Mein Lesejahr 2024

Wie in den letzten drei Jahren (2021, 2022, 2023), so habe ich mich auch 2024 darum bemüht, jede Woche einen aktuellen Titel zu lesen und auch zu besprechen. Insgesamt habe ich 54 Neuerscheinungen gelesen, um auf diese Weise einen Überblick vom Stand der Gegenwartsliteratur zu geben, wie er sich beim Blick auf das Feuilleton und die Bestseller- und Kritikerlisten ergeben könnte.

Das strengere Kriterium, nur die Nummer Eins der wöchentlichen Spiegel-Belletristik-Bestseller-Liste zu lesen, hat sich als wenig ergiebig herausgestellt, da oftmals Genrebücher (Fantasy, Krimis, Liebes- und Vampirromane und ganze Reihen derselben) die Spitzenplätze bekleiden. Dennoch bin ich meinem Vorhaben insoweit treu geblieben, als dass ich sowohl von der Kritik viel beachtete (bspw. vom SWR) und von den Buchhändlern als viel verkaufte Titel gemeldete bespreche und nur sehr selten nach Perlen in Nebengefilden fische.

Um die Gegenwartsliteratur im Kontext zu lesen, bemühe ich mich parallel dazu, die Erinnerungen an Klassiker aufrechtzuerhalten und, soweit es meine Zeit und Kraft zulässt, diese auch zu besprechen. Des Weiteren, und dies verbuche ich für mich als persönlichen Erfolg, habe ich dieses Jahr die ersten Schritte einer Roman-Taxonomie fixiert und ein paar Lücken in der Erzähltheorie geschlossen. Im nächsten Jahr will ich grundsätzliche Stiltypen besprechen und mich etwas weitergefasst mit Literaturästhetik beschäftigen.

Aus Zeit- und Kraftmangel vermag ich nicht jedes gelesene Buch zu besprechen, deshalb lade ich alle ein, auch mal auf meine Kurzrezensionsseite zu schauen, wo viele Klassiker und theoretische Texte kurz besprochen werden. Herzstück des Blogs bleiben aber weiterhin die Langrezension, die alle ziemlich genau vier Seiten in Schriftgröße zwölf umfassen.

Das Jahr 2024

Die Neuerscheinungen 2024 lassen sich in diesem Jahr inhaltlich umfassend in fünf Kategorien einteilen. Hierbei dominieren klar die Themen „Eltern“ (15x) und „Liebesbeziehung“ (14x), gefolgt von „Vergangenheitsbewältigung“ und „Neue Medien“ (beide 7x) sowie der Stoffbereich „Mensch/Natur“ (6x). Ich werde im Folgenden für jede Kategorie meine Empfehlung des Jahres aussprechen, um dann mein Lesejahr 2024 mit dem Küren meines Gegenwartsliteratur-Highlights ruhigen Herzens beschließen zu können.

Thema: „Eltern“

Das Thema „Eltern“ steht in fast allen Gegenwartsromanen im Vordergrund, und wird von allen Seiten, insbesondere in Bezug auf die Rolle der Mutter bearbeitet. Nur drei der von mir in diesem Jahr gelesenen Gegenwartsromane behandeln fokussiert die Rolle des Vaters, der als Romanstoff scheinbar kaum noch zur Debatte steht und literarisch jedwede Ausstrahlungskraft verloren zu haben scheint. Das Thema „Eltern“ weist zudem auf den steigenden Grad der Literarisierung des Alltagsleben im Rahmen autofiktionaler Bemühungen hin, die teilweise sehr enge Interessensgebiete abstecken und sich fast schon, wiewohl als Buch konzipiert, dem ungefilterten Stoffgehalt eines Privatgespräches annähern. Herausragend in diesem literarisch durchaus problematischen Genre:

Dana von Suffrin: „Nochmal von vorne“

Es besitzt viel Schwung, viel Mut zur Form, viel Witz und Energie und geht mit dem Thema Eltern produktiv, frech, selbstbewusst, aber auch nachdenklich um, indem die Erzählposition durchweg ihrer Selbst bewusst zwischen den eigenen Problemen und denen der Eltern literarisch zu unterscheiden weiß. Der Roman schreibt sich aus dem Schatten der Eltern heraus, um eine freiere und wahrscheinlich auch fairere Sicht auf sie und das eigene Leben gewinnen zu können, und zeugt von einem neugewonnenen, literarisch erarbeiteten und vermittelten Lebensverständnis.

