Literarische Erzeugnisse streben danach, Geschichte zu verdichten, sie fühlbar, nacherlebbar werden zu lassen. Die Konflikte, die Träume, die Probleme erhalten eine poetische Gestalt, eine Kondensation, die jede Lektüre für sich neu entfaltet, deutet und in die Gegenwart transponiert. Wenige Texte sind derart zugänglich geblieben wie Sophokles‘ Tragödien, zu denen auch Antigone zählt. Ihr Stoff beschäftigt bis in die Gegenwart hinein die Gemüter. Für den Hegel aus Der Phänomenologie des Geistes kommt in der Tragödie der Konflikt zwischen göttlichem und menschlichem Gesetz zum Ausdruck, und Simone Weil stimmt ihm in ihren Cahiers (Februar 1942) zu. Jean Anouilh interpretiert den Konflikt in seinem Theaterstück in Bezug auf die Résistance und viele weitere im Rahmen des zivilen Ungehorsams. Von der politischen Instrumentalisierung abgesehen führt die Antigone von Sophokles eindrucksvoll vor, wie poetisch-literarische Verdichtung eines Konflikts mit nur wenigen Worten zwischen den Schwestern Ismene und Antigone gelingt:
ISMENE. Drum also bitt ich die, die drunten [im Reich des Hades] sind, mir zu verzeihn, da ich dazu gezwungen werd, und füg mich denen, die im Staat das Sagen haben. Denn zu tun, was alle Maße sprengt, hat keinen Sinn.
Sophokles aus: „Antigone“ (Übersetzung Kurt Steinmann)
ANTIGONE. Ich fordre dich nicht auf, und wolltest du es irgendwann noch tun, nicht wirktest du mit mir zur Freud! Nein, denk du nur, wie’s gut dir scheint! Doch [Polyneikes] begrab ich. Schön ist mir nach solcher Tat der Tod.
Inhalt/Plot:
Antigone behandelt die politische Situation Thebens, nachdem König Ödipus herausgefunden hat, dass er seinen leiblichen Vater (Laios) ermordet und seine leibliche Mutter (Iokaste) geehelicht hat. Iokaste erhängt sich, und Ödipus geht in die Verbannung. Seine Kinder, die allesamt Iokaste zur Welt gebracht hat (Ismene, Eteokles, Polyneikes und Antigone), verbleiben in Theben. Polyneikes und Eteokles beschließen sich die Macht zu teilen und abwechselnd zu regieren. Eteokles hält sich nicht an die Vereinbarung, worauf Polyneikes sich mit Adrastos aus Argos verbündet und mit sechs Feldherren gegen Theben zieht. Es kommt zum Bruderkampf, bei dem beide sich gegenseitig umbringen, Theben aber insgesamt durch die Siege an den restlichen sechs Toren den Triumph davonträgt.
Denn sieben Truppenführer an den sieben Toren aufgestellt, Mann gegen Mann, ließen Zeus, dem Schlachtenwender, den Zoll all-eherner Waffen, außer dem furchtbaren Brüderpaar, das einem Vater und einer Mutter entstammend, gegeneinander die beiderseits siegreichen Lanzen schwang und das Teil gemeinsamen Todes empfing, beide zusammen. Aber Nike, die vielgepriesene, kam, teilend die Freude mit der wagengesegneten Thebe.
Kreon, der Bruder Iokastes, also der Onkel von Ödipus‘ Kindern, besorgt um die Einheit des Thebanischen Staates, ruft öffentlich aus, dass Polyneikes entgegen der herkömmliche Sitte oder der stammesrechtlichen Pflicht nicht begraben werden darf. Es ist eine Machtdemonstration, die insbesondere auf die in der Bevölkerung abzielt, die sich gegen die festgelegte Ordnung aufzulehnen gedenken. Kreon meint nun symbolisch seine Macht gegenüber usurpatorischen Familien untermauern zu müssen:
KREON. Ihn – so ist es unsrer Stadt verkündet – soll keiner mit dem Grabe ehren noch beklagen, nein, unbestattet lass man seinen Leib zum Fraß den Vögeln und den Hunden, schmachvoll anzusehn! So geht mein Denken, und nie wird von mir der Schlechte mehr geehrt als der Gerechte. Wer aber wohlgesinnt ist dieser Stadt, der sei, ganz gleich, ob tot, ob lebend, stets von mir geehrt!
