Jüdisch-deutsches Schreiben arbeitet sich momentan gerne mittels phantastischer, zeitverschobener Elemente wie bei Tomer Gardis Eine runde Sache oder Tomer Dotan-Dreyfus‘ Birobidschan an der Vergangenheit ab. Gardi lässt eine Sintflut über Deutschland hinwegbrausen und Dotan-Dreyfus beschwört Zeitreisen im fernen Siberien. Dana von Suffrin bleibt in ihrem neuesten Roman, dem zweiten nach ihrem Debüt Otto, ziemlich auf dem Boden gewöhnlicher Tatsachen. Ihre Ich-Erzählerin Rosa verarbeitet die zerfahrene deutsch-jüdische Familiengeschichte anlässlich des Todes ihres Vaters Mordechai:
Nach einer halben oder Dreiviertelstunde kommt die Schwester zurück. Sie übergibt mir den ausgefüllten Totenschein, ich sehe ihn gar nicht an und stecke ihn in meine Tasche. Sie nickt, und dann geht sie wieder in ihr Zimmer, aber sie kommt sofort wieder heraus, kaum dass sie die Türe geschlossen hat. Eine Sache noch, sagt sie, das habe ich vergessen, es tut mir leid, ich kenne die Abläufe noch nicht gut, wollen Sie Ihren Vater noch einmal sehen? Ich antworte, dass ich nur gekommen bin, um die Papiere zu bringen und um seine Sachen abzuholen […] dann sage ich gar nichts mehr, ich möchte ja nicht für eine Esoterikerin gehalten werden.
Auf dem Heimweg, in der U-Bahn, sehen alle aus wie immer, und es gibt keine Blitze und keinen Donner, der Tag, an dem Mordechai Jeruscher gestorben ist, ist ein ganz normaler Tag.
Dana von Suffrin aus: „Nochmal von vorne“
Inhalt/Plot:
Inhaltlich durchdringen sich in Nochmal von vorne drei Ebenen, die jeweils eine Generation in den Mittelpunkt stellen: die der Großeltern, Tibor und Zsazsa; die der Eltern, Mordechai und Veronika; und die von Rosas Zusammenleben mit ihrer älteren Schwester Nadja. Das Buch beginnt mit der Dimension der Großeltern, als nämlich am 26. August 1940, im Zweiten Wiener Schiedsspruch, von den Außenministern aus Ungarn, Rumänien, Italien und Deutschland mehrheitlich entschieden wurde, dass Nordsiebenbürgen, statt rumänisch zu bleiben, nun Teil von Ungarn wird. Mit einem Schlag also wechseln die Großeltern Rosas ihre Staatsbürgerschaft, die aber bald wieder, im Sommer 1944, rumänisch wird, bevor sie schließlich den Mut und die Geduld verlieren, die Schikane, Gewalt der Securitate zu ertragen, und in den 1950er Jahren nach Israel auswandern:
Zsazsa und Tibor […] zogen in eine Zweizimmerwohnung. Dann versprachen sie den Söhnen, was sich die Migranten immer versprechen: dass alles besser, einfacher und schöner wird. Dann ließen sie den Balkon verglasen, er wurde zum Kinderzimmer. Und kaum fand Zsazsa das erste weiße Haar in ihrem Dutt, war die Zeit des zweiten Sohnes schon fast verronnen, und der erste Sohn versuchte in Deutschland, sich seine Abschlussurkunden anerkennen zu lassen, dann fand er den Hund, danach stolperte er über ein Bein, dann starb Tibor, und Zsazsa endete in dem schrecklichen Seniorenheim in Holon, in das ihre Söhne sie brachten.