Weitere 2024 rezensierte Bücher über „Eltern“

  1. Alina Bronsky: „Pi mal Daumen“
  2. Caroline Peters: „Ein anderes Leben“
  3. Neige Sinno: „Trauriger Tiger“
  4. Eva Christina Zeller: „Muttersuchen“
  5. Maren Kames: „Hasenprosa“
  6. Dana von Suffrin: „Nochmal von vorne“
  7. Doris Wirth: „Findet mich“
  8. Valerie Fritsch: „Zitronen“
  9. Slata Roschal: „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“
  10. Didier Eribon: „Eine Arbeiterin“
  11. Wolf Haas: „Eigentum“
  12. Grit Krüger: „Tunnel“
  13. Daniela Krien: „Mein drittes Leben“
  14. Julia Jost: „Wo der spitzeste Zahn der Karawanken …“
  15. Abdulrazak Gurnah: „Das versteinerte Herz“

Thema: „Liebe“

Seit einiger Zeit schon zeichnet sich ab, dass der klassischerweise dominante Themenbereich des Romans, die „Liebe“, stoffmäßig immer weniger ins Gewicht fällt. Literarische Sprache verliert zunehmend ihren Bezug zur Romantik und dechiffriert schon lange nicht mehr einen kommunikativen Code der Passion. Tatsächlich dient sie mehrheitlich mittlerweile dazu, politische, ethische Diskurse anzufeuern und bezieht hieraus auch ihren Aktualitäts-, Aufmerksamkeits- und Selbstwert, womit sie, in anderen Worten, genau das verwirklicht, was Jean-Paul Sartre Ende der 1940er Jahre als Engagierte Literatur ausrief. Trotzdem gibt es immer noch von der Romantik inspirierte, von der Sehnsucht geformte Texte. Mich hat in diesem Jahr vor allem:

Anna Katharina Fröhlich: „Die Yacht“

überzeugt. Hier flieht die Erzählstimme in ein sonnendurchleuchtetes Sizilien und erlebt Kunst, Begehren, Eifersucht und Inspiration in einem nahezu idealen, sprachlich überzeugt gestalteten bukolischen Idyll. Hier passt die Poesie, der Überschwang, der Ton und verarbeitet das Klischee zu einem gelungenen, frischen Bild und überschreibt Kulturmythen und Erwartungshorizonte mit detailliert-adjektivischer Stilistik eines sprachlichen Sommernachtstraums, der das Helle und Grelle eines symbolisch-unabhängig, frei geführten Leben feiert und sommerlich-ruhig mitempfinden lässt.

Weitere 2024 rezensierte Bücher über „Liebe“

  1. Saša Stanišić: „Möchte die Witwe angesprochen werden …“
  2. Caroline Wahl: „Windstärke 17“
  3. Anna Katharina Fröhlich: „Die Yacht“
  4. Paul Auster: „Baumgartner“
  5. Michaela Maria Müller: „Zonen der Zeit“
  6. Doris Wirth: „Findet mich“
  7. Han Kang: „Griechischstunden“
  8. Gabriel García Márquez: „Wir sehen uns im August“
  9. Bodo Kirchhoff: „Seit dem er sein Leben mit einem Tier teilt“
  10. Iris Wolff: „Lichtungen“
  11. Haruki Murakami: „Die Stadt und ihre geheimnisvolle Mauer“
  12. Bernhard Schlink: „Das späte Leben“
  13. Nele Pollatschek: „Kleine Probleme“
  14. Deniz Ohde: „Ich stelle mich schlafend“

Thema: „Vergangenheitsbewältigung“

Die Nähe des Romans zur Geschichtsschreibung, also die Versuche, mittels eigener und fremder Erinnerungen Vergangenes zu rekonstruieren, lädt zur Schuld- und Sühnekontemplation und -reflexion ein. Das Nachfühlen von Wunden bringt viele dieser Romane in die Nähe von Zeugenaussagen innerhalb eines imaginären, in der Öffentlichkeit veranstalteten Gerichtsverfahren. Selten gelingt die Fusion mit dem narrativen Rahmen eines Romans. Der Skandal des behandelten Ereignisses scheint oft Grund genug für die Thematisierung zu sein, sodass eine plausible Erzählsituation gar nicht erst angestrebt wird. Von den sieben Romanen über Vergangenheitsbewältigung hat mich dieses Jahr am meisten überzeugt:

Clemens Meyer: „Die Projektoren“ 

Dieses Buch platzt vor Details, vor Erzählfäden und Erzählfreude und berichtet von den verschlungenen Wegen, wie Nationalismus, Radikalismus und Fanatismus Eingang in die Öffentlichkeit von Gesellschaften finden, sich dort einnisten, um wie Phantome noch über Jahrzehnte hinweg weiterzuleben und im Unbewussten ganzer Bevölkerungsschichten fortzuwesen. Die Projektoren glänzt dort, wo die Erzählung szenisch abtaucht und die fehlende Gesamtverzahnung durch die mitreißende, äußerst verdichtete Sprache in Vergessenheit gerät.

Weitere 2024 rezensierte Bücher über „Vergangenheitsbewältigung“

  1. Clemens Meyer: „Die Projektoren“
  2. Ronya Othmann: „Vierundsiebzig“
  3. Markus Thielemann: „Vom Norden rollt ein Donner“
  4. Nora Bossong: „Reichszkanzlerplatz“
  5. Tijan Sila: „Radio Sarajevo“
  6. Tomer Dotan-Dreyfus: „Birobidschan“
  7. Fang Fang: „Glänzende Aussichten“


Thema: „Neue Medien“

Neue Medien, oder Diskurse neuer Informationsverarbeitung und -weitergabe finden zunehmend Berücksichtigung in Gegenwartsromanen. Im Jahr 2024 gab es direkt sieben Beispiele, die sich mit der Problematik, Anonymität, den Möglichkeiten und Widrigkeiten der sozialen Medien beschäftigen. Künstliche Intelligenz, Chats, Scammer tauchen auf, Manipulation, Mobbing und Influencertum. Zwischen diesen teilweise sehr abstrakten Narrationen gefiel mir am besten:

Rhea Krčmářová: “Monstrosa”

Hier steht die problematisch werdende zwischenmenschliche Kommunikation im Vordergrund, die letztlich von einem dramatischen Sopran in Grund und Boden gesungen wird, indes die Hauptfigur sich für die eigene Zukunft öffnet und voller Abenteuerlust in die weite Welt hinaus skandiert. In sehr abwechslungsreichen Passagen werden Innen- und Außenperspektiven, naturalistisches, surrealistisches Erzählen getauscht, miteinander in Beziehung gebracht und durch das Thema Musik zusammengehalten.

Weitere 2024 rezensierte Bücher über „Neue Medien“

  1. Marc-Uwe Kling: „Views“
  2. Martina Hefter: „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“
  3. Barbi Marković: „Minihorror“
  4. Rhea Krčmářová: “Monstrosa”
  5. Jenifer Becker: „Zeiten der Langeweile“
  6. Magdalena Saiger: „Was ihr nicht seht“
  7. Benjamin Labatut: „Maniac“

Thema: „Mensch/Natur“

Im Zeitalter der globalen Rohstoffkrisen und klimapolitischen Zukunftsängste findet auch das Verhältnis Mensch-Natur nachhaltig Eingang in die Gegenwartsliteratur. Bewusstwerdungsprozesse von Abhängigkeitsverhältnissen spielen schnell ins Abstrakte und Politische über und werden in den meisten Büchern deshalb mit poetischen Bildern abgemildert, um dem Text das Pamphlethafte zu nehmen. Besonders gefallen hat mir hier:

Wolfgang Schiffer: „Ich höre dem Regen zu“

Hier kommuniziert die Verzweiflung eine Perspektive, die zwischen den Zeilen die Hoffnung nährt, dass das Leerfressen von Ozeanen, und Brandroden von Wäldern, und Aussaugen von Böden nicht das letzte Wort behält, und Tiere, Welt, Planet und Wirklichkeit in ihrer Eigengesetzlichkeit zunehmend Beachtung finden können. Wolfgang Schiffer endet mit vielen Fragezeichen. Seine Gedichte kreisen um ein Moloch, von dem der Krieg das eine, die Kosmoszerstörung das andere ist. Die Melancholie zieht sanfte Fäden zwischen den Überlebensformen und forscht nach Hoffnung in der Stille, die seine Worte als Gedichte, zu schützen suchen,