Von den Labdakiden, dem Geschlecht der Iokaste und des Ödipus, bleiben nur noch Ismene und Antigone übrig, die Schwestern von Polyneikes und Eteokles. Beide, noch schockiert von den Ereignissen, ringen um Fassung. Während Ismene sich anschickt, sich den Geboten Kreons zu unterwerfen, vermag Antigone nicht ruhen, bevor beide ihrer Brüder im Sinne der Tradition bestattet wurden, insbesondere eben auch Polyneikes:
ISMENE. So willst du ihn begraben, was der Staat doch untersagt?
ANTIGONE. Ja, meinen Bruder – und den deinen, auch wenn du dich weigerst! Niemals zeiht mich einer des Verrats.
ISMENE. Verwegne! Wo doch Kreon es verbietet?
ANTIGONE. Er hat kein Recht, mich von den Meinen fernzuhalten.
Auf wenigen Seiten hat nun der ganze Konflikt seine Fahrt aufgenommen. Antigone erträgt nicht, dass Polyneikes Leichnam von wilden Hunden und Vögel gefressen und zerrissen wird, und Kreon will nicht zulassen, dass ein Verräter am Staat die Genugtuung erfährt von der Sitte eben dieses Staates geehrt und begraben zu werden, zumal ein Exempel gegen ihn zu statuieren Kreon für nötig hält. Der Kern des Konfliktes beruht auf dem antagonistischen und auch synthetischen, also dialektischen Zusammenspiel von Sittlichkeit, repräsentiert durch die Familienehre, und das geltende Recht, repräsentiert durch die Befehle des Machtinhabers Kreon. Beide besitzen ihren Gültigkeitsanspruch, aber nicht symmetrisch. Hierin liegt die Fehleinschätzung Kreons:
CHOR. Weitaus erste Bedingung des Glücks ist das vernünftige Denken; man darf die Sphäre der Götter niemals entheiligen; doch große Worte der über die Maßen Stolzen lehren, haben sie unter großen Schlägen gebüßt, im Alter vernünftiges Denken.
In den überlieferten Traditionen herrschen die Götter chthonisch. Sie geben dem Herrscher eine Legitimität, insolange er ausreichend die Interessen der Familien vertritt. Im Falle der Labdakiden übertritt er aber eine Grenze. Er greift in ihre Riten ein, und die Öffentlichkeit kehrt sich nach und nach gegen ihn. Mit anderen Worten, er hat seine Machtbefugnis überzogen, seine Unabhängigkeit gegenüber der legimitierenden Basis überschätzt, die Sittlichkeit folgt hier nicht mehr dem geltenden Gesetz:
Denn furchtbar ist dein Blick dem Mann im Volk bei solchen Worten, die zu hören dich nicht freut. Mir aber steht es frei, im Dunkeln zu erlauschen, wie sehr die Stadt um dieses Mädchen klagt: dass sie, die es von allen Fraun zuletzt verdient, aufs schlimmste sterben soll für eine höchst ruhmreiche Tat, sie, die nicht unbestattet ließ den eignen Bruder, der in blutgem Kampfe fiel, und die’s nicht hinnahm, dass Hunde, Rohes fressend, ihn zerrissen oder Vögel.
