Wie 2021 und 2022 habe ich die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um mein Lesejahr 2023 Revue passieren zu lassen. Ich verlasse 2023 mit gemischten Gefühlen, da sich die Gegenwartsliteratur in diesem Jahr sehr spröde gegen meine Leseentfaltungsversuche gezeigt hat. Viele Bücher, die ich 2023 gelesen habe, verweigerten schlicht und einfach eine kommunikativ sich bereichernde Lektüre und trumpften eher mit Stichworten, Schlagworten und Szenenskizzen auf, so dass ich mich gegen Mitte des Jahres gezwungen sah, neue Lese-, Verständnis- und Auslegungswege einzuschlagen.
Überschaue ich die etwas mehr als 108 gelesenen Bücher, so dominierten die Themen DDR, Drogen, Italien und Kulturdimensionen der Annäherung. Trotz mancher Tiefschläge gab es dennoch einige Highlights. Ich küre für jede Kategorie das eine:
Kategorie: Literarische Ver- und Entfremdungen
Viele Gegenwartsromane arbeiten sich an kulturellen Differenzen ab, bspw. Necati Öziri in Vatermal, Slata Roschals 153 Formen des Nichtseins, Olga Tokarczuk in Empusion oder auch Lukas Bärfuss in Die Krume Brot. Von allen möglichen Varianten hat bei mir neben Slata Roschals Roman Dinçer Güçyeters Unser Deutschlandmärchen den stärksten Eindruck hinterlassen, allen voran die Szene, als der Ich-Erzähler Zeuge einer Schlachtung wird und die Mutterkuh um ihr Kalb trauert:
Da stand ich. Vor der Kuh. Sie schaute mich mit klingenscharfem Blick an. Meine Beine bewegten sich wie von alleine zum Tier hin. Als wir uns dann Auge in Auge ganz nah gegenüberstanden, sah ich die Rinnsale unter ihren Augen, die Kuh weinte. Wieder muhte sie, sie muhte mich an, ihre Blicke, diese Klingen jagten mir Angst und Zorn ein, ich stand wie angewurzelt vor ihr […] Mit einer göttlichen Erhabenheit wandte die Kuh ihren Blick von mir ab, ging auf die Knie, legte sich seitwärts auf den Boden und gab seltsame Geräusche von sich, eine Mischung aus Jaulen und Brüllen. Das Licht aus dem Fenster fiel ihr auf das Gesicht, jetzt konnte ich die schimmernden Tränen noch einmal ganz genau sehen.
Dinçer Güçyeter aus: „Unser Deutschlandmärchen“
Mit vielen Formspielen, Dialogen, szenischen Überschneidungen schafft Dinçer Güçyeter eine Atmosphäre der Verständigung und Selbstbehauptung, die sein Unser Deutschlandmärchen von Anfang an zu einem meiner sicheren Jahreshighlights werden ließ.
Kategorie: Drogen
Drogen tauchen in der Gegenwartsliteratur immer verstärkter auf. Bei Virginie Despentes in Liebes Arschloch geht es hart zur Sache, noch härter bei Maria Kjos Fonn in Heroin Chic, die ihre Protagonistin das Leben der Sucht uneingeschränkt bejahen lässt. David Foster Wallace bleibt in seinem Unendlicher Spaß vorsichtiger und thematisiert nicht nur die Drogennehmenden selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld und die Trümmerlandschaften, die der Drogenkonsum hinterlässt. Joshua Groß in Prana Extrem sieht das entspannter, wiewohl auch vermeintlich harmlosere Drogen konsumiert werden, um das Schweben zwischen Traum und Illusion zu erleichtern, indes der diesjährige Nobelpreisträger für Literatur Jon Fosse in Der andere Name den Alkoholismus knallhart beim Namen nennt. Die Sinnlosigkeit und Ahnungslosigkeit fasst Raphaela Edelbauer in Die Inkommensurablen zusammen:
»Was haben wir genommen?«, flüsterte [Hans], und Adams Lippen formten, ohne etwas zu sagen: Heroin. Es war nicht wie Hans sich einen Rausch immer vorgestellt hatte; bunt und mit sich drehenden, aufwuchernden Kaleidoskopen. Stattdessen rückte ihm alles, was schon vorher da gewesen war, in eine unendliche Nähe. Er roch plastisch, was weit entfernt war, und sah klar wie durch Facettenaugen, dass die Bewegung der anderen verlangsamt war. […] Jetzt verstand er auch, wie wunderbar das alles war – dass die unterschiedlichsten Menschen, und er dazu, sich hier versammelten, ohne dass der eine vom anderen eine Rechtfertigung verlangte. Fremde, die beieinander lagen wie zwei greise, miteinander vertraute Männer, die sich pfeiferauchend Gesellschaft leisteten. Es war aber gleichzeitig auch alles unfassbar komisch!