Weitere 2024 rezensierte Bücher über „Mensch/Natur“

  1. Han Kang: „Die Vegetarierin“
  2. Wolfgang Schiffer: „Ich höre dem Regen zu“
  3. Stephan Schäfer: „25 letzte Sommer“
  4. Sjón: „Nachtarbeit“
  5. Gaea Schoeters: „Trophäe“
  6. Hiroko Oyamada: „Das Loch“

Mein Lesejahr 2024 – Fazit:

Aus meiner Sicht kämpft die Gegenwartsliteratur mit einem Publikum, das, vielleicht ungerechtfertigterweise, als ungeduldig eingeschätzt wird: Die Sätze werden immer kürzer, der Wortschatz zugleich reduzierter, die Inhalte hingegen gegenwartsnäher, einfacher und deutlich zeitgebundener (modischer) und als Hörbuch (für die Fahrt zur Arbeitsstelle) geeigneter. Der Zeitgeist scheint sich selbst von einem Quartal zum nächsten überleben zu wollen, und selbst die gefeierten Romane vom vorletzten Jahr finden kaum mehr noch Erwähnung.

Von Erzähltradition, Sprachanschluss, Spracharbeit lässt sich fast gar keine Spur mehr finden. Mir scheint es, dass viele, die schreiben, nicht mehr lesen, was andere geschrieben haben. Im Rahmen dieser Erzählweise reduzieren sich viele Romane als Stichwortgeber gegenwärtiger Diskurse, die oft aus dem Nichts fallen und bald in ein solches verschwinden, und wollen eher als Wortmeldung (und/oder als Hörspiel) Anklang finden denn als erzählerische (verschriftlichte) Bearbeitung eines je gegebenen Stoffes. Gedächtnislosigkeit dem eigenen Medium gegenüber charakterisiert, seitdem ich die Gegenwartsliteratur beobachte, das Genre, das mittlerweile so schreibt, als gäbe es keine, mindestens, zweitausendjährige Erzählgeschichte, ja als gäbe es noch nicht einmal die letzten zwei Jahrzehnte.

Überzeugende Texte der Gegenwartsliteratur generieren meist eine Stimmung, poetisieren eine Atmosphäre, bleiben aber bezüglich dieses Stimmungsgehaltes auch meist skizzenhaft und von geringer Seitenlänge: Hasenprosa von Maren Kames und Nochmal von vorne von Dana von Suffrin stellen sich nicht der erzählerischen Herausforderung eines langen, ausgearbeiteten Textes, wiewohl sie wie Han Kang in Griechischstunden in der Kürze sehr überzeugen können, wie atmosphärisch im übrigen auch Anna Katharina Fröhlichs Die Yacht. Diese Texte und auch Wolfgang Schiffers Ich höre dem Regen zu gerieren sich eher als literarischer, auf wenige Seiten konzentrierter Rückzug oder als sich dem Schweigen annäherndes Schreiben gegen die ansonsten brandende Überfülle des woanders Geäußerten, das, im Gegenzug dazu, Rhea Krčmářová in Monstrosa eher lauthals, aber scheinbar genauso vergeblich, zu übertönen sucht.

Mein Lesejahr 2024 hat daher als Fazit, dass mein Buch des Jahres überraschenderweise Die Projektoren von Clemens Meyer heißt, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, dass Meyer erzählerisch viel wagt, viel gewinnt, und wahrscheinlich deshalb ein so unfertiges Buch auf den Markt geworfen hat, weil er ohnehin mit kaum Resonanz rechnen konnte (denn die meisten Rezensionen bezeugen, dass es bewertet, aber nicht gelesen wurde). In vielerlei Hinsicht enttäuscht Die Projektoren, da es keine erzählerische Konsistenz und keine narrative Kohärenz gibt, von glaubwürdigen Hauptfiguren ganz zu schweigen. Was aber in den kleinen Nischen dieses Mammutbuches lebt, die Nebenfiguren, die kleinen Szenen, die Miniaturen ragt weit über die anderen Romane des Jahres 2024, die ich gelesen habe, hinaus. Aus dieser Warte heraus gesehen hat es mich sowohl am meisten begeistert wie am meisten enttäuscht, aber durch dieses Wechselbad der Gefühle daran erinnert, was langatmige Literatur in mir und vielleicht auch in anderen bewirken kann.