Der Konflikt basiert im modernen Problem, inwieweit Herrschaft noch als legitim erscheint, wenn sie zu tief in die Gewohnheiten des Alltags und die Gewohnheitsrechte eingreift, insbesondere in einem problematischen Fall wie dem, dass zwei Brüder um die Krone kämpfen und der eine nach Betrug sich am anderen rächen will. Eteokles und Polyneikes tragen, gemäß der klassischen Überlieferung, beide Schuld am Ausbruch des Krieges. Kreon jedoch bestraft nur Polyneikes, indem er ihm das Begräbnis verweigert, da Polyneikes den Machtkampf über die Stadtmauern hinaus erweitert hat. Gegen diese Ungleichbehandlung rebelliert Antigone und beruft sich althergebrachtes Familienrecht, dem sie meint die staatliche Ordnung unterordnen zu dürfen, d.h. sie stellt die Blutsverwandtschaft über alles:
Denn nie, wär ich von Kindern Mutter auch gewesen, noch wär ein Gatte mir im Tod dahingeschwunden, hätt ich den Bürgern trotzend diese Müh mir auferlegt. Im Sinne welcher Satzung sage ich dies nun? Stürb mir der Gatte, könnt ich einen andern finden, bekäm von ihm ein Kind auch, hätt ich eins verloren. Da aber Mutter mir und Vater ruhn in Hades’ Reich geborgen, gibt’s keinen Bruder mehr, der je mir wüchs heran.
Nicht die Kinder, nicht der Ehemann, der Bruder ist unersetzlich. Kinder wie Ehemann lassen sich laut der Apologie von Antigone ersetzen, der Bruder aber nicht. Kreon steht für das überfamiliäre Gemeinwesen, dessen alleiniger Gesetzgeber er ist. Da Antigone gegen sein Gebot verstoßen hat, wird sie bestraft. Sie wird in eine Felshöhle eingesperrt. Antigone, der Lebensgeister verlustig gegangen, erhängt sich daraufhin, sodass Kreon, als er einsieht, dass er sich in Angelegenheiten eingemischt hat, in denen der Staat nichts zu suchen hat, sie bereits tot vorfindet, woraufhin sein Sohn Haimon Selbstmord begeht und auch seine Gattin Eurydike ihrem Sohn in den Tod.
Stil/Sprache/Form:
Je nach Übersetzung erhält Sophokles‘ Antigone sehr andere Prägungen und sprachliche Eigenschaften. Unabhängig von der jeweiligen Übersetzung bleibt der Text ein Theaterstück zur Aufführung gedacht und dadurch sehr dialoglastig. Die einzelnen Streitgespräche werden von einem Chor unterbrochen. Ganz allgemein besteht die Struktur aus einer Einführung (Prologos und Parodos) und einem Finale (Exodus und Kommos). Zwischen diesen wechseln sich Dialoge, Handlungsvorgang (Epeisodia) und Choreinlagen (Stasima) ab, von denen es in Antigone jeweils fünf an der Zahl gibt. Kennzeichnend für den Stil von Sophokles und den antiken Tragödien überhaupt besteht im apodiktischen Setzen des zentralen Konflikts, der keiner weiteren Begründung bedarf. Der Text startet sofort mit Antigones Empörung:
ANTIGONE. Ismene, Schwester, gleichem Mutterleib entstammt! Kennst du nur eines der von Ödipus entsprungnen Leiden, das Zeus uns beiden nicht im Leben noch erfüllt? Denn da ist nichts an Schmerz und nichts, was Ate wirkt, und nichts an Schande und Missachtung, das ich nicht in deinen und in meinen Nöten hab gesehn.
Kein Charakter steht im Handlungsverlauf zur Disposition. Kreon und Antigone bleiben starrsinnig, wohingegen Ismene und Haimon vermittelnd und harmonisierend wirken. Durch das Fehlen jeder Psychologisierung, Motivierung und Erklärung entsteht eine schlagartige, situativ-vollzogene Glaubhaftigkeit der handelnden Figuren. Die Reflexion selbst liegt in der Komposition, nicht in der Charakteranlage selbst. Antigone und Kreon ziehen sich selbst und ihren Anspruch nicht in Zweifel, ganz unabhängig von den Widerreden, die sie erfahren.