Raphaela Edelbauer aus: „Die Inkommensurablen“
Edelbauers Figuren wissen nicht, was sie tun, und sie wollen es auch nicht wissen. Sie wollen in Trance die Alleinheit des Kosmos genießen und mystisch driften, und doch Bedeutsames schaffen. Den Widerspruch beutet Edelbauer narrativ aus, ohne sich gegen ihre Figuren zu vergreifen, und lässt das Vorkriegswien im frühen 20. Jahrhundert literarisch aufleben, wie Robert Seethaler das Nachkriegswien der 1960er in Das Café ohne Namen. Sprachlich entfaltet aber Edelbauer eine ganz eigene wortverspielte Plastizität, die Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen lässt und Die Inkommensurablen einen Platz in meinen Top 5 gesichert hat.
Kategorie: DDR
Das Thema DDR und die Vergangenheitsaufarbeitung bleiben allgegenwärtig. Der Georg-Büchner-Preisträger des Jahres Lutz Seiler in Kruso zeichnet wie Terézia Mora in Muna die Übergangsphase der Wiedervereinigung nach, Anne Rabe rekonstruiert soziologisch eine Familienchronik in Die Möglichkeit von Glück, wohingegen Charlotte Gneuß in Gittersee beim Jugendroman bleibt, Christoph Hein in Unterm Staub der Zeit die Mauerbauphase ins Gedächtnis ruft und Helga Schubert ihre Ehe bis ins hohe Alter in Der heutige Tag Revue passieren lässt. Highlights blieben aber die vor- und zurückblickenden Romane Werner Bräunigs Rummelplatz, Ulrich Plenzdorfs Die neuen Leiden des jungen W. und Brigitte Reimanns Franziska Linkerhand, die noch immer ein lebendigeres Bild des untergegangenen Staates zu vermitteln vermögen, als es vielen Gegenwartsromanen und -texten gelingt:
Ich sah ihnen nach, ihren Schatten im verbrannten Gras, und mir war zumute wie manchmal am Bahndamm, nachts, wenn die Gleise und die federnde Erde einen Schnellzug melden … Gestöber von Funken, die vorüberfliegenden Fenster, Scherenschnitte von pendelnden Köpfen, ein Netz voll Apfelsinen, blaues Licht in einem Abteil, in dem Fremde schlafend reisen, mitgerissen werden, auf ein Ziel hin, das ich nicht kenne, also beliebige benennen kann, Punkt Ypsilon, und beliebig verlegen, immer weiter nach vorn, in die Ferne …
Brigitte Reimann aus: „Franziska Linkerhand“
Auch wenn keine Gegenwartsliteratur im eigentlichen Sinne gehört Brigitte Reimanns Sprache, ihr Rhythmus, das Überblenden zwischen den Erzähl- und Reflexions- und Beschreibungsebenen zu den Highlights meines Lesejahres und ihr Roman Franziska Linkerhand über das Jahr hinaus in meinen Ein Kanon.