Ich danke allen, die meinen Blog weiterhin lesen, die die Zeit finden zu kommentieren, die wie ich das Interesse in dieser schnelllebigen Zeit an Literatur aufrechterhalten, und freue mich darauf, auch im Jahr 2025, neue und interessante Bücher mit euch zu entdecken und zu diskutieren. Auch hoffe ich, mich im nächsten Jahr noch mehr für die Stärken der Gegenwartsliteraturen öffnen zu können, um mehr das Gelungene als das Unvollkommene betonen zu können.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch, Gesundheit und Glück für das kommende Jahr, Alexander

30 Antworten auf „Mein Lesejahr 2024“

    1. Wolfgang Schiffer – Köln, BRD – Literatur (und alles, was ihr nahe ist) ist m. E. eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Also zehre ich von ihr und versuche, sie zugleich zu nähren: als Autor, als Übersetzer, als Vermittler und nicht zuletzt als Hörer und Leser.
      Wolfgang Schiffer sagt:

      Ein erwähnter Autor dankt! Und wünscht ein gutes, kreatives neues Jahr.

      1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
        Alexander Carmele sagt:

        Lieber Wolfgang, dein Gedichtband hat mir sehr gut gefallen. Er musst einfach in meine Highlights! Geruhsame Tage und einen guten Rutsch wünsche ich dir!

  1. Dankeschön für dieses Lesejahr, Deine fundierten und stets argumentativ begründeten Besprechungen, die mir so häufig vollkommen andere Sichtweisen auf literarische Werke eröffnen. Gerade Deine systematische Herangehensweise, die so anders ist als mein persönlicher Umgang mit Literatur, macht es spannend, bei Dir mitzulesen. Ich wünsche Dir ein gesundes, gutes und friedvolles neues Jahr 2025! Komm wohlbehalten hinüber in ein hoffentlich vielseitiges, interessantes und gelingendes Lesejahr 2025! Herzliche Grüße!

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Liebe Barbara, Danke für die Grüße! Blogs ergänzen sich ja, und unsere ganz vorzüglich. Bei mir schwingen ja viele Akzente mit. Mir ist es in diesem besser als im Jahr zuvor gelungen, die eigenen Vorlieben mit dem Blogprojekt selbst in Einklang zu bringen. Mal sehen, was 2025 bringt, letztlich bleibt mein Versuch, mich neue Lesewelten zu öffnen. Hast du dein Lesehighlight des Jahres schon gekürt? Viele Grüße und guten Rutsch!!

      1. Lieber Alexander! Mit dem EINEN Lesehighlight tue ich mich immer schwer, aber Traditionen wollen ja bewahrt werden und daher wird es in meiner Neujahrsbowle sicher wieder meine zehn Leseglanzlichter des Jahres 2024 geben. Herzliche Grüße und ebenfalls einen guten Rutsch!

      2. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
        Alexander Carmele sagt:

        Ich freue mich dann sehr auf die Neujahrsbowle! Einen guten Rutsch, liebe Barbara!!

  2. Ich schließe mich der Kulturbowle an und wünsche dir ein gutes, glückliches Neues Jahr und viel Lektüre. Ich freue mich auf weitere Rezensionen, die mich zum Lesen oder eben Nicht-Lesen anregen. Vielen Dank!