Die beiden Söhne heißen Arie und Mordechai, die in Israel bei ihren Eltern aufwachsen und 1973 zeitgleich ihren Wehrdienst leisten und im Oktober desselben Jahres in den Jom-Kippur-Krieg müssen. Arie, als ausgebildeter Kampfpilot, wird nach wenigen Tagen abgeschossen, kommt aber mit einer Gehirnerschütterung und ein paar Brüchen davon. Mordechai, Rosas Vater, dagegen bleibt als Panzeroffizier bis zum Ende in den Kampfeinsätzen und verliert darüber nie mehr ein Wort. Kurz nach dem Krieg stirbt Tibor und Mordechai beschließt, um in Chemie zu promovieren, nach Deutschland zu ziehen, und lässt Arie und seine Mutter in Israel zurück, was zur Folge hat, dass sie bald ins Altersheim kommt, denn Arie, der jüngere Sohn führt einfach ein zu unstetes Leben:
Jedenfalls hatte mein Vater sie, als er nach Deutschland ging, einfach mit Arie in Israel zurückgelassen, obwohl er genau wusste, dass unser Onkel gar nicht in der Lage war, sich angemessen um seine Mutter zu kümmern, schließlich hatte er seine Jobs und all die hübschen Freundinnen aus Bat Yam und aus Rischon leZion (wofür Zsazsa Arie seltsamerweise sogar lobte und was sie meinem Vater natürlich niemals hätte durchgehen lassen). Und so kam es, dass Zsazsa schon mit 70 (lange vor der Zeit!, wie sie nicht müde wurde zu betonen) in einem Altersheim mit Senioren aus der ganzen Welt untergebracht wurde, die alle kein Hebräisch sprachen und auch sonst kaum eine Sprache mit ihr teilten.
In Deutschland aber geht für Mordechai alles schief, und statt an der Universität in Chemie zu promovieren, landet er als Chemielaborant bei den Münchener Stadtwerken. Rosas Mutter, Veronika Vorderhuber, lernt er 1982 durch Zufall kennen. Er stolpert über die ausgestreckten Beine ihrer Freundin, als er sich auf dem Weg nach Hause zu seinem Hund befindet und unaufmerksam an einem Café vorbeihastet, in welchem die beiden Freundinnen sitzen und über Veronikas verpatzte Zwischenprüfung in Soziologie reden. Veronika erkennt in Mordechai den Bruder von Arie, den sie bei einem halbjährigen Aufenthalt in Israel im Rahmen eines Freiwilligendienstes am Strand von Tel Aviv kennengelernt hat. Sie kommen zusammen und bekommen kurze Zeit später Nadja zur Tochter, und vier Jahre später Rosa:
[Meine Eltern] lagen wirklich da wie ein junges Liebespaar, ein Liebespaar, das sie aber in Wahrheit nur ganz kurz waren, denn meine Mutter wurde ein paar Jahre nach der ersten Begegnung im Glockenbachviertel schwanger und musste zu unserem Vater ziehen und dann begann all das, was sie bald darauf nur noch ihren Ruin nannte.
Veronika und Mordechai verbringen keine harmonische Ehe. Zu viel steht zwischen ihnen, bspw. Veronikas nicht abgeschlossenes Soziologiestudium, ihr Bedürfnis nach Luxus, ihre reiche Familie, die ihn nicht akzeptiert, ihre Vorliebe für Kosmetika, die verschiedenen Staatsbürgerschaften und kulturellen Hintergründe, und schließlich der eine Vorfall, der das Fass zwischen ihnen zum Überlaufen bringt, als sein Bruder Arie nämlich bei einem Autounfall in Deutschland ums Leben kommt und Veronika, als sie vom Unfallort hört, nicht anders kann, als laut prustend loszulachen. Es handelt sich nämlich um eine Landstraße in Fürstenfeldbruck, wo 1972 die Befreiung israelischer Olympiateilnehmer aus der Gewalt der palästinensischen Geiselnehmer auf dem Gelände des Fliegerhorsts misslang.
Was macht der Idiot [Mordechais Bruder] in Fürstenfeldbruck!, und dann nahm meine Mutter, die nun aufgewacht war und sich erschrocken die Schläfen rieb, den tragbaren Telefonhörer in die Hand. Was, sagte sie, was bitte, das kann doch nicht sein, Sie müssen sich irren! Und dann, keiner weiß genau warum, brach unsere Mutter in ein völlig idiotisches Gelächter aus, und immer wieder schrie sie: Fürstenfeldbruck! Fürstenfeldbruck! Und mein Vater versuchte, meiner Mutter den Hörer aus der Hand zu reißen, und meine Mutter lachte immer lauter […] und [dann] mein Vater ließ sie plötzlich los, sein Gesicht war in Wut versengt, ich konnte keine Nase und keinen Mund mehr sehen, nur Glut.
