Auch dieses Jahr habe ich wieder einige Titel der Long- und alle Titel der Shortlist gelesen, um an dieser Stelle einen kleinen Überblick über den diesjährigen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgelobten Deutschen Buchpreis zu geben. Als Hobbyblogger hoffe ich wegen des engbemessenen Zeitraumes zwischen Bekanntgabe der Shortlist und Preisverleihung stets darauf, die meisten Titel der Shortlist bereits im Vorfeld gelesen zu haben. Das Kalkül ging aber nicht auf, und so musste ich dieses Mal vier, und zudem noch umfangreiche Bücher in drei Wochen unterbringen, um noch rechtzeitig ein Fazit ziehen zu können. Schon jetzt kann ich sagen, dass die Dichte der stilistisch interessanten Bücher dieses Jahr, im Vergleich zu den vorherigen Jahren, sehr hoch gewesen ist, so dass für mich bis zum Ende nicht klar war, welches Buch mein Favorit werden wird. Wie auch in den letzten Jahren lasse ich einfach mein Bewertungssystem entscheiden und überrasche mich dann selbst. In diesem Jahr stehen auf der Shortlist des deutschen Buchpreises folgende Titel. Jeder Titel ist verlinkt mit der langen und ausführlichen Rezension, die auf diesem Blog zuvor bereits erschienen ist:
- Elias Hirschl: „Schleifen“
- Dana Vowinckel: „Anton und Alma“
- Franziska Gänsler: „Orca“
- Shida Bazyar: „Die Lücken“
- Valeria Gordeev: „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“
- Peggy Mädler: „Selbstregulierung des Herzens“
Bevor nun am 5. Oktober 2026 der Siegertitel bekanntgegeben wird, hier meine Auswertung.






In den Bewertungskriterien bleibe ich vorerst bei i) Inhalt, ii) Form und iii) Komposition und iv) persönlichem Lesespaß. Vorher gehe ich noch kurz auf etwaige Gemeinsamkeiten ein. Traurigerweise gibt es ein fast allen gemeinsames Thema dieses Jahr: Terrorismus.
Gemeinsamkeit(en) auf der Shortlist des deutschen Buchpreises:
Ich gebe nun zuerst stichpunktartig einen kurzen Überblick über den Inhalt der Bücher, also darüber, welche Diskursfelder in ihnen verhandelt werden.
- Schleifen … Mathematik, Protestbewegung, Sprachverlust und -logik.
- Anton und Alma … Judentum, Ghaza-Konflikt, Konversion, Philo- und Antisemitismus.
- Orca … Gruppendynamik, Klimaprotest, Homosexualität, Drogen, Körperkult.
- Die Lücken … Migration, Integration, Fremdenfeindlichkeit, Holocaust.
- Die Zikade […] … Demokratie, Terror, Sekten, Krieg, Sprachverlust, Langlebigkeit.
- Selbstregulierung […] … DDR, Ökonomie, Auswanderung, Flucht.
Im Gegensatz zu vielen anderen Shortlisten erfährt das Thema „Liebe“ dieses Jahr größere Aufmerksamkeit. In vier Büchern besteht der zentrale Konflikt zwischen zwei Liebenden und wird in der Beziehung gelöst oder nicht gelöst. Nur bei „Die Lücken“ und „Die Zikade…“ gibt es keine handlungstragende Liebesbeziehung. Als die hervorstechendste Gemeinsamkeit der Shortlist-Romane – nur „Selbstregulierung …“ springt da aus der Reihe – erweist sich aber das Thema gewaltsamer Protest bis hin zum legitimierten Terrorismus. Die Gegenwartsliteratur reagiert hier auf eine immer durchlässigere Gewaltlegitimation im öffentlichen Raum, die in den Sozialen Medien häufig auch nach Eskalationsmöglichkeiten sucht und hierbei die kaum noch zu überbrückenden Kommunikationsschwierigkeiten zwischen vereinzelten Diskursblasen zu Bewusstsein bringt. Zwei Romane, „Schleifen“ und „Die Zikaden…“, erheben zumindest diese Sprachschwierigkeiten selbst zum Gegenstand ihres Romanstoffes. Die anderen Romane belassen ihre Figuren in einer beängstigenden Sprach- und Orientierungslosigkeit. Nur „Selbstregulierung des Herzens“ glänzt mit einer sentimental, melancholisch, fast schon katatonisch gestimmten Friedlichkeit.