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Danke, liebe Myriade! Und auch für dein fortbestehendes Interesse an meinem Blogprojekt 🙂 Ich lese deine Rezensionen auch gerne und finde es spannend, die Leseerlebnisse (wie bei „Muna“) zu vergleichen, um mir selbst noch mehr auf die Schliche zu kommen. 🙂

  3. gkazakou – Griechenland – Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
    gkazakou sagt:

    Lieber Alexander, was täte ich nur ohne deine klugen Rezensionen? Sie sind mein Ariadnefaden, um mich, fern von deutschen Buchhandlungen, einigermaßen in der deutschen Gegenwartsliteratur zurechtzufinden. In den meisten Fällen komme ich nach der Lektüre deiner Rezension zu dem Schluss, dass ich das Buch selbst nicht mehr zu lesen brauche. Ist vermutlich meinem Alter zuzuschreiben. Nach einigen Textausschnitten bei Xeniana war das einzige mich evtl interessierende Buch „Die Projektoren“. Und nun hast auch du es zu deinem Favoriten erklärt.
    Für mich ist es besonders erfreuulich, dass du auch Klassiker besprichst und damit ein neues Licht auf mir Bekanntes wirfst. Ob eins der diesjährigen Veröffentlichungen es in diese Kategorie schafft? Vielleicht die „Projektoren“, trotz der erheblichen Mängel, die du hervorhebst? Vielleicht sollte ich mir das Buch besorgen.

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Liebe Gerda, Danke für den Kommentar. Gerade für die Übersicht im Buchladen ist mein Blog gedacht, vor ein paar Jahren dachte ich, ich kenne keinen einzigen Autoren, kein einziges Buch in der Auslage, das ist komisch. Also dachte ich, ich informiere mich mal. Und das ist daraus geworden 🙂 … zu den Projektoren, es ist ein Buch, das mich über weite Strecken geärgert, aber gut geärgert hat. Es hat Lücken, aber es ist ein Buch, das wenigstens Lücken hat, d.h. es gibt etwas drum herum, was die Lücke zulässt. In diesem Sinne würde mich deine Meinung dazu sehr interessieren. Vielleicht kannst du ja einen Rahmen finden, der mir völlig entgangen ist (außer der offensichtliche politische Rahmen selbstredend, aber der bleibt narrativ unbelichtet). Viele Grüße und schön, dass dir der Blog noch immer mundet! Viele Grüße!

    2. Liebe Gerda, es freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte. Ich wünsche dir ein gesundes und gutes Jahr 2025

  4. Deine Buchbesprechungen sind eine absolute Augenweide internetweit, einfach großartig!
    Herzlichen Dank dir dafür 🤗🌟💐
    Liebe Sonntagsgrüße aus dem Ländle vom Lu

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Liebe Grüße vom Städle ins Ländle zurück. Danke für deine Lesefreude auf meinem Blog. Das freut mich sehr. Rutsch gut ins Neue! Alles Gute für dich!

  5. Lieber Alexander,
    vielen Dank für ein Jahr voller anspruchsvoller, wohlausgewählter und die Disziplingrenzen überschreitender und verbindender Rezensionen. Sie suchen ihres Gleichen.
    Dazu ist nur jemand in der Lage, der nicht nur viel und mit Verstand gelesen hat, sondern auch kompetent in verschiedenen Bereichen unterwegs ist.
    Ich bewundere deine damit zwangsläufig verbundene Arbeitsdisziplin, ohne die ein solches „Werk“ nicht möglich wäre.
    Insgesamt kann ich nur sagen: mehr davon.
    Ich freue mich über deine Rezensionen im kommenden Jahr.
    Liebe Grüße, Joachim.

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Lieber Joachim, Danke dir, dass du noch immer vorbeischaust. Ich versuche mich ja so wenig als nur geht zu wiederholen 😀 … das fällt mir manchmal schwerer, als ich gedacht hätte. Die neuen Büchern erscheinen mir wie Rätsel, die ich erstmal lösen muss. Dein Blog erinnert mich immer wieder daran, wie interessant Naturformen sind, und Sprache ist auch eine solche, nur akustisch, verinnerlicht als Schrift. Uns begleitet also ein ähnlicher Forscherdrang! Komm gut ins Neue! Und Danke für den Kommentar, Alexander.

  6. Lieber Alexander,
    Bravo und danke! Ich bewundere deine Lesedisziplin.
    Ich muss zugeben, dass ich dieses Jahr zwischen meinen Teenagern, meiner Arbeit und dem Erlernen der japanischen Sprache meine Vorsätze nicht eingehalten habe.
    Trotzdem vielen Dank für deine Lesetipps.
    Ach ja, ich habe noch ein gewissen etwas: Nele Pollatscheks „kleine Probleme“ finde ich in dieser Liste nicht ;).
    Ein tolles Leseerlebnis in diesem Jahr (Scherz).