Nadja zieht schließlich mit 18 Jahren aus, und nur zwei Monate später trennen sich auch die Eltern. Mordechai zieht sich zurück, und Veronika beginnt ein neues Leben mit einem Yoga-Trainer, verunglückt aber auf einer Reise durch Thailand. Nadja distanziert sich immer mehr von ihrer Familie und ihrer Schwester, lebt in einer WG, schlägt sich durch und kommt schließlich mit einer Professorin für Theorie der Medien zusammen, für die sie die Rolle der Hausfrau übernimmt, derweil Mordechai schwer erkrankt und schließlich an Krebs stirbt. Der Roman endet mit einer kryptischen Anekdote über zwei rumänische Gelehrte, die ein mehrbändiges Werk über die Shoa in Rumänien anfertigen, das aber keiner liest, dennoch bleibt Nochmal von vorn dem Stoff Generationen und dem Plot Soziale Renitenz verhaftet und reflektiert insofern keine Welt in Trümmern.
Stil/Sprache/Form:
Wie die angegebenen Zitate zeigen, schreibt Suffrin in langen, sich windenden, sich unterbrechenden, aussetzenden, wieder anfangenden, im Hiatus abschweifenden und wieder zurückfindenden Sätzen. Ihr Stil enthebt sie der Notwendigkeit, die emotional komplex sich überlagernden Diffizilitäten ihrer Familie zu sezieren und zu sortieren. Das Chaos als Stil behütet sie rhythmisch vor allzu leichten Urteilen. Im Duktus kommuniziert Suffrins Text mit Claudia Durastantis Die Fremde und Maren Kames‘ Hasenprosa, aber jeweils mit leichter Akzentverschiebung. Wo Hasenprosa ins Musikalische gleitet und Die Fremde über Humor und Absurdität die Familiengeschichte verarbeitet, öffnet Suffrin mit ihren entschieden-unentschiedenen Satzkonstruktionen Bedeutungsknoten:
Zsazsa wurde ungeduldig, und dann begann sie, uns von ihren Eltern zu erzählen, aber nur ganz blasse Dinge, Geburtsdaten, Straßennamen, Schulabschlüsse, und wir wussten kurz nicht, wer hier sprach, die Tochter oder die Großmutter, denn auf Zsazsas Gesicht breitete sich eine traurige, kindliche Sehnsucht aus und sie sah gar nicht mehr wie die dicke Fünfundsiebzigjährige aus, die sie war, und dann unterbrach sie sich selbst, und dann hustete sie, aber nur, weil sie nicht weinen wollte, nicht, weil sie noch etwas sagen wollte, und wir wurden ganz still, weil wir begriffen, dass sie uns nie etwas erzählen würde, weil sie längst eingesehen hatte, dass die Menschen und die Dinge schon lange verschollen waren und keine Beschwörung ihres äußeren Scheins sie wieder zu uns holen würde, dass ihre Eltern, Tanten, Geschwister, Mietshäuser, Autos, Gärten, Schulgebäude von einer Flut weggetragen worden waren, die sofort im Sand verebbt ist, und der Versuch, nach irgendeinem Teil der Vergangenheit zu suchen, war so kläglich und hilflos wie die Suche nach einzelnen Sandkörnern.
Die Ich-Erzählerin versenkt sich in den eigenen Sprachkosmos und lässt sich über Assoziationen treiben. Der Sinnanschluss vollzieht sich von selbst. Die Aufarbeitung des Erlebten geschieht ungezwungen, und durch diese Freiheit befüllen sich die Zwischenräume mit neuen Bedeutungsnuancen und zwar mittels der ‚memoire involuntaire‘ eines Marcel Proust aus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Suffrins Stil stockt nie. Er findet immer wieder neue Anschlüsse, wiederholt, treibt weiter, walkt das Material, das sich in der Ich-Erzählerin verstockt hat, breitet aus, gibt ihm neue Formen. Hier gibt es dann nur die Kürze des Textes von knapp zweihundertfünzig Seiten zu bedauern.