Nun zu den Kategorien. In jeder Kategorie verteile ich 1 bis 6 Punkte. Am Ende zähle ich zusammen und küre meinen persönlichen Favoriten auf der Shortlist des deutschen Buchpreises.
(i) Inhalt, das Erzählte.
In der Kategorie Inhalt, das Erzählte ziehe ich die Unterhaltsamkeit in Betracht, die Spannung, das Überraschende, den Witz und den Humor. Hier spielt eine Rolle, ob der Plot selbst das Weiterlesen des Textes erschwert oder erleichtert. Ästhetisch betrachtet entspricht diese Betrachtungsweise der nullten, unbedarften Reflexionsstufe, die des immersiven Lesegenusses:
- Schleifen … mit teilweise durchgeknallten Einfällen bleibt das Buch auf jeder Seite interessant, spielt mit dem Thema der Eindeutigkeit und Semantik und Identität und glänzt durch aufregende Digressionen. Die Radikalisierung Franziskas wirkt hingegen nicht überzeugend oder ausgearbeitet, und die Militanz und Eskalation in Rom kurz vor Ende fast stichwortartig wirr und improvisiert.
- Anton und Alma … sehr schleppende, sehr ausgewalzte Beziehungsproblematik, die durch einen sehr starren Charakter (Anton) langweilig, bis mühsam nachzuvollziehen wird. Anton, als gehemmt, selbst kritischer Erotoman, taugt nicht als Hauptfigur. Das sabotiert den im Grunde interessant gelegten Konflikt zwischen Identität und Nicht-Identität, zwischen Zugehörigkeit und Freiheit, und wo sich das Individuum wiederfinden könnte.
- Orca … mit gutem Einstieg, der von zwei sich im Corona-Sommer wiedertreffenden Freundinnen handelt, verspielt der Roman schnell seine Intensität, da es der Ich-Erzählweise einer an Komplexen beladenen Teenagerin, die um Anerkennung ringt, schlicht an Übersicht fehlt, um einen Konflikt verstehbar werden zu lassen. Die Zusammenhänge bleiben peripher, das Gesamtbild undeutlich, nur die Gewalt als Verzweiflungstat springt aus der Textmasse hervor.
- Die Lücken … die Figuren werden nur blitzlichtartig beleuchtet, so dass sie kaum an Konturen gewinnen. Der Erzählfluss wird daher zäh und dröge. Zu viele Sprünge, zu zerfetzt das Geschehen, als dass sich eine Immersion und Spannung ergeben könnte.
- Die Zikade … … ebenfalls, wie „Schleifen“ eher Schelmenroman-artig aufgebaut, mit vielen Abschweifungen, Wortwitzen, kunterbunt angefüllt, lassen sich jedoch die Wege von Lada und Konstantin nachvollziehbar verfolgen. Die Figuren wirken stimmig und rund und leiten durch den Text, insbesondere das verrückt-versponnene, unterminierte Moskau überzeugen. Das Ende jedoch ist zu abrupt und willkürlich.
- Selbstregulierung … … der Plot besteht darin, ob Georg und Mona zueinander finden oder nicht. Ihr Leben leidet unter Abwesenheiten, die Abwesenheit von Respekt und Aufmerksamkeit, von Möglichkeiten und deren Erfüllung. Und wie die DDR untergeht, so verstreichen auch die Möglichkeiten von Mona und Georg oft ungenutzt, als verpasste Chancen und werfen ein melancholisches Licht auf die friedlicheren Zeiten des 20. Jahrhunderts, in denen viel passieren hätte können, aber wenig in der Tat passiert ist.
Punkteverteilung: Am zähesten hat sich in Sachen Plot für mich auf der Shortlist des deutschen Buchpreises „Anton und Alma“ erwiesen (1 Punkt), direkt gefolgt von „Orca“, da die Ich-Erzählerin planlos vor sich hin improvisierte (2 Punkte). „Die Lücken“ glänzte mit einigen nachvollziehbaren Figuren (Parveneh), doch fiel die Erzählung zu lückenhaft aus (3 Punkte). „Schleifen“ hat arge Mängel gegen Ende, hat aber durchweg einfallsreiche Szenen, um das Publikum bei der Stange zu halten (4 Punkte), und „Die Zikade …“ verspielt die Bestnote nur mit dem völlig offenen, unentschuldbar vagen Ende (5 Punkte), so dass an „Selbstregulierung …“ die volle Punktzahl geht (6 Punkte). Es ist bis zum Ende spannend geblieben, was den Hauptfiguren passiert, wie sich ihr Leben entwickelt, und nach Abschluss des Buches hat sich ein rundes, obzwar sentimental-stimmendes Bild ergeben.