    Ich freue mich schon über deine Rezensionen im kommenden Jahr!

    Bonne année 2025!
    Et à bientôt sur goodread
    Catherine

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Liebe Catherine, Danke für die Grüße und den Kommentar! Nele Pollatschek hat es nur in die Kurzrezensionen gefasst. Es gab aber bei weitem hanebüchendere Bücher in diesem Jahr 😀 Japanisch habe ich ziemlich schnell aufgegeben zu lernen. Es hat neben der Arbeit schlichtweg zu viel Gehirn gekostet, aber ich verstehe das Interesse. Hast du besondere japanische Romane in petto, die du mir empfehlen könntest? Ich wünsche dir auch einen guten Rutsch, dir und deinen Liebsten, Gesundheit und Glück!! Möge die Literaturwelt uns allen gewogen bleiben. Viele Grüße Alexander

  7. Lieber Alexander, vielen Dank für deine so klugen und detaillierten Rezensionen. Ich lese sie oft lieber als die Bücher selbst.
    Wie du weißt waren die Projektoren das Highlight schlechthin im Jahr 24. ( Und sind es auch noch) Wolfgang Schiffers Gedichte werde ich noch lesen und die Griechischstunden auch.
    Monstrosa empfand ich auch als besonders. Hab mich gewundert, dass so wenig von dem Buch zu hören bzw. zu lesen war.
    Hätte das den deutschen Buchpreis gewonnen hätte ich damit leben können:)
    Vielen Dank für deine Art des Bloggens. Die Bloggerwelt wäre ohne diesen Blog sehr viel ärmer.

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Liebe Xeniana, frohes Neues! Erst im Sammeln und Kontemplieren über das letzte Jahr hat sich „Die Projektoren“ als Buch des Jahres herauskristallisiert. Ich finde viel Kritikwürdiges daran – es scheint mir ein Bruchwerk zu sein, in das ich als Leser gefordert werde, selbst Hand anzulegen. Du scheust dich davor nicht, und ich denke, es bringt viel zum Vorschein. Ich finde aber, dass es dennoch (in meinen Augen) unfertig erschienen ist, warum auch immer – aber es sticht nun einmal heraus. Da sind wir uns sehr einig! Mit „Monstrosa“ als Buchpreis hätte ich auch leben können, aber es bleibt dennoch literarische Leichtkost. Danke für deine lieben Worte zum Blog. Er macht mir eine große Freude, schön, dass es sich ein wenig transportiert! Gesundheit und Glück für dich!

      1. Clemens Meyer ist ein genialer Erzähler. Irgendwo stand mal : mit einer großen Zärtlichkeit für seine Figuren. Diese Wärme, fast etwas poetisches in Verbindung mit dem am Abgrund stehen und den Blick mitten ins Herz der Finsternis richten (die mützenfalterin formulierte es so ), das habe ich so bisher noch nie gelesen und macht für mich das Herausragende dieses Romans aus. Das ist so eine bildgewaltige Sprache. Das Grauen der Gewalt ist in Leerstellen verpackt fragmentiert, gebrochen. Die Sprache hält einen beim Lesen. Zum Eindruck des Unfertigen kann ich nichts sagen. Es ist ja kein typischer Handlungsbogen da, aber als Steinbruch empfinde ich es nicht, die Sprache ist ja schon polierter Diamant, fragmentiert ja, gebrochen ja. In seiner Form ungewöhnlich.
        Zu Monstrosa,: vielleicht ein Leichtgewicht aber so ungewöhnlich.