Kommunikativ-literarisches Resümee:
Nochmal von vorne lässt sich als eine Allegorie auf die Unverständlichkeit der Geschichte selbst begreifen. Weder der Vater noch die Mutter der Ich-Erzählerin, trotz all ihrer Bemühungen, vermögen ein kohärentes Leben zu führen. Die Familie entgleitet ihnen, und dies, obwohl sich Mordechai und Veronika offenkundig ernsthaft bemühen, den Töchtern ein sicheres Zuhause zu bieten. Es gelingt aber nicht. Unvorhersehbarkeiten werfen sie aus der Bahn. Die Geschichte lastet schwer auf sie, die Traditionen, die Sinnansprüche, die Vorstellungen vom eigenen Leben treiben Keile in die Beziehungen. Am Ende wollen sich beide Eltern wie auch die ältere Schwester nur noch verstecken: Der Vater verrammelt sich; die Schwester wird Hausfrau; und die Mutter lässt sich schönheitsoperieren. Nur Rosa begehrt auf, mutig, renitent, rennt sie gegen die allgegenwärtigen Bedeutungsschismen an:
[…] und dann sagte unsere Mutter, dass es schade sei, dass die Gegenstände nicht sprechen könnten, denn all die Gabeln und Serviettenhalter und Damasttischdecken würden uns die grauenvollsten Geschichten davon erzählen, wie sie geraubt, versteigert und missbraucht worden seien, und ich weiß noch, dass es mir danach monatelang schwerfiel, unser Besteck nicht als verhext zu betrachten.
Die Last der Geschichte mit Sprache zu durchpflügen, erinnert literarisch an Thomas Bernhard und seinem Todesfugen-Roman Auslöschung. Suffrin besitzt sehr viel Bernhardschen Sprachwitz. Ihre Verve verfolgt den Geschichtskitt bis hinein in die letzten Silben, um dort aus dem Schrecken und dem Wagemut Widerstand zu schürfen. Sie strebt danach, den Finger in die gemeinsamen Wunden zu legen, die Sprache am Schlaffitchen zu packen, aber nicht um schlechtes Gewissen zu erzeugen, sondern um einen neuen Standort, einen neuen Ausgangspunkt für Kommunikation zu etablieren, dem von Individuen. Das passt zur Bernhardschen Ranküne in Auslöschung ganz wunderbar:
Hier sind auch heute noch die Kästen und Kommoden mit den kostbarsten Geschirren und Bestecken angefüllt, hier liegen überall die teuersten Schätze, die die Unsrigen im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben. An den Wänden hängen die Bildnisse derer, die Wolfsegg gebaut und jener, die es erhalten und verwaltet haben und auch schon lange auf dem Friedhof sind in unserer Gruft. Wenn dieser Speisesaal reden könnte, hatte ich zu Gambetti gesagt, hätten wir eine komplette unverfälschte, genauso phantastische wie reale, genauso strahlende, wie fürchterliche Menschheitsgeschichte. An diesem Speisezimmertisch ist ohne Zweifel Geschichte gemacht worden, hatte ich zu Gambetti gesagt, und nicht nur Lokalgeschichte.
Thomas Bernhard aus: „Auslöschung“
Suffrin gelingt es in Nochmal von vorne eine Weise der Geschichtsbegegnung zu inszenieren, die die Angst vor sich selbst verliert, denn die Angst hat Veronika, Nadja und Mordechai fest im Griff, nicht aber Rosa, die trotz Schwindelgefühlen, trotz Trauer, trotz völliger Isolation den Mut aufbringt, sich um ihren Vater zu kümmern und letztlich auch den Kontakt zu ihrer Schwester wieder aufzunehmen. Es gelingt ihr, weil sie das Wort selbst als dynamische, nicht als statische Größe wahrnimmt. Für sie fixiert die Sprache nicht. Sie öffnet, und deshalb endet das Buch mit der seltsamen Anekdote von den beiden rumänischen Historikern:
Viele Jahre später, meine Eltern zerren längst ihre beiden Töchter durch das Olympia-Einkaufszentrum, erstellen zwei Gelehrte von einer kleinen Provinzuniversität in Rumänien, beide aus christlichen Familien, Professor Ionot Duca und seine ehemalige Doktorandin Dr. Roxana Ciulin, ein dreibändiges Kompendium. […] Als Appendix zur Namensliste erscheint eine – gänzlich unvollständige, das versteht sich von selbst – Aufzählung der Gegenstände aus jüdischem Besitz, die während einer einzigen Deportationsaktion im Juli 1943 aus der Kleinstadt M. entwendet, konfisziert, einbehalten, verkauft, gestohlen wurden oder anderweitig unrechtmäßig den Besitzer gewechselt haben, darunter eine goldene Brosche mit eingravierten Initialen SL, Goldohrringe mit blauen, rosettenförmig angeordneten Steinen (ein Paar), ein iPhone 6s und 12000 Dollar in bar.