Kategorie: Italien
Unerwartet ergaben sich mehrere Italien-Lektüren. Es begann mit Esther Kinskys Rombo, das die Ereignisse rundum ein Erdbeben in Monte Canin in Erinnerung ruft. Von dort aus ist es nicht weit nach Neapel, wo Eugen Ruge in Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna polemisch-allegorisch den Vulkanausbruch in der Antike resümiert. Birgit Birnbacher erlaubt der Mutter ihrer Hauptfigur von Wovon wir leben eine Atempause auf Capri, indes Lukas Bärfuss sein Buch Die Krume Brot mit einem Drama im rebellischen Norden Italiens beendet und literaturhistorisch Thomas Manns Aschenbach in Der Tod in Venedig das Zeitliche segnet. Überzeugt hat mich aber nachhaltig Kinskys Rombo:
Die Hunde laufen nicht davon, sie greifen nichts und niemand an, gehen nicht einmal aufeinander los oder auf die schleichenden heimlichen Katzen, die Hunde suchen Schutz.
Esther Kinsky aus: „Rombo“
Die Luft ist voller Geräusche, vom fernen Donnern aus den Bergwänden bis zum Ächzen von Bäumen in den Gärten, dem Bersten von Holz in den Dächern, dem Splittern von Glas und dem grollenden trockenen Poltern von Stein. Menschenstimmen in grellster Aufregung, um Obdach gebracht, nach Nächsten suchend, aus Verschüttungen schreiend, Trümmer packend, wälzend, rufend, heulend, ein Jammern in der Dunkelheit.
In der Skizzierung der Sinneseindrücke, im Versuch, die akustischen, optischen Reize synästhetisch zu verarbeiten, gelingt Kinsky ein dialektisches Bild im Stillstand, das lange nachgewirkt hat. Die Stimmen der Opfer aufgezeichnet, ihren Mut, ihre Angst bis in die Wortwahl hinein aufgenommen, das Splittern, den Eigensinn der Natur ohne Erklärungsversuche neben die Welt der Mensch gestellt zu haben, darin besteht das Schreiben Kinskys, das mit Rombo auch einen Platz in meinem Ein Kanon erhalten hat.
Abschließend in Mein Lesejahr 2023 nun die letzte Kategorie, die dem, was ich mir persönlich von Literatur erhoffe, am nächsten kommt und beinahe nur aus Highlights besteht, die
Kategorie: Fabulierlust
In diesen Büchern blüht die Freude am Erzählen auf. Sie geht in die Trauer, in die Höhen und Tiefen, in die Fröhlichkeit und Intensität der Figuren und intensiviert sie mit sprachlichen Mitteln. Freude hat mir Ina Kramers Im Farindelwald gemacht, auch Umberto Ecos Die Insel des vorigen Tages, sogar der zum Kitsch bereite, sich bewusst des Verdikts der Überzeichnung aussetzende Martin Mosebach in Krass. Sanfter, dunkler kam Maria Borrélys Mistral daher und J.M. Coetzees Der Pole. Highlight jedoch wurde Ulrike Sterblichs Drifter:
Ich wusste gar nicht, dass so etwas möglich war. Und dann, auf dem Höhepunkt des Feuerwerks, erschien dort eine Frau in goldenem Kleid. Zusammen mit einem großen Hund und einem Raben saß sie auf einem Funken sprühenden Pilz wie auf einem Hexenbesen. Sie drehten einen Looping, winkten uns zu und zischten hinfort in die weite Dunkelheit, bis sie nicht mehr zu sehen waren.
Ulrike Sterblich aus: „Drifter“
«Jetzt ist sie weg», sagte ich.
Das Feuerwerk ebbte langsam ab, und durch den Dunst hindurch zeigten sich ein paar Sterne.
Überraschend und unerwartet und sogar in die Shortlist des Deutschen Buchpreises aufgenommen, aufgrund seiner leichten, flüssigen, phantasievollen Art zu erzählen, der Erzählwonne und Leselust, die Drifter versprühte, nehme ich dieses als gutes Omen für ein nächstes schönes Lesejahr in Sachen Gegenwartsliteratur und küre es zusammen mit Toni Morrison, deren Roman Menschenkind mich wieder einmal daran erinnert hat, was Literatur kann, was Sprache vermag, wie Gesang und Schmerz zu Text wird, aber außer Konkurrenz gelesen worden ist, zu meinem Jahreshighlight.