Kommunikativ-literarisches Resümee:
Literarische Bezüge für Sophokles Antigone umfassen beinahe die gesamte Literaturwelt. Jede Epoche vermochte in der Figur der Antigone eine Repräsentantin eines fundamentalen Konflikts zu sehen: Pierre-Simon Ballanche sah in ihr Marie Antoinette, Jean Anouilh und Bertolt Brecht eine Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg, Walter Hasenclever eine Humanistin und Menschenrechtlerin, und Felix Lützkendorf eine zyprische Widerstandskämpferin, um nur einige zu nennen. Im Vordergrund der Rezeption steht die willensstarke, opferbereite, starrsinnige Antigone als Frauenfigur, die sich keiner Willkürherrschaft, hier Kreons, beugt. Diese modernen Auslegungen übersehen jedoch das völkische und blutsbandlerische Element von Antigones Charakter. Sie spricht nicht im Namen des Volkes, im Namen von Opfern. Sie zeigt keine Zivilcourage im eigentlichen Sinne. Sie beschwört ein althergebrachtes Stammesrecht:
ANTIGONE. O des Landes Theben väterliche Stadt und Götter ihr des früheren Geschlechts! So führt man mich denn ab, nicht länger darf ich bleiben! Schaut, die ihr Thebens Herren seid, auf die einzige, die noch verblieb von der königlichen Familie, was – von welchen Männern! – ich erleide, weil ich Heiliges heilig geachtet.
Das Heilige steht bei Antigone unter Tabu. Es steht genauso wenig zur Debatte wie Kreons Dekrete. Sie verhalten sich beide inkommunikativ. Die moderne Auslegung, der Antigone-Stoff, ignoriert die Sophokleische dialektische Anlage der Tragödie und sieht in Antigone eine Widerstandskämpferin, bspw. Bertolt Brecht in Die Antigone des Sophokles:
Das ist Antigone / Fürstin aus dem Geschlecht des Ödipus. Das hier / Kreon, Tryrann der Stadt Theben, ihr Oheim. Ich bin / Tiresias, der Seher. Dieser da / Führt einen Raubkrieg gegen das ferne Argos. Diese / Tritt dem Unmenschlichen entgegen, und er vernichtet sie. / Aber sein Krieg, nun unmenschlich geheißen / Bricht ihm zusammen. Die unbeugsame Gerechte / Nichtachtend des eignen geknechteten Volkes Opfer / Hat ihn beendet.
Bertolt Brecht aus: „Neuer Prolog zur »Antigone«“ [GW Bd. 6]
Bezeichnenderweise streicht die Brechtsche Version die Heiligpreisung der Blutsverwandtschaft, wiewohl sie sich nach der Übersetzung von Friedrich Hölderlin richtet, in der wird die oben bereits zitierte Stelle wie folgt gefasst:
Nie nämlich, weder wenn ich Mutter / Von Kindern wäre oder ein Gemahl / Im Tode sich verzehret, hätt ich mit Gewalt, / Als wollt ich einen Aufstand, dies errungen. / Und welchem Gesetze sag ich dies zu Dank? / Wär ein Gemahl gestorben, gäb es andre, / Und auch ein Kind von einem andern Manne, / Wenn diesen ich umarmt. Wenn aber Mutter / Und Vater schläft, im Ort der Toten beides, / Steht’s nicht, als wüchs ein andrer Bruder wieder. / Nach solchem Gesetze hab ich dich geehrt […]
Friedrich Hölderlin aus: „Antigone“
Antigones problematisches Verständnis schließt noch strikter aus als Kreons Gesetzgebung, dennoch wird diese chthonische Seite selten beachtet oder sogar einfach aus der jeweiligen Textversion gestrichen. Es will nicht zur republikanisch gesinnten Vorkämpferin passen, die sich gegen die Willkür eines Tyrannen auflehnt, mit der der komplexe Charakter der sophokleischen Antigone gerne zusammengefasst wird. In dessen Fassung lernt Kreon dazu, hat Kreon ein Einsehen, hört dieser auf die Weissagungen und Ratschläge seiner Berater und Freunde, wenn auch zu spät. Antigone selbst geht märtyrerhaft zugrunde und erhängt sich, um dem Hungertod zu entgehen, vorschnell selbst, woraufhin ihr Verlobter vor Verzweiflung Selbstmord begeht und die Mutter ihres Verlobten ebenfalls. Kreon gilt durchweg als Bösewicht, bspw. auch in Johann Wolfgang Goethes Gespräche mit Eckermann:
»Wenn Kreon den Polyneikes zu beerdigen verbietet und durch den verwesenden Leichnam nicht bloß die Luft verpestet […] so ist eine solche Menschen und Götter beleidigende Handlungsweise keineswegs eine Staats-Tugend, sondern vielmehr ein Staats- Verbrechen. Auch hat er das ganze Stück gegen sich: er hat die Ältesten des Staats, welche den Chor bilden, gegen sich; er hat das Volk im allgemeinen gegen sich; er hat den Teiresias gegen sich; er hat seine eigene Familie gegen sich. Er aber hört nicht, sondern frevelt eigensinnig fort, bis er alle die Seinigen zugrunde gerichtet hat und er selber am Ende nur noch ein Schatten ist.«
Johann Peter Eckermann: „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“
»Und doch,« sagte [Eckermann], »wenn man ihn reden hört, so sollte man glauben, daß er einiges Recht habe.«
»Das ists eben,« erwiderte Goethe, »worin Sophokles ein Meister ist und worin überhaupt das Leben des Dramatischen besteht. Seine Charaktere besitzen alle eine solche Redegabe und wissen die Motive ihrer Handlungsweise so überzeugend darzulegen, daß der Zuhörer fast immer auf der Seite dessen ist, der zuletzt gesprochen hat.
Um die Figur Antigones ranken sich viele Mythen, und ihre Figur, allzumal bei Sophokles, bleibt schillernd, aufmüpfig, mutig, starrsinnig und auch ein wenig wahnsinnig. In ihr verbinden sich viele Widersprüche und Ambivalenzen, Gefahren und Möglichkeiten, gute wie schlechte Dimensionen des sozialen Widerstandes. Sie lässt sich nicht beirren und gilt daher als Heldin, die der Macht die Stirn bietet und Grenzen der willkürlichen Machtausübung aufzeigt, und wird in der Literatur zurecht auch als solche gefeiert. Kreon dagegen, der um Stabilität bemühte, der am Ende Einsehen hat, Antigone begnadigen möchte, gilt in der Nachfolge lediglich als Abziehbild eines Tyrannen, wohingegen vieles dafür spricht, dass er einsieht und erkennt, dass er sich nicht in Familienzwistigkeiten hätte einmischen sollen.
Eine andere, etwas ungewohnte Fabel, die sich aus Sophokles Antigone ziehen lassen könnte, wäre dann, dass es Gefahr und Not und Tod bringt, sobald der Staat einer Ungleichbehandlung das Wort redet und die Augenbinde der Iustitia vom Kopf streift, also willkürlich ja und nein sagt, statt blind dem Blinden gegenüber zu bleiben.
tl;dr … eine Kurzversion der Lesebesprechung gibt es hier.
Außerplanmäßig werde ich ab und zu Besprechungen zu Klassikern posten. In diesem Zuge soll nach und nach mein Ein Kanon an Leben und Inhalt gewinnen.
Andere aktuelle und Klassiker-Kurzrezensionen findet sich vorab bereits hier.

Familienrecht geht über Staatsrecht. So wird es hier bis heute empfunden. Nicht Gleichheit des Einzelnen vor dem Recht (egalite ist eine neuzeitliche Erfindung), sondern Respektierung der natürlichen Bindungen (dh der Blutsverbindungen).
Ich denke grad an das Plädoyer von Dimitri Karamasovs Verteidiger, der den „Vatermord“ vom atavistischen Beigeschmack zu befreien versucht, indem er nachweist, dass der Vater sich nicht wie ein wirklicher Vater verhielt, also zu Unrecht Vater genannt werde. „Die Bauern aber haben ihren eigenen Kopf“….