Es ist völlig klar, dass 1943 kein iPhone 6s existierte. Die Forscher haben gegenwärtiges und vergangenes Unrecht unbewusst gemischt. Genau dies nicht zu tun, darin besteht der sehr mutige und renitente Vorschlag von Dana von Suffrin in Nochmal von vorne.
tl;dr … eine Kurzversion der Lesebesprechung, aber mit detaillierter Inhaltsangabe findet sich hier.
Nächste Woche am 31.12.2024 auf Kommunikatives Lesen werde ich meinen Jahresrückblick posten und meine Highlights des Jahres. Ich wünsche allen ein frohes Fest und geruhsame, schöne Feiertage!!
Diese und andere aktuelle Kurzrezensionen befinden sich hier.

Geruhsame Feiertage auch Ihnen!
Vielen Dank! Das wünsche ich Ihnen auch!!
Wieder eine sehr eindrückliche Besprechung eines, wie mir scheint, sehr lesenswerten Romans. Danke dafür, Alexander. Danke auch für all die anderen Besprechungen, die ich meist gleich am Handy (iphone 6S) lese, ausführlich kommentiere, um dann festzustellen, dass ich den Kommentar nicht abschicken kann (technisches Problem). Und so verschwinden sie wie die Dinge, denen nachzuforschen so sinnlos wäre wie dem Sandkorn, den der Wind in einer Wüste verweht hat.
Jetzt und hier lese ich am Computer,da geht mein Geschreibsel dann hoffentlich, mitsamt meinen herzlichen Wünschen zum Weihnachtsfest, zu dir und kommt an.
Mir geht es auf dieser Seite auch so. Wenn ich allerdings erst einmal ganz nach unten scrolle und „mobile Version verlassen“ anklicke, kann ich anschließend in Ruhe lesen UND kommentieren. Vielleicht klappt das? 🙂
Liebe Jessica, Danke für den Tipp. Ich muss dennoch mal die technische Seite ansehen, was da schiefgeht. Ist ja eigentlich ein Unding 🙁 Ich hoffe, du hattest eine schöne Weihnachtszeit. Alles Liebe und Gute! Alexander.
Liebe Gerda, vielen Dank für deinen Kommentar und deine Festtagswünsche! Ich hoffe, du hattest auch schöne Tage, deine Posts deuten darauf hin 🙂 Dass die Kommentare verschwinden, muss ich mal austesten. Das ist sehr unschön, da ich mich über Kommentare freue. Ich werde mal in die Einstellungen gehen und eigene Tests durchführen. Vielleicht stimmt da eine Implementation nicht.
Dana von Suffrin hat einen sehr mitreißenden und auch nachdenklichen Roman geschrieben. Mir hat er sehr gefallen, so sehr, dass ich mir ihren Debütroman gleich noch zugelegt habe. Vielleicht berichte ich vom Leseerlebnis! Dir ein schönes Zwischen-den-Jahren-Wochenende!! Und viel Sonne!
Lieber Alexander, hab Dank für die vielen instruktiven Rezensionen hier auf Deinem schönen Blog, den ich als Begleitung durch das Jahr nicht missen möchte! Ich wünsche Dir eine besinnliche und erholsame Weihnachtspause und alles Gute für das Neue Jahr (dem wir mit Bangen entgegen sehen). Alles Liebe, Sabine alias Lyrifant
Liebe Sabine, mich freut es sehr, dass das Interesse an meinem Blog nicht versiegt. Er gibt mir auch immer noch, nach so vielen Posts, Freude und Inspiration, mehr in die Welt der Literatur und Erzählsprache abzutauchen. Deinen Blog genieße ich sehr, da er meine, manchmal, allzu begriffslogischen Wortwolken aufmischt und mit Leben füllt! Mögest du eine schöne Zeit zwischen den Jahren haben, das wünsche ich dir sehr! Besten Gruß, Alexander
Das Buch reizt mich sprachlich sehr. Danke fürs Vorstellen.