Ich wünsche allen einen guten Rutsch, Gesundheit und Glück und bedanke mich für die vielen freundlichen Kommentare, den lebendigen Austausch und die geteilte Lesefreude. Auf ein friedliches und gesundes und inspirierendes Jahr 2024,
Alexander.

Dein Blog gehört zu den wenigen, die ich immer schlauer, oder besser: positiv bereichert, verlasse. Dein Blog ist ein Schatz.
Lieber Alexander, auch dir ein gutes neues Jahr voller interessanter Bücher und mit allem, was mensch sonst noch so braucht 🧡
Mittagskaffeegrüße ☁️🌥️📖☕🍪
Liebe Christiane, vielen Dank!! Ich freue mich, dass du nicht nach all den Besprechungen das Interesse verlierst. Nicht immer gelingt es mir, das Feuer in einem Text zu entfachen, aber ich werde es immer wieder versuchen. Bleibt gesund, und ich drücke auch dem Fellträger die Daumen, dass er gesundet und fröhlich explorierend die Welt erkunden kann! Einen guten Rutsch und nur das Beste fürs Neue!! Mittagskaffeegrüße zurück!
Ich habe fast nichts von all dem von dir Geschätzten und weniger Geschätzten gelesen, und ich muss es auch nicht tun (Ausnahme Morrison), denn deine Besprechungen sind ein voller Ersatz. Das ist vielleicht nicht im Sinne der Autoren und Verlage, doch gewinne ich dadurch enorm viel Zeit, ohne Literatur-Banause zu bleiben. 😉 🙂 Danke für deine tolle Arbeit!
Liebe Gerda, mich freut es, dass dich die Lesebesprechungen informieren. Ich nehme fast gar keine Rezensionsexemplare an, weil ich eben keine Werbung machen will – ich kaufe die Bücher und leihe sie, und dann kommuniziere ich mit ihnen frei von monetären Erwartungen, so, dass ich mich auch noch nach ein paar Wochen an sie erinnern kann. Für mich ist Literatur in erster Linie Kommunikation, dann Unterhaltung, dann Wissensvermittlung (wenn überhaupt). Sollte dich mal ein Buch interessieren, das du nicht lesen willst, sag Bescheid, ich bekomme es bestimmt unter 😁🤓 Ich wünsche dir Gesundheit und Glück, und Danke für dein Welttheater, ich schreib nicht immer etwas dazu, aber ich mag es sehr!! Mögen deine Liebsten und du alle gut ins neue Jahr kommen!! Viele Grüße, Alexander.
Ein schöner Überblick über ein von mir mit großem Interesse verfolgtes Lesejahr ! Ich bedanke mich für viele aufschlussreiche Rezensionen, die mir so manches Buch entweder nahe gebracht oder mir klar gemacht hat, dass ich es nicht lesen möchte. (In diesem Artikel etwa begeistert mich die Beschreibung des Erdbebens.)
Ich freue mich auf die Rezensionen deines kommenden Lesejahrs und wünsche dir einen guten Rutsch ins Neue Jahr
Liebe Myriade, vielen Dank! Rombo liest sich vorzüglich, nur eilig und nebenher lässt es sich nicht lesen. Zu komplex, verschachtelt, aber mit ein wenig Interesse entfaltet es eine Geschichte vor dem inneren Auge, das es mir vor Spannung den Atem genommen hat. Schön, dass der Blog auf so viel und auch auf dein Interesse stößt, und ja, manche Bücher (hätte ich den Blog nicht) würde ich nie lesen (und ich hätte auch nichts verpasst), dennoch versuche ich ihnen alles zu entlocken, was sie feilbieten, und darin möchte im nächsten Jahr noch besser werden 😁 Möge es ein gutes Jahr für dich und deine Liebsten werden! Viele Grüße!