  8. Nachsatz: ein Steinbruch ist für mich roh. Wenn ich mir aber ein Teleskop ausleihe und aus einiger Entfernung auf die Projektoren sehe, dann ist es eher etwas was funkelt und brilliert, die Steine sind leicht. Der ganze Roman ist ein Tanz. Am Abgrund, aber ein Tanz mit seinen ganz eigenen Gesetzen und irgendwie ist da auch Hoffnung. Warum auch immer.
    Zu deinem Blog: du weißt, dass ich Literatur immer sehr aus einer persönlichen Warte betrachte und die Form der Beurteilung ( außerhalb von Daumen hoch oder runter) noch erringen will. Dein Blog ist da wirklich ein Tool. Ich weis

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Begeisterung, liebe Xeniana, ist auch für mich der erste Schritt – auch mich hat Meyer begeistert, er hat mich eben auch gedanklich entrüstet, wie oft gesagt, aber ich habe mich sehr intensiv mit dem Text beschäftigt, und daraus gewinnbringende Freude an Sprache und Geschichte entwickelt. Aus diesem Grunde allein schon ist es eben mein Buch des Jahres geworden 😀 Dir auch ein schönes frohes gesundes und schönes Jahr! Danke, dass du immer noch gerne hier herum liest!

      1. Herum lesen ist ja fast despektierlich:) ich erschließe mir Literatur auf eine andere Weise als du, Alexander. Es wird niemals nur ein erster Schritt sein, sondern anders. Ich lese deine Rezensionen gerade deswegen, weil du eher mathematisch an Literatur herangehst, für mich selbst – mein Weg wird dieser nie sein. Aber ich empfinde deine Herangehensweise als Bereicherung. Lese deine Rezensionen gern.

      2. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
        Alexander Carmele sagt:

        „Herum lesen“ meine ich gar nicht despektierlich. Ich bin selbst ein großer Freund vom kursorischen Lesen, von sich einfangen und treiben lassen, was einem ins Auge springt. So meinte ich das, als eine sehr freie Bewegung, die ihren Elan nicht verliert. Das passiert bei dir sowieso nicht. „Mathematisch“ würde ich meine Herangehensweise nicht bezeichnen, vielleicht aus einem allzu engen Begriff der Mathematik heraus. Ich lese Literatur sehr emotional und reagiere auch intensiv, nur nehme ich dann diese Kristallisationspunkte, um aus ihnen einen Gesamtzusammenhang zu weben, oder versuche es. D.h. ich de-eskaliere eigentlich meine eigene Lektüre 🙂 Tatsächlich aber schaffe ich das nicht immer. Im Grunde heißt das, dass ich den Text irgendwann nochmal lesen muss, um ihn zu durchdringen. Darin besteht für mich das Abenteuer!! Viele Grüße!!

  9. Lieber Alexander, spät bin ich dran mit meinen guten Neujahrswünsche für dich, hoffentlich komme ich nicht zu spät.
    Für viele vorzügliche Besprechungen habe ich dir zu danken, deren Lektüre mich auch dann bereichert hat, wenn ich das besprochene Buch nicht kannte. Auch dieser Jahresrückblick ist wieder reiner Lesegenuss.
    Oft hast du mich in diesem Jahr zur Lektüre bewegt (auch schon mal daran gehindert). Zur Zeit lese ich mich durch das Werk von Han Kang, soweit es in Deutsch erhältlich ist. Ich bin sehr von ihrer Art zu schreiben beeindruckt. Mein nächstes Buch von ihr werden die Griechischstunden sein, auf die ich mich schon freue.
    Bis bald
    Ule

    1. Alexander Carmele – Ich lese gern, reise viel, laufe Langstrecken, studiere, lerne und bin wissbegierig und interessiert an neuen Erfahrungswelten. Studiert, am Arbeiten, Hobbydenker, Freizeitsportler, offen für moderne Unterhaltung aller Art. Germanistik, Physiker, und blogge herum.
      Alexander Carmele sagt:

      Mich begeistert Han Kang auch. Ich finde ihre Bücher leider etwas kurz, da ich oft länger mit den Metonymien, den Anspielungen und Allegorisierungen verweilen würde – aber durch die Kürze besitzt es auch eine gewisse Sanftheit und Zartheit, ja. Ich werde bestimmt noch das eine oder andere Buch lesen. Mich würde es freuen zu hören, wie dir Griechischstunden zugesagt hat! Eines, wie ja beschrieben, meiner Jahreshighlights. Viele Grüße und auf ein friedliches und schönes und gesundes neues Jahr!

Kommentar verfassenAntwort abbrechen

Entdecke mehr von Kommunikatives Lesen

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Die mobile Version verlassen
%%footer%%