, die Tatsache vor sich zu verleugnen, dass er selbst entfremdet gelebt, unentschieden gehandelt, verantwortungslos geliebt hat. Dieses Versperren und Öffnen, dieses Sprechen und Nicht-Sprechen verhindern, dass Kirchhoffs Roman eine Schmonzette wie Steffen Kopetzkys Monschau wird, wie es von Erzählstil und Setting und der Erzählanlage her gesehen prädestiniert gewesen wäre.

Kommunikativ-literarisches Resümee:

Von den kulturellen Anspielungen abgesehen, Louis Arthur, also Arthur mit einem Hund, erinnert selbstredend an Butz, den letzten Pudel von Arthur Schopenhauer, stellt Louis‘ wachsendes Bewusstsein vom bevorstehenden eigenen Tod das eigentliches Thema des Romans Seit er sein Leben mit einem Tier teilt dar. Das zunehmende Herzleiden, das Altern, ängstigt ihn. In seinem Bewusstsein kämpft das Herz der Ärzte gegen sein wahres Herz:

Schongauer nimmt jetzt den steilsten und dafür kürzesten Weg zu dem Bildstock, auch wenn ihm das Herz bis in den Hals schlägt. Aber was da schlägt, ist das Organ der Ärzte, die ihm auch abgeraten haben, in diese Gegend zu ziehen, in ein Reizklima, statt sich bei Wiesbaden, wo er zur Welt gekommen ist, ein betreutes Wohnen zu suchen; sein wahres Herz ist das der Sehnsucht, die es überschwemmt.

Den engsten literarischen Anknüpfungspunkt findet sich bei Max Frisch, auf der anderen, nicht der italienischen, aber der schweizerischen Seite der Alpen, nämlich in seinem Kurzroman Der Mensch erscheint im Holozän, wo ein ebenfalls (!) vierundsiebzigjähriger verwitweter Mann, nach einem Erdrutsch, in einem Dorf lebt und sich um einen noch größeren Erdrutsch und seine zunehmende Gedächtnisschwäche besorgt. Hier passen fast alle Details: die Eidechse, die Schlangen im Garten; die Gartenarbeit und die zerfallene kleine Mauer, die es wiederherzurichten gilt. Es fehlt auch nicht das Unwetter, das über den Gardasee wie über den Tessin niedergeht, der Schlamm und das Donnern. Vor allem jedoch die Sorge um das schwächer werdende eigene Herz:

Im Morgengrauen, noch vor dem kurzen Kirchgeläute, hat Herr Geiser den gepackten Rucksack genommen, dazu Hut und Regenmantel und Schirm – der Rucksack ist nicht zu schwer, und sowie Herr Geiser in den Wald gekommen ist, hat das Herzklopfen nachgelassen; niemand im Dorf hat ihn gesehen und gefragt, wohin denn Herr Geiser wandern wolle mit seinem Rucksack und bergaufwärts und bei diesem Wetter.
Herr Geiser weiß, was er tut.

Max Frisch aus: „Der Mensch erscheint im Holozän

Im Gegensatz aber zu Herr Geiser fordert Louis nicht seine Gesundheit mit einem Gewaltakt von Wanderung zu einer Passhöhe heraus, die Geiser unternimmt, um sich der Möglichkeit einer Flucht nach Basel, wo die Familie seiner Tochter wohnt, zu vergewissern. Louis stellt aber wie Geiser fest, dass es einsam um ihn herum geworden ist, und sucht nun Anschlussmöglichkeiten. Vor allem beginnt er sich einzugestehen, dass er sich noch nie um jemanden kümmern konnte, nicht um seine Partnerinnen und wahrscheinlich auch nicht um seine Hündin Ascha, um deren Zukunft er sich sorgt:

[…] während ich Aschas Kopf hielt und an den Tag dachte, als Magda und ich sie fanden, grauklein in dem Aschehaufen, wie ein Teil des Erloschenen, anfangs nur zu erkennen an der dunklen Nase. Sie hat sich auch nicht bewegt, als wir sie anhoben mit vier Händen, erst als wir die Asche aus dem räudigen Fell strichen und sich wie von selbst ihr Name ergab, war da ein Zittern um die Rippen.

Seit er sein Leben mit einem Tier teilt handelt von Abschieden, von Eingeständnissen, von einem Hilferuf, zu dem Louis nur sehr verzagt zu bringen ist, der ihm aber auf eine gewisse Weise doch gelingt. In dem Moment, wo er seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt, bestimmte Türen schließt, öffnen sich andere und eine ganze Welt. Plötzlich gibt es die Welt wieder. Louis versteht, dass er nie die Kraft und Persönlichkeit besessen hat, andere zu schützen oder Geborgenheit zu schenken. Er ist es zeitlebens selbst gewesen, der sich nach Schutz und Wärme gesehnt und das bei seinen Partnerinnen gesucht hat:

Barfuß mit noch nassem Haar, eingehüllt in Magdas alten Bademantel, geht er zurück in den Wohnraum. Almut sitzt jetzt auf dem Sofa [… und] fordert ihn auf, sich an ihre Seite zu setzen, und klopft mit der flachen Hand auf das alte Leder, wie er es oft gemacht hat, um die Hündin an seine Seite zu holen, wenn sie eigentlich gern auf dem Boden lag, so, wie er jetzt gern vor dem Sofa stehen bleiben würde.