Lieber Alexander, es ist spannend nach diesem Deinem Lesejahr, das ich ja regelmäßig begleitet habe, jetzt auch Dein Fazit zu lesen. Ich mag es, Jahresrückblicke zu lesen, dieses „Revue passieren lassen“ und Konzentrieren auf das, was bleibt. Ich wünsche Dir ein gesundes, gutes, glückliches und friedliches Jahr 2024 mit hoffentlich vielen fabulierfreudigen, starken, weniger spröden und lange nachhallenden Büchern! Auf Wiederlesen im neuen Jahr und rutsche gut und wohlbehalten rüber! Barbara
Liebe Barbara, Danke, das wünsche ich dir auch. Jahresrückblicke haben etwas Gutes, etwas Ruhiges. Ich mag das. Altes abschließen, sich Neuem öffnen. Ich mag auch die Zeit zwischen den Jahren, wenn die Tage wieder länger werden, die Sonne wieder länger scheint. Da wächst der Mut, und wenn ich fröhliche Literatur brauche, finde ich ja viele Anregungen in der Kulturbowle, die mir sehr ans Herz gewachsen ist! Beste Grüße und guten Rutsch, Alexander.
Wünsche auch ein gutes Neues Jahr und wie die anderen hier bin ich gespannt auf die kommenden Rezensionen 2024, auch wenn ich eher alles in Englisch lese (Ausnahme: Ulrike Draesner, Saşa Stanicic…) Von Deinen Besprechungen habe ich Morrison, Eco, Handke und Foster gründlich gelesen, da ,ch die jeweiligen Bücher selbst gelesen hatte. Gestandene Werke! Aber gerade die neuen gilt es zu berücksichtigen, was Du tust. Es ist viel schwerer, aus der Naehe zu beurteilen, ob etwas bleibt, als Meisterwerke in der Distanz zu würdigen! Seit ich ihn fand, habe ich Deinen Blog immer gern gelesen. Alles Gute für 2024!
Vielen Dank! Ich versuche tatsächlich, auch für mich selbst, Besprechungen zu schreiben, die sowohl vor wie nach dem Lesen Anschlusspunkte ermöglichen. Manchmal gelingt mir das nicht, und da will ich noch besser Lesen lernen, um noch andere Schichten, Kommunikationsperspektiven zu entfalten. Morrison, Eco, Hanke, Wallace Foster, das sind sehr dankbare Texte, die sich stark über ihr Wortmaterial selbst reflektieren. Es sind dies auch eben die Werke, zu denen ich gerne zurückkehre, sie in Erinnerung rufe. Die Herausforderung, der Gegenwartsliteratur gerecht zu werden, bleibt, und du beschreibst sie sehr gut. Ohne diese Reflexionsinstanz könnte ich all diese Neuerscheinungen nicht lesen. Danke auch für deine Vorschläge und Assoziationen zu den Besprechungen. Ich lese sie immer sehr mit Gewinn, auf ein fröhliches, gemeinsames Jahr 2024 und einen guten Rutsch!
Lieber Alexander, zum Jahresende möchte ich dir noch einmal ausdrücklich sagen, dass ich deinen Blog sehr hoch einschätze. Ich lese deine Besprechungen mit großem Gewinn und habe ihnen auch viele Anregungen für die eigene Lektüre entnehmen können. Besonders schätze ich, dass du die Bücher auf kluge Weise mit anderen Werken in Beziehung zu setzen verstehst und damit einen Kontext schaffst, der über die einzelnen Werke weit hinaus geht, insbesondere dann, wenn neben literarischen auch philosophische Werke eingebunden werden.
Ich freue mich schon auf deine Beiträge im Neuen Jahr, zu dem ich dir alles Gute, Gesundheit, Heiterkeit und Kreativität wünsche. Liebe Grüße, Joachim.
