Oft drohen Romane von politisch-engagierten Schriftstellern und Schriftstellerinnen nur hinsichtlich ihrer Rolle im sozialen Kampf um Gleichberechtigung beurteilt und untersucht zu werden. Sie bleiben als Meilensteine einer Verlautbarwerdung im Gedächtnis, ohne die spezifisch literarischen Aspekte ihres Werkes, ihrer Sprache eingehender zu würdigen. Werke wie Giovannis Zimmer von James Baldwin tragen schwer an ihrer Rolle als historisch gewordenes Dokument, erschließen sie doch außergewöhnliche Dimensionen des poetischen Lebens und literarischen Ausdrucks zugleich:
„James Baldwin: „Giovannis Zimmer““ weiterlesen„Ich erinnere mich nur noch, dass wir durch die abendlichen tropisch heißen Straßen von Brooklyn gingen, wo die Hitze aus dem Asphalt quoll und von den Mauern mit mörderischer Gewalt zurückgeschleudert wurde, wo sämtliche Erwachsenen der Welt ungekämmt und laut schwatzend vor den Haustüren hockten und sämtliche Kinder der Welt auf den Gehsteigen, im Rinnstein oder auf den Feuertreppen spielten.“
James Baldwin aus: „Giovannis Zimmer“