Schöne Feiertage für dich!
Ich denke, das Buch wird dir sehr gefallen. Es bezaubert auf seine eigene, sehr ruhige, besinnliche Weise, passt also sogar zu der Zeit. Ich hoffe, du kommst gut ins neue Jahr!!
Absurd…Nicht deine Besprechung… Ich lese gerade „Gier“ von Jelinek weiter und stoße auf dieses Zitat:
„Alles verziehen, vorwärts und nicht vergessen, wie können wir auch etwas vergessen, das wir noch gar nicht wissen“
Mich lässt ja auch dieses Abschusszitat nicht los, da ich es mit dem rieselnden Sand der Sanduhr vergleiche, in der sie sitzt und untätig von der verrinnenden Zeit verschüttet wird und damit auch die Frage was erinnere ich, was vergesse ich? Die Vergangenheit dringt in die Gegenwart, aber fragmentiert, unvollständig.
Jelinek bricht das ironisch. Wie kann ich was vergessen, von dem ich nicht weiß was es ist, weil es unvollständig, im Realen, ist?
Ich habe lediglich eine eine oberflächliche Liste von Objekten und eine tragische Geschichte der Menschen, die nicht greifbar gemacht werden kann.
Also! Vorwärts = “ meine Eltern zerren längst ihre beiden Töchter durch das Olympia-Einkaufszentrum“
Die Mutter zerrt an anderer Stelle im Buch den Hund um den Block.
Diese Unruhe des Nichtwissens, wird in diese absurde Dynamik gepackt. Zudem eine banale Aktivität. Das Buch wimmelt von banalen Alltagssituationen, die exakt diese Leerstelle zwischen Vergessen und der Abwesenheit der Erinnerung darstellen.
Das ist unfassbar gut von Dana von Suffrin gearbeitet.
Für mich mausert es sich immer mehr zu einem kanonwürdigen Buch der Gegenwartsliteratur.
Ich sehe das genauso. Suffrin schreibt bemerkenswert vielschichtig. Sie arbeitet genau mit der symbolischen Substanz, um die es auch Jelinek geht – was ich schade finde, dass Suffrin es oft bei Andeutungen belässt, d.h. nicht, dass ich das ausformuliert haben möchte, aber sie hätte die geschichts-episodische Rahmenwirkung seitenmäßig ähnlich ausführlich behandeln zu können, um das Drückende der nicht-gewussten Vergangenheit deutlicher werden zu lassen. Auch hier scheint mir, geht vielen, auch Suffrin, die Luft aus, weil sie befürchtet, sowieso nicht auf diese Weise gelesen zu werden. Wer spricht in all den Rezensionen schon von dem Prolog und Epilog? Ja, ich werde definitiv von Suffrin noch mehr lesen! Finde ich schön, dass du einen ähnlichen Eindruck von ihr hast wie ich. Sie sticht ziemlich heraus.
Ertappe mich jetzt beim 5. mal Lesen deiner Besprechung. Die ist wirklich gut. Ich finde das Buch aufgrund seiner sprachlichen Struktur, gar nicht einfach einzufangen. Ist dir absolut gelungen.
Danke, ich habe mir auch sehr viel Zeit nehmen müssen. Es ist ziemlich verschlungen.
Ich danke auch, lieber Alexander! Wünsche alles Gute zum neuen (unsicheren) Jahr! Muss Suffrin unbedingt lesen! „Die Last der Geschichte mit Sprache zu durchpflügen“….danke auch Thomas Bernhard 🙂 Wie kann man nur so belesen sein?
Ich denke von Suffrin würde dir Spaß machen, bin ich ziemlich sicher. Du liest doch auch so viel! Frohes Neues!
Suffrin ist leider (noch) nicht als pdf verfügbar