Lieber Joachim, Danke für deine lieben Worte. Mich entlastet dein Blog sehr, da du die Naturwissenschaft in meinem Leben hältst, ich mich daran erinnern kann, und mich völlig der Literatur widme. Die Physik ist bei dir in guten Händen! Schön, dass mein Vorhaben hier und da gelingt, nämlich die Bücher multidimensional zu sehen, sie als komplexe Kommunikationsversuche einzustufen und nicht einfach nur als Interjektionen und Sprachereignisse, die wie ein Feuerwerk verpuffen. Apropos Feuerwerk – ich wünsche dir auch ein tolles Jahr, einen guten Rutsch, ein feines Auge für die Magie der Natur, für den unerschöpflichen Schatz der Muster, der Interferenzen und Reminiszenzen, wie die Dinge um uns herum wachsen und gedeihen, blühen und verblühen. Komm gut ins neue Jahr und ich hoffe, wir lesen oft auch in 2024 wieder! Viele Grüße, Alexander
Danke, Alexander, bei mir ist es offenbar umgekehrt gelaufen. Ich habe mit Germanistik begonnen und bin schließlich in der Physik gelandet. Erst als Rentner kann ich mir erlauben, an die vernachlässigten Dinge wie Kunst, Literatur etc. wieder anzuschließen. Vorher war kaum Zeit dafür (Publish or perish).
Wie du mit dieser Qualität gleichzeitig (?) beides zuwege bringst ist für mich bewundernswert. Ich freue mich schon auf das literarische Jahr 2024 durch das du uns leiten wirst! Gruß, Joachim.
Lieber Alexander,
auch ich mische mich unter die Menge der dankbaren LeserInnen deiner Buchbesprechungen und wünsche dir für das Neue Jahr viele glückliche Lesestunden.
Nicht immer kommentiere ich deine Buchbesprechungen, aber immer lese ich sie mit großem Gewinn. Oft denke ich, was für ein Glück es ist, deinen Blog gefunden zu haben.
Diesen Rückblick habe ich mit Spannung gelesen und freue mich, dass wir manches Leseerlebnis ähnlich empfunden haben. Zugleich erinnerst du mich an Bücher, für die bisher bei mir keine Zeit war.
Ich bin gespannt, welche Bücher du wohl 2024 aufschlagen wirst.
Liebe Ule, Danke für dein Interesse und Wünsche. Ich hoffe, du bist auch gut ins neue Jahr gerutscht. Ich habe für das Jahr 2024 hauptsächlich vor, die Preis-Bücher der letzten Jahre nachzuholen, um einen Überblick zu erhalten, ich bin aber auch offen für Vorschläge. Das Lesen selbst macht ja schon Spaß, und so spielt es oft keine allzu große Rolle, zu was ich greife, aber schöner wird’s, wenn es resoniert. Danke für deine vielen, hilfreichen Kommentare, die mir neue Akzente zum Lesen gegeben habe! Möge es ein gutes Jahr für uns alle werden. Herzlichst, Alexander!
Ah, sehr schön, darauf war ich gespannt.
Du hast eine Menge Bücher geschafft in 2023. Die Kategorien sind interessant. Ich könnte meine spontan gar nicht einteilen, Anhäufungen wie „Italien“ fallen mir auf die Schnelle nicht ein, nur die klassische Zuordnung nach Genre. Von deinen gewählten spricht mich „Fabulierlust“ an. „Drifter“ habe ich auf meine Liste gesetzt. Von J. M. Coetzee habe ich „Schande“ für „irgendwann demnächst“ eingeplant.
Ich freue mich auch in diesem Jahr auf deine gelesenen Bücher. 🙂
Die Kategorien entstanden, als ich durchging und mir den Inhalt, das Setting vergegenwärtigte. Es häuften sich ein paar Themen, aber dann ist Italien im deutschsprachigen Raum immer eine Sehnsucht und die DDR-Sache ja noch nicht wirklich aufgearbeitet, also bleiben diese Themen prominent. „Schande“ hat mich nachhaltig beeindruckt, und „Drifter“ empfehle ich sehr gern! Ich freue mich auch auf deine Besprechungen! Danke für deine Besuche. Ein frohes neues Jahr, Gesundheit und Glück für dich!! 😁🥳