(ii) Form, das Erzählen
In der Kategorie Form, das Erzählen beurteile ich die Erzählweise, die Sprache, die verwendet wird, bspw. überraschend gebaute Sätze, Wortverbindungen, Allegorien, intensive Bilder, poetische Metaphern, Sprachmaterialbearbeitungen und Neologismen, also die formale, sich darstellende Textstruktur. Diese Lesart entspricht einer sprachbewussten ersten Reflexionsstufe. Nicht nur der Inhalt wird verstanden, auch seine Präsentation reflektiert:
- Schleifen … extravagante, humorvolle, dichte Sprache, die in Wort- und Einfallsreichtum durchweg glänzt, und die Lektüre zur wahren Freude werden lässt.
- Anton und Alma … sehr reduzierte Form, mit viel zu vielen Eigennamen, sehr alltagssprachlich, wie ein Social-Media-Text, stilistisch ohne besondere Merkmale.
- Orca … ebenfalls reduziert, aber stimmig durch die jugendliche Ich-Erzählerin, jedoch ebenfalls keine Eigenständigkeit in der Form, die Sprache eher als Vehikel verwendet.
- Die Lücken … ansprechende, rhythmische, teilweise mythische Formen des Erzählens, die einen kosmischen Blick auf die Handlung werfen könnten, einfallsreich und gelungen, jedoch ohne viel Mut zur Neuerung und Tiefenschärfe, um die Charaktere dem Holzschnittartigen zu entreißen.
- Die Zikade … … mit hervorstechendem Stilmerkmal des Hyperrealismus, oder der Überverdeutlichung, hierdurch viel Witz, viel Schwung, die das Lesen zeitweise von alleine trägt, melodisch-rhythmisch eigenständig und innovativ. Erfrischend im Duktus.
- Selbstregulierung … … sehr prosaisch, aber mit Sinn fürs Detail, immer mit langem Atem geschrieben, formal unauffällig, geprägt von vielen Aufzählungen, also symptomatisch für den kritischen Realismus, formalästhetisch gesehen deshalb ein wenig eintönig.
Punkteverteilung: „Anton und Alma“ hat formalästhetisch keine Ambitionen und benutzt wie „Orca“ die Sprache rein instrumentell und informierend (1 und 2 Punkt(e)). „Selbstregulierung …“ wirkt im Vergleich zu „Die Lücken“ weniger sprachlich-fokussiert, so dass ich letzterem den Vorzug gebe, da hier durchaus bei einigen Szenen überzeugende Sinninterferenz-Mechanismen zum Tragen kommen, wie als Azad vor der Kirche wartet oder Bahar zum Kindergeburtstag geht (3 und 4 Punkte). Schwieriger wird es bei „Schleifen“ und „Die Zikade …“, aber letztlich hat auf der Shortlist des deutschen Buchpreises Gordeev dort die Nase vorn, wo sie mit ikonographischen Mitteln das Hauptproblem des Textes, Sinngehalt zu setzen und zu erhalten, mit Überverdeutlichung unterstrichen hat und mit dem mumifizierten Lenin persifliert (5 und 6 Punkte).
(iii) Komposition, die Erzählung
In der Kategorie Komposition, die Erzählung steht vor allem die Stimmigkeit und Glaubwürdigkeit im Vordergrund, inwiefern durchdringen sich (i) Inhalt und (ii) Form, inwiefern stärken sich die formalen und inhaltlichen Eigenschaften und Besonderheiten. Hier gehen die Erzählperspektiven ein, wie sehr der Text sich selbst verwebt, seine eigenen Motive weitertreibt; also wie verdichtet, entspannt, gelungen treibt der Text das Erzählen zu einem dem Gegenstand gerecht werdenden Höhepunkt hin:
- Schleifen … Stil und Inhalt finden eher beliebig zusammen. Die Erzählstruktur selbst baut sehr gut das Thema Überverdeutlichung aus, aber nur exemplarisch, nicht vom Schreibstil her. Problematisch wirkt der Plot, der Sex zwischen Franziska und Otto, auf den kulminativ die Erzählung hinausläuft. Das wirkt am Ende, auch auf einer unsichtbaren Verkehrsinsel inmitten von Tokyo, etwas gewollt.
- Anton und Alma … das Thema Konversion, Identität wird durch die zweite Hälfte des Buches und die Entwicklung von Alma gut unterstrichen, nur wird der Konflikt (Identität ja/nein) am Ende nicht gut ausgespielt, und zu guter Letzt, trotz überzeugender Romanstruktur, selbstunterhöhlend umgesetzt, indem Anton das letzte Wort behält, ohne aber etwas zu erzählen zu haben.
- Orca … der Spannungsboden überzeugt, nämlich ob Cora sich emanzipiert, ob sie über sich hinauswächst oder nicht. Leider stellt die Entwicklungsgeschichte eher eine Art Rohrkrepierer dar, der dazu noch abrupt in den Text fährt, und in einem Schuldbekenntnis gipfelt, das sich gar nicht vorbereitet, und dies zudem ohne die Gewalt zu problematisieren, die zentral im Buch geplant und vollstreckt worden ist.
- Die Lücken … auch wenn das Buch „Lücken“ heißt, sind doch die narrativen Sprünge viel zu groß – Lücken als poetische Ideen, benötigen ja Fülle, um zu erscheinen. Diese Fülle fehlt. Es entsteht kein wirklich Ganzes. Der Roman bleibt die Rumpfform einer an sich überzeugenden Idee, die an „Die Kinder der Toten“ von Jelinek gemahnt, ohne dessen Radikalität umzusetzen. Leider. Form und Inhalt unterstützen sich hier nicht. Sie fallen sogar auseinander. Die mythisch-kosmische Form besitzt keinen gleichgearteten Inhalt.
- Die Zikade … … hier ergänzen sich Form und Inhalt und arbeiten das Grundproblem der Verständigung und der Verständlichmachung von Konflikten heraus, wenn die Sprache und deren Mittel erodieren. Mit vielen Ideen wird der Semantik selbst nachgespürt, wodurch ein sehr dynamisches Ganzes entsteht, das leider ohne Pointe bleibt.
- Selbstregulierung … … besitzt diese Pointe, da das Nachvollziehen des Anfanges und Endes der DDR, des Anfanges und des Endes der jeweiligen Beziehungen eine narrative Parallele erzeugt, die das Nichts, das das System in Dynamik hält, als Möglichkeit aufbaut und zugleich desavouiert. Der sehr sanfte Ton passt gut zu der Thematik, die leise, verbindende Melodie zwischen zwei Menschen, die übertönt wird von lauten, dröhnenden anderen, so dass sie drohen, ein Leben lang einander vorbeizulaufen.
Punkteverteilung: „Die Lücken“ besitzt im Gegensatz zu den anderen Romanen keine Organisationsidee (1 Punkte). „Orca“ und „Anton und Alma“ hangeln sich potentiell an einem überzeugenden Konflikt entlang, spielen ihn aber nicht aus (2 und 3 Punkte). „Schleifen“ und „Die Zikade …“ lassen Form und Inhalt ineinandergreifen, aber verpassen eine befriedigende Pointe (4 und 5 Punkte), die im Rückblick das Buch hätte reifen lassen können. Diese besitzt auf der Shortlist des deutschen Buchpreises für mich allein „Selbstregulierung …“ als Schmerz der verpassten Chance und des verpassten Lebens (6 Punkte).
Shortlist des deutschen Buchpreises: Fazit und Favourit
Es bleibt noch das Kriterium meiner persönlichen Lesefreude. Am wenigsten Freude hat mir „Orca“ bereitet, Gewalt und Liebe und Gruppendynamik haben mich eher angestrengt durch die ich-schwache Erzählerin (1 Punkt). „Die Lücken“ hat mich zeitweilig intensiv beschäftigt und einige Szenen werden mir auch in Erinnerung bleiben, hauptsächlich im Bedauern, dass der ganze Roman nicht diesen Szenen standhalten konnte (2 Punkte). Nach beschwerlichem Beginn hat mich „Anton und Alma“ ab der Hälfte abgeholt, dann aber im letzten Fünftel wieder arg enttäuscht und verloren. Zeitweise war ich gefesselt, wie Anton sich Alma öffnet und umgekehrt (3 Punkte). „Schleifen“ hat mich intellektuell gefesselt, „Die Zikade …“ poetisch begeistert. Beide haben mich aber mit ihrem jeweiligen Ende stark ernüchtert, „Die Zikade…“ hierbei mehr als Hirschls etwas libidinöses Finale (4 und 5 Punkte). Nach meinem persönlichen Empfinden halte ich Mädlers „Selbstregulierung des Herzens“ für das rundeste Buch auf der Shortlist (6 Punkte). Hiernach ergibt sich
- Orca … 6 + 1 = 7
- Anton und Alma … 5 + 3 = 8
- Die Lücken … 8 + 2 = 10
- Schleifen … 13 + 5 = 18
- Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle … 16 + 5 = 21
- Selbstregulierung des Herzens … 15 + 6 = 21
Das spiegelt sehr gut mein Gefühl der diesjährigen Shortlist gegenüber wider. Ich sehe keinen eindeutigen Sieger. Im Rückblick hinterlässt „Selbstregulierung des Herzens“ eine vielleicht allzu besänftigende Stimmung ob all der verpassten Chancen. Gordeev agiert da kämpferischer, und insofern bleibe ich mit ihr bei der Zikade und hoffe, dass ihre goldglänzende Hülle für ausreichend Ablenkung sorgt, so dass sie den Sieg im Sinne des chinesischen Sinnspruches beim diesjährigen Buchpreis davon trägt. Es käme der Gegenwartsliteratur sehr zu gute. Ich befürchte aber, anlässlich der gegenwärtigen Lage, wird Bazyars „Die Lücken“ gewinnen.
Ich freue mich über Meinungen, Kommentare und allgemeine Gedanken zur Gegenwartsliteratur und der Shortlist sehr!
Vielen Dank fürs Lesen!
Alexander
Andere Rezensionen von der diesjährigen Longlist des deutschen Buchpreises, ich werde wahrscheinlich nie genügend Zeit haben in der Zeit alle Nominierten zu lesen:
Svenja Leiber: „Nelka“
Tomer Gardi: „Liefern“
Helene Bukowski: „Wer möchte nicht im Leben bleiben“
Alisha Garmisch: „Parasiti“
Lukas Rietzschel: „Sanditz„
Muri Darida: „King Cobra“
Leh-Wei Liao: „Glaszeit“
Am 12. Oktober 2026 geht es dann wieder regulär weiter, wahrscheinlich mit Jean de Palacios Veturia.



Ich war schon gespannt, ob und wen du küren würdest. Danke für die Rezensionen und die akribische Beschreibung deines Auswahlprozesses. Du gibst das Gefühl, etwas über die Bücher sagen zu können, obwohl ich keines davon gelesen habe.
Danke dafür!
Spätnachmittagskaffeegrüße 🌤️🎶🛋️☕
Danke für dein Interesse – dieses Shortlist lesen ist manchmal fast ein Sport, insbesondere wenn die Bücher sehr lang und stofflich anspruchsvoll gestrickt sind. Dieses Mal hätte es fast nicht geklappt. Die Shortlist war insgesamt sehr ausgewogen und interessant – als literarisches Kleinod empfehle ich gerne Mädler, im übrigen. Bei so viel schlechten DDR Büchern ragt es schon ziemlich aus der Masse heraus. Schön, dass ich dir einen kleinen Überblick geben konnte. Ich habe allgemein das Gefühl, dass die Literaturwelt ein wenig an Aufmerksamkeit verspielt hat. Große Aufreger gab es ja nicht, und die KI Bücher wie „Lazar“ höhlen nun den Betrieb aus … Viele Frühabendgrüße, und Danke fürs Lesen.
Bazyar hat dieses Jahr alles gewonnen, sehe sie als große Favoritin.
Sie war mit dem sehr starken „Nachts ist es leise in Teheran“ gerade auch für den Booker nominiert, das der Dt. Buchpreis komplett übersehen hatte. Habe „Die Lücken“ noch nicht gelesen, aber kann mir nicht vorstellen, dass der Preis dieses Jahr an jemand anderen geht.
Dann sind wir ja einer Meinung – bin gespannt, ob du dem Buch etwas abgewinnen kannst. Ich mochte die Sprache, teilweise sehr episch, an vielen Stellen, nur hat sich absolut kein Gesamtbild ergeben, also sind lückenhafte Lücken alles, was bei da hängen bleibt. Eine Pointe und Komposition besitzt das Buch nicht – da ist Mädler weit voraus. ich habe kein anderes Buch von Bazyar gelesen, allein wegen der Sprache werde ich mir nun „Nachts leise in Teheran“ mal ansehen, wenn du es so empfiehlst. Danke!!