Mit zum Ende hin atemberaubender Intensität zeichnet Bodo Kirchhoff in seinem Roman Seit er sein Leben mit einem Tier teilt den Erkenntnisprozess eines Mannes nach, der sich aus der ihm zuerteilten Rolle zu emanzipieren versucht, vielleicht etwas zu spät, vielleicht etwas zu bequem, aber von Grund auf, schmerzhaft, ehrlich und schambefreit. Als solchen gelesen stellt er nachgerade das Gegenteil von Quentin Tarantinos Es war einmal in Hollywood dar, der nur aus männlichen Selbstimmunisierungsstrategien besteht, und tritt in die Fußstapfen eines Max Frischs in seinen Alterswerken wie Der Mensch erscheint im Holozän und Montauk, nur ein wenig rührseliger, sentimentaler und verschroben biedern-lüsterner.

tl;dr … eine Kurzversion der Lesebesprechung gibt es hier.

Nächste Woche am 16.04.2024 auf Kommunikatives Lesen:
bespreche ich von Julia Jost Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht.

Eine Kurzversion der Besprechung und noch andere aktuelle Kurzrezensionen findet sich demnächst hier

9 Antworten auf „Bodo Kirchhoff: „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt““

  1. hibouh – Grand Turc – read me! Und weiterhin.... Die Labyrinthe von Hibouh: Orte der Sehnsucht. Oasen für alle Umtriebigen und Nachtschönheiten. Inseln im opaken Licht der Phantasie unter einem fleischig dahinziehenden Mond. Leise Dämmerung auf den Höhen. Neugierig geworden? Wir bringen Sie hin, wo Erleben und Erkennen eins werden. Nur Mut - lüften Sie dieses Geheimnis!
    hibouh sagt:

    Merci!

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Wie immer gerne, und schön, dass du vorbeigeschaut hast!!

      1. hibouh – Grand Turc – read me! Und weiterhin.... Die Labyrinthe von Hibouh: Orte der Sehnsucht. Oasen für alle Umtriebigen und Nachtschönheiten. Inseln im opaken Licht der Phantasie unter einem fleischig dahinziehenden Mond. Leise Dämmerung auf den Höhen. Neugierig geworden? Wir bringen Sie hin, wo Erleben und Erkennen eins werden. Nur Mut - lüften Sie dieses Geheimnis!
        hibouh sagt:

        Ne Bekannte, die mir (aus HH) immer Bücher schickt, liest grade Kirchhoff. Vielleicht krieg ich das ja?

  2. Christiane – Home of abc.etüden ;-) Christiane lebt im Süden Hamburgs, hat einen bunten Schreib-/Gedichte-Blog und einen Regenblog und schreibt, fotografiert und liest gern ;-) https://365tageasatzaday.wordpress.com/ https://regensucherin.wordpress.com/
    Christiane sagt:

    Ich bin nicht sicher, ob es mir gefallen würde, aber deine Besprechung ist eine echte Leseempfehlung!
    Morgenkaffeegrüße ☁️🌥️🎶☕🍪

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Ich war mir auch nicht sicher, und bin mir auch noch immer nicht sicher, ob mir das gefällt. Es hat mich aber ziemlich mitgenommen, denn der beschriebene Charakter überzeugt – es ist ein sehr stimmiges, sehr nachdenklich stimmendes Porträt, das aber, zumindest meine, Stimmung nicht hebt. Es ist arg, gelinde gesagt, was mit ihm da passiert, und was er über sich und sein Leben anerkennen muss. Danke für deinen Kommentar und Vor-Arbeits-Kaffee-Grüße!!!😁

  3. Das klingt wie ein typischer Kirchhoff, auch im Alter noch der kommunikationsgehemmte Mann … merkwürdig, dass gerade ein Schriftsteller, der von Worten lebt, so einen Kampf damit haben muss. Schon vor über dreißig Jahren habe ich bei der Lektüre von „Infanta“ empfunden, dass Kirchhoffs Protagonisten Frauen im Grunde nur benutzen, um sich selbst lebendig zu fühlen.

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Es ist sehr schmerzlich, wie der Protagonist einfach nicht sein Mund öffnen kann – es ist äußerst träge, so verschmonzettet, aber in dieser Hinsicht eben auch sehr plausibel. Nur wäre ich als Interviewerin einfach sofort abgezogen. Hier fehlte einfach der schlagende Grund, warum die sich mit ihm abgibt – er hätte schon mehr als ein C-Promi sein müssen. Aber von diesem Lapsus abgesehen, diese Todesangst, diese Leere, die ihn treibt, oh Warte … die hat gezündet in dem Roman. Ich werde erst einmal kein weiteres Buch von ihm lesen, denke ich. Habe einige Tage gebraucht, dieses Elend zu verarbeiten. Viele Grüße!! Und Danke für den Hinweis auf „Infanta“.

Kommentar verfassenAntwort abbrechen

Entdecke mehr von Kommunikatives Lesen

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Die mobile Version verlassen
%%